Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Russland", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Daten und Fakten
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Russland

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 5 von 17

Russland

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Russland (Flagge und Hymne)Russland (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
4

Bildung und Kultur

Die russischen Bildungs- und Kulturinstitutionen wurden über annähernd sieben Jahrzehnte durch die KPdSU kontrolliert. Im Rahmen der Politik von Glasnost und Perestroika von Michail Gorbatschow wurden ihnen sehr viel größere Freiheiten gewährt. Die Liberalisierung beschleunigte sich durch die Auflösung der UdSSR, brachte aber auch große finanzielle Probleme mit sich, da die staatliche Subventionierung zum Teil entfiel.

4.1

Bildungswesen

Russland besitzt ein gut entwickeltes Bildungssystem. Es besteht ein umfassendes Netz von Vorschulen, Grund- und Hauptschulen sowie weiterführenden Schulen. Dazu gehört auch die kostenlose Weiterbildung für Erwachsene. Es besteht eine 10-jährige Schulpflicht (2002–2003). Der mittlere Bildungszweig beginnt in der fünften Klasse und endet nach der neunten. Danach wechseln die Jugendlichen an weiterführende Schulen oder technische Berufsschulen, zu deren Lehrplan auch die Ausbildung am Arbeitsplatz gehört.

Kleinkindhorte, Kindergärten und andere frühkindliche Bildungsstätten sind in Russland besonders gut besucht. Nahezu 70 Prozent der Kinder im Vorschulalter besuchen eine staatliche Einrichtung.

Die berufsbildenden höheren Schulen bilden Fachkräfte wie z. B. Techniker, Krankenschwestern, Grundschullehrer und andere Spezialisten aus. Sie dauern in der Regel vier Jahre und vermitteln neben einer allgemeinen höheren Bildung fachspezifisches Wissen. Die ein- bis dreijährigen technischen Berufsschulen bilden für Fachberufe aus und verbinden ebenfalls allgemeine höhere Schulbildung mit Berufsausