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Artikelgliederung
Frankreich (amtlich République Française), Land in Westeuropa. Es grenzt im Norden an den Ärmelkanal, die Straße von Dover und die Nordsee, im Nordosten an Belgien und Luxemburg, im Osten an Deutschland, die Schweiz und Italien, im Süden an das Mittelmeer, Monaco, Andorra und Spanien und im Westen an den Atlantischen Ozean. Sowohl die Nord-Süd- als auch die Ost-West-Ausdehnung betragen maximal etwa 1 000 Kilometer. Die Hauptstadt ist Paris. Zum Staatsgebiet Frankreichs gehören zudem die vier Überseedepartements (Départements d’Outre-Mer, DOM) Französisch-Guayana in Südamerika, Martinique und Guadeloupe in der Karibik und Réunion im Indischen Ozean, die beiden Gebietskörperschaften (Collectivités territoriales, CT) St-Pierre-et-Miquelon im Nordatlantik und Mayotte vor der ostafrikanischen Küste sowie die vier Überseeterritorien (Territoires d’Outre-Mer, TOM) mit beschränkter Selbstbestimmung, die nicht mehr als Teil des Mutterlandes gelten: Neukaledonien, Französisch-Polynesien, Terres Australes et Antarctiques (südliche und antarktische Territorien Frankreichs) sowie die Inseln Wallis et Futuna. Frankreich hat einschließlich der Insel Korsika eine Fläche von 543 965 Quadratkilometern; damit ist es nach Russland und der Ukraine das drittgrößte Land in Europa.
Die Landschaft Frankreichs wird zum größten Teil von drei Naturräumen bestimmt. Sie umfasst Mittelgebirge, Beckenlandschaften und die im Süden aufragenden Hochgebirge. Die höchsten Erhebungen des Landes befinden sich in den französischen Alpen; über sie verläuft im Südosten des Landes die Grenze nach Italien. Viele der Alpengipfel entlang der französischen Grenze sind über 4 000 Meter hoch. Höchster Berg Frankreichs und der Alpen ist der Montblanc (4 810 Meter). Nordöstlich von Lyon bis in die Gegend von Montbéliard erhebt sich der Französische Jura. Er erreicht Höhen von etwa 1 700 Metern und bildet die Ostgrenze Frankreichs zur Schweiz. Die Burgundische Pforte – eine breite Senke zwischen Montbéliard und Belfort – verbindet die Grabenzonen des Rheins und der Saône. Die nördlich der Burgundischen Pforte gelegenen Vogesen bilden als Gegenstück zum Schwarzwald im Osten die natürliche Grenze des Rheintales nach Westen. Im Großen Belchen erreicht dieses Mittelgebirge mit 1 424 Metern seine größte Höhe. Die Pyrenäen dehnen sich entlang der spanisch-französischen Grenze vom Mittelmeer bis zum Golf von Biscaya aus und bilden eine weitere natürliche Grenze Frankreichs. Die geringe Anzahl der Pässe erschwerte früher den Handel zwischen Frankreich und Spanien, während die Alpen seit jeher gute Überquerungsmöglichkeiten, wie z. B. den Sankt-Bernhard-Pass, boten. Im südlichen Teil des Landes liegt das Zentralmassiv, das sich westlich des Rhône-Tals steil erhebt. Hier, in der Auvergne, gibt es erloschene Vulkane aus dem Tertiär. Südlich des Zentralmassivs befinden sich die stark verkarsteten Causses und im Anschluss daran die Cevennen. Im Nordosten des Landes ragen Ausläufer der durch Erosion abgeflachten Gebirge der Ardennen auf französisches Gebiet. Zentrale Landschaft Frankreichs ist das Pariser Becken, das von einer Schichtstufenlandschaft begrenzt wird. Die Ränder der Schichtstufen sind nach außen gekehrt, das Beckeninnere hat ein relativ ausgeglichenes, flachwelliges Relief. