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Windows Live® Suchergebnisse Hugo GrotiusEnzyklopädieartikel
Hugo Grotius, eigentlich Huig de Groot, (1583-1645), niederländischer Jurist, Theologe und Politiker. Seine juristischen Schriften gelten als Grundlage des modernen Völkerrechts. Grotius, der am 10. April 1583 in Delft geboren wurde, schrieb bereits im Alter von acht Jahren lateinische Elegien und trat als Zwölfjähriger in die Universiät Leiden ein. 1598 war er Mitglied einer Gesandtschaft an den Hof König Heinrichs IV. von Frankreich und blieb in Orléans, um dort Rechtswissenschaft zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Holland (1599) arbeitete er bei Gericht. 1607 wurde er Generalstaatsanwalt der niederländischen Provinzen Holland und Zeeland. Grotius’ erste völkerrechtliche Veröffentlichung, Mare Liberum (1609), stellte das Recht jeder Nation in Frage, einen Teil der Hochsee als ihr ausschließliches Eigentum zu betrachten. Ein solcher Anspruch verstoße gegen das natürliche Recht. Auch in seinem Hauptwerk, De jure belli et pacis (1625), verband er naturrechtliche Vorstellungen mit Rechtsgrundsätzen: Kriege verletzten die Naturgesetze, welche die Verhaltensgrundlage der Völker darstellen. Nach seiner Überzeugung kann Krieg nur dann gutgeheißen werden, wenn er um einer gerechten Sache willen geführt wird und alle friedlichen Mittel zur Versöhnung ausgeschöpft worden sind. 1619 wurde Grotius zu lebenslanger Haft verurteilt, da er in die Religionswirren jener Zeit verwickelt war; er konnte 1621 jedoch nach Paris fliehen. Dort beendete er sein Werk De Veritate Religionis Christianae (1627), eine konfessionsübergreifende Beschreibung der Grundsätze des Christentums. 1631 kehrte Grotius nach Holland zurück, musste jedoch 1632 wieder fliehen. 1634 wurde er Gesandter Schwedens in Paris und blieb bis 1644 in diesem Amt. Bei seiner Rückkehr von einer Schwedenreise 1645 erlitt sein Schiff vor der Küste Pommerns Schiffbruch. Zwei Tage nach dem Unglück, am 28. August 1645, erlag er in Rostock seinen Verletzungen. Zu seinen weiteren Werken zählen theologische und juristische Abhandlungen, daneben Gedichte, historische Erzählungen und Übersetzungen klassischer Werke.
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