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Japanische Sprache

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1

Einleitung

Japanische Sprache, agglutinierende Sprache, die in Japan von etwa 121 Millionen Sprechern und von den auf Hawaii und in Nord- und Südamerika (vor allem in Brasilien) lebenden Japanern gesprochen wird.

Zu anderen Sprachen haben sich bisher keine gesicherten Verwandtschaftsbeziehungen nachweisen lassen. Strukturelle Ähnlichkeiten deuten auf eine mögliche entfernte Verwandtschaft mit der koreanischen Sprache und den altaischen Sprachen hin, zu denen auch Manchu, Mongolisch und Türkisch gehören. Diese Theorie wird jedoch von einigen Wissenschaftlern angezweifelt, da Übereinstimmungen im Wortschatz fehlen. Parallelen im Wortschatz bestehen jedoch zwischen Japanisch und bestimmten ostasiatischen Sprachgruppen wie der tibetisch-burmesischen und der austro-asiatischen. Luchuan, die Sprache der Ryukyu-Inseln, ist dem Japanischen so ähnlich, dass es als japanischer Dialekt gilt.

Im Vergleich zu den indogermanischen Sprachen wirkt Japanisch etwas unpräzise und vage. Das gilt besonders für optische Eindrücke; beispielsweise kann das japanische Wort aoi blau, grün oder auch blass bedeuten. Akustische oder taktile Eindrücke hingegen werden mit äußerster Genauigkeit wiedergegeben. Die japanische Sprache verfügt über eine unermessliche Anzahl onomatopöischer Ausdrücke und Wörter für die feinsten akustischen und taktilen Nuancen; so gibt es z. B. verschiedene Wörter für das Geklapper von Hufen bzw. das Geklapper von Schuhen mit Holzsohlen und zahlreiche Wörter für verschiedene Regengeräusche und für Regen, der auf verschiedene Oberflächen trifft.

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Wortschatz

Der Wortschatz des Japanischen war ursprünglich äußerst begrenzt. Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurden jedoch zahlreiche chinesische Wörter aufgenommen, so dass das heutige Japanisch etwa zu 50 Prozent aus Wörtern chinesischen Ursprungs besteht, wobei sich die Aussprache der entlehnten Wörter im Lauf der Zeit beträchtlich verändert hat. Die chinesischen Schriftzeichen spielen eine wichtige Rolle bei der Wortbildung des geschriebenen Japanisch, das unweigerlich die gesprochene Sprache beeinflusst hat. Jedes Zeichen kann auf zwei oder mehr Arten gelesen werden; diese Lesarten sind eng miteinander verbunden und alternieren frei bei der Wortbildung. In den letzten 100 Jahren hat das Japanische viele Wörter aus den europäischen Sprachen übernommen, hauptsächlich aus dem Englischen. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges hat sich diese Tendenz noch beträchtlich verstärkt.

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Lautbestand

Der Lautbestand des Japanischen ist relativ einfach: Es gibt fünf Vokale, die in unserem Alphabet als a, i, u, e und o erscheinen und lautlich dem Italienischen ähnlich sind, sowie 19 Konsonanten: k, s, sh, t, ch, ts, n, h, f, m, y, r, w, g, z, j, d, b und p. Die Aussprache der Konsonanten ähnelt mit wenigen Ausnahmen der ihrer deutschen Entsprechungen. Das r entsteht dadurch, dass die Zungenspitze auf eine Stelle weit vorne im Mund kurz aufschlägt. Das g im Wortinnern wird oft nasaliert, ähnlich dem ng im englischen sing; diese Aussprache findet sich am deutlichsten in der Hochsprache Tokyos. Beim f kommt es zu keinem Lippenkontakt, so dass es häufig vom h nicht zu unterscheiden ist. Im Japanischen können alle Vokale und Konsonanten lang oder kurz sein. Bestimmte Silben werden durch Unterschiede in der Tonhöhe oder Klangfarbe hervorgehoben, die Sprache kennt jedoch keinen wirklichen Betonungsakzent.

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Grammatik

Im japanischen Satz lautet die Wortstellung in der Regel Subjekt-Objekt-Prädikat; nähere Bestimmungen stehen vor dem Wort, auf das sie sich beziehen. Das Verb enthält keine Informationen zum Numerus und zur Person und auch keine Tempusformen, wie sie in den indogermanischen Sprachen bekannt sind. Obgleich es kein Futur gibt, zeigt die Verbform sehr wohl an, ob eine Handlung bereits vollzogen ist oder erst in der Zukunft vollendet wird. Japanisch hat drei Verbkonjugationen mit jeweils fünf Grundformen: Negation, Kontinuativ, Resultativ, Konditional und Imperativ. Vier unregelmäßige Verben, die Kopulativverben (Hilfsverben) mitgerechnet, spielen eine wichtige Rolle. Die Substantive zeigen weder Genus noch Numerus an. Es gibt weder Artikel noch Präpositionen; die Substantive werden durch Postpositionen (eine kleine Gruppe von Wörtern, die die Funktion der indogermanischen Kasusendungen und Präpositionen erfüllen) näher bestimmt, die sich direkt an das Bezugswort anschließen. Ein typisches Beispiel ist das Wort no („von”) in der Wendung mizu no oto, die „Klang von Wasser” bedeutet, aber Wort für Wort übersetzt „Wasser von Klang” ergibt. Es gibt zahlreiche Pronomina, die jedoch nur selten verwendet werden. Echte Adjektive sind, wie die Verben, stark flektierend und verhalten sich auch weitgehend wie die Verben: Sie bestehen aus einem Hilfsverb und zeigen mittels der Flexion entweder den gegenwärtigen, den vollendeten oder den nicht vollendeten Zustand an. So bedeutet shiroi „ist weiß”, shirokatta „war weiß” (vollendeter Zustand) und shirokute „ist weiß und”. Daneben können manche Substantive die Funktion von Adjektiven übernehmen und andere Substantive näher bestimmen.

Was das Japanische am stärksten von anderen Sprachen unterscheidet, ist die Vielzahl von Wörtern, Präfixen und Suffixen, die dazu dienen, Höflichkeit und Ehrerbietung auszudrücken. Nur Koreanisch und Javanisch besitzen ähnlich viele Wörter, um Rang- und Standesunterschiede anzuzeigen. Japanisch weist zahlreiche Dialekte auf. Als Hoch- bzw. Standardsprache gilt die Sprache der gebildeten Kreise in Tokyo.

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