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel. Darin eingebettet befinden sich die Flussläufe der Seine und der Loire; diese ist der längste Fluss Frankreichs. Eine weitere ausgedehnte Beckenlandschaft bildet das Aquitanische Becken im Südwesten, das von der Garonne durchflossen wird. In Bezug auf die Wassermenge ist die Rhône der größte Fluss des Landes. Sie durchzieht mit ihren Nebenflüssen Saône, Isère und Durance den Osten und die französischen Alpen. Zu den wichtigsten Nebenflüssen der Seine, der Hauptader der Binnenschifffahrt, gehören Aube, Marne, Oise und Yonne. In Frankreich gibt es nur wenige Seen. Der größte Teil des an der französisch-schweizerischen Grenze gelegenen Genfer Sees liegt in der Schweiz. Die Küsten Frankreichs haben insgesamt eine Länge von 3 427 Kilometern. Die Nordküste am Ärmelkanal und an der Nordsee ist ungefähr 1 000 Kilometer lang und wird von Trichtermündungen (Ästuaren) und kleineren Einbuchtungen gegliedert, von denen nur wenige sichere Ankerplätze bieten. Le Havre bildet an diesem Abschnitt der Küste eine Ausnahme. Die anderen Häfen an der nördlichen Küste Frankreichs, wie z. B. Cherbourg, wurden nach dem Bau von Wellenbrechern angelegt. Die Westküste am Atlantik ist etwa 1 400 Kilometer lang. Von der bretonischen Halbinsel bis zur Gironde ist die Küstenlinie unregelmäßig und, mit Ausnahme der von steilen Küsten geprägten Bretagne, flach und sandig. Der Küste sind hier mehrere Inseln vorgelagert. Die bedeutendsten Häfen sind Brest, Lorient und Saint-Nazaire. Bordeaux liegt landeinwärts am Ästuar der Gironde. Südlich der Gironde ist der Verlauf der Küste überaus geradlinig. Sie wird von einem lang gestreckten Dünengelände begleitet. Bei Arcachon befindet sich die 115 Meter hohe Dune de Pyla, die höchste Düne Europas. Die besten natürlichen Häfen, wie etwa Marseille, Toulon und Nizza, liegen am Mittelmeer. Im Bereich der Mündung der Rhône, die in einem ausgeprägten Delta ins Mittelmeer fließt, gibt es mehrere Strandseen. Im östlichen Abschnitt der circa 600 Kilometer langen Mittelmeerküste rücken durch Buchten gegliederte Steilküsten bis nahe an das Meer.
Das Klima des festländischen Frankreich ist warm-gemäßigt und größtenteils maritim beeinflusst. Das Fehlen hoher Gebirge im westlichen Teil des Landes bewirkt das Vordringen atlantischer Einflüsse bis weit nach Westen. Die Temperaturen in den küstennahen Regionen im Westen des Landes werden durch die relativ warmen Meeresströmungen und die vorherrschenden Südwestwinde geprägt. Niederschläge fallen zu allen Jahreszeiten, häufig in Form von anhaltenden Sprühregen. Im Landesinneren, insbesondere im Nordosten, wird das Klima kontinentaler mit größeren Temperaturschwankungen im Jahresverlauf – die Winter sind kalt, die Sommer relativ warm. Andere klimatische Bedingungen sind für den Bereich der Mittelmeerküste charakteristisch. Hier herrscht ein typisches mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die mittlere Temperatur liegt in Paris im Januar bei 3 °C und im Juli bei 18 °C. In Lyon entspricht die mittlere Januartemperatur der von Paris; die mittlere Julitemperatur liegt bei 20 °C. Wärmer ist es in Marseille bei Mittelwerten von 6 °C im Januar und 24 °C im Juli. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt in Paris im Mittel 573 Millimeter, in Lyon 764 Millimeter und an der Mittelmeerküste bei Marseille 650 Millimeter. Niederschlagsmaxima über 2 000 Millimeter werden in den Alpen, im Jura, im Zentralmassiv und in den Pyrenäen erreicht. Eine meteorologische Besonderheit Südfrankreichs ist der Mistral, ein trockener, starker Fallwind, der kalte Luftmassen aus dem Norden durch das Tal der Rhône nach Süden bringt.
