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Frankreich

Enzyklopädieartikel
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Frankreich (Flagge und Hymne)Frankreich (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.6

Außenhandel

Paris ist der Mittelpunkt von Frankreichs Binnen- und Außenhandel; jedoch spielen auch andere große Städte wie Marseille und Lyon eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben des Landes. In der französischen Geschäftswelt herrschten lange Zeit kleine und mittlere Betriebe vor; die meisten sind noch heute trotz der Tendenz zu großen Warenhäusern und Supermärkten kleine Familienbetriebe.

Frankreich zählt zu den großen Welthandelsnationen und verfügt über eine breite Palette von Außenhandelsgütern. Eingeführt werden vorwiegend Rohöl, Maschinen, chemische Produkte, Eisen und Stahl, Transportausrüstungen und andere Fertigwaren wie Präzisionsinstrumente, Bekleidung und Textilien. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, chemische Produkte, Eisen und Stahl, Nahrungsmittel und Masttiere, raffiniertes Erdöl, Bekleidung, Textilien und Wein. Über die Hälfte des gesamten französischen Außenhandels entfällt auf die Staaten der Europäischen Union, insbesondere auf Deutschland, Belgien, Luxemburg und Italien. Weitere wichtige Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR und Japan. Frankreich spielt eine wichtige Rolle im Außenhandel einiger seiner ehemaligen Kolonien wie Algerien, Marokko, Tunesien und der Republik Elfenbeinküste. Die Handelsbilanz ist positiv.

6.7

Gewerkschaften

Etwa 20 Prozent der französischen Arbeiter sind in Gewerkschaften organisiert. Die Confédération Générale du Travail (CGT) ist mit 1,6 Millionen Mitgliedern der größte Gewerkschaftsverband des Landes. Die Confédération Française Démocratique du Travail (CFDT), eine christliche Organisation, hat 900 000 Mitglieder und die Force Ouvrière 1,1 Millionen Mitglieder. Die Mindesttarife werden durch Regierungserlass festgesetzt, die Höhe der Gehälter wird jedoch durch Tarifverhandlungen bestimmt. Ein umfassendes Sozialversicherungsprogramm für Arbeiter und Angestellte steht unter staatlicher Aufsicht.

6.8

Verkehrswesen

Frankreich verfügt über eines der bestausgebauten Verkehrsnetze Europas. Ein Drittel des Fernstraßennetzes sind gebührenpflichtige Autobahnen (Autoroutes), für die in der Regel an den Ein- bzw. Ausfahrten kassiert wird. Die Routes nationales (Landstraßen) sind im Allgemeinen sehr gut ausgebaut (großenteils mehrspurig), gelten aber wegen der riskanten Fahrweise der Bevölkerung dennoch als unfallträchtig. Die Länge des Straßennetzes beträgt 951 220 Kilometer (2004). Die französische Eisenbahn wurde 1938 teilweise verstaatlicht. Zwei Drittel des Schienennetzes sind elektrifiziert. Frankreich ist besonders bekannt für seine Hochgeschwindigkeitszüge (Train à grande vitesse, TGV), die auf mehreren Hauptstrecken verkehren. Das Eisenbahnnetz ist insgesamt 29 286 Kilometer lang (2005). Straßen- und Schienennetz sind klar auf die im Norden des Landes gelegene Hauptstadt Paris ausgerichtet.

Das Land verfügt über zahlreiche Binnenwasserstraßen und Kanäle. Die französische Handelsflotte ist eine der größten der Welt. In Frankreich gibt es zwei staatliche Fluggesellschaften: die Air France, die Flüge in fast alle Teile der Erde anbietet, und Air Inter, die den innerfranzösischen Luftverkehr abwickelt. Eine große private internationale Fluglinie, die Union de Transports Aériens (UTA) sowie mehrere kleinere Privatlinien bieten Inlands- und Auslandsflüge an. Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind Charles-de-Gaulle und Orly; beide befinden sich in der Nähe von Paris. Die Hauptstadt besitzt auch den größten Binnenhafen des Landes. Die wichtigsten Seehäfen liegen in Marseille und Le Havre.

6.9

Tourismus

Der Fremdenverkehr zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen des Landes. 1999 kamen mehr als 71 Millionen Besucher aus dem Ausland nach Frankreich, viele davon aus Deutschland und Großbritannien. Zu den meistbesuchten Zielen der Gäste gehören die Hauptstadt Paris sowie die Mittelmeer- und die Atlantikküste. Auch in den zu Frankreich gehörenden Teilen der Alpen und der Pyrenäen werden hohe Besucherzahlen verzeichnet.

6.10

Energie

Nur 10,3 Prozent von Frankreichs elektrischer Energie werden in Wärmekraftwerken erzeugt, 10,9 Prozent stammen aus Wasserkraftwerken (2003). 78 Prozent der elektrischen Energie wurden 2003 in 59 Atomkraftwerken produziert (es gibt weltweit kein anderes Land, das in so hohem Maß von der Atomkraft abhängig ist wie Frankreich). Am Ärmelkanal, an der Mündung des Flusses Rance bei Saint-Malo in der Bretagne, wurde ein Gezeitenkraftwerk angelegt.

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