In Frankreich stehen 11,8 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche unter Naturschutz. Die Pflanzenwelt des Landes bietet einen charakteristischen Querschnitt durch die Vielfalt Europas. Sie reicht von alpinen Flechten und Moosen bis zu subtropischen Arten wie Ölbäumen und Orangen. Im mediterranen Klimabereich wachsen vor allem Aleppokiefern, Stein- und Korkeichen, Zypressen und Platanen. In einigen heute nicht mehr waldbedeckten Gebieten an der Mittelmeerküste gedeihen den trockenen Bedingungen angepasste Hartlaubgewächse (Macchie). Kultiviert werden in Südfrankreich u. a. Oliven, Mandeln und Wein. An der Atlantikküste, vor allem im südlichen Abschnitt, nimmt Kiefernwald ausgedehnte Flächen ein; im Dünengebiet Landes entstand durch intensive Aufforstung das mit einer Fläche von rund 800 000 Hektar größte zusammenhängende Waldgebiet Frankreichs. In den Ardennen und Vogesen sind Laubwälder mit Buchen, Eichen, Eschen, Ahorn und Birken als vorherrschenden Baumarten verbreitet; in höheren Lagen treten diese mit Fichten und Tannen vermischt auf. In den Alpen reicht die Höhenstufung von Eichen- und Buchenwäldern über Tannen- und Fichtenwälder bis zu alpinen Matten oberhalb der Waldgrenze. Die Bretagne ist, wie auch das Aquitanische und das Pariser Becken, überwiegend nicht bewaldet. Nach der Rodung der Wälder, der ursprünglichen Vegetation, bildeten sich hier aufgrund des feucht-kühlen ozeanischen Klimas sehr schnell Grasland und Heiden u. a. mit Ginster und Heidekraut als verbreiteten Pflanzen aus. Trotz der relativ geringen Bevölkerungsdichte ist Frankreich stark durch vom Menschen geformte Kulturlandschaften geprägt, wodurch die Vielfalt wild lebender Tiere beschränkt wird. Eine weitere gravierende Beeinträchtigung der Fauna besteht darin, dass Frankreich den Massenfang von Vögeln für kulinarische Zwecke erlaubt, 1997 schätzte man die Zahl der hier getöteten Vögel auf 70 Millionen. Hinzu kommt, dass zwei Drittel der Waldflächen nur als Niederwald entwickelt sind. Hier finden vor allem Arten wie Feldhasen, Fasane und Rebhühner geeigneten Lebensraum. In den Hochwäldern leben Rothirsche, Rehe, Wildschweine und Rotfüchse, in höheren Lagen der Alpen Gämsen, Murmeltiere und Schneehasen. Den Südwesten des Landes bewohnt ein bemerkenswertes Raubtier: die Ginsterkatze (eine Schleichkatze), in den Pyrenäen gibt es noch einige wenige Braunbären. Die frei lebenden Pferde in der Camargue sind verwilderte Hauspferde. Zu den Besonderheiten der Avifauna (Vogelwelt) gehören neben Schmutzgeiern fünf Adlerarten (Seeadler, Steinadler, Habichtsadler, Zwergadler, Schlangenadler), in der Camargue leben Flamingos. Weitere besonders auffallende Vogelarten sind Bienenfresser und Wiedehopf. Vor allem in den südlichen Landesteilen gibt es zahlreiche Reptilien wie Geckos, Skinke (Glattechsen), Eidechsen (u. a. die bis 60 Zentimeter große Perleidechse), Schlangen (Nattern, Vipern) sowie Sumpf- und Meeresschildkröten. Die häufigsten Süßwasserfische sind Karpfen. In den Küstengewässern des Atlantiks und des Mittelmeeres leben zahlreiche Fischarten, darunter Dorsche, Heringe, Makrelen, Plattfische, Sardinen und Thunfische.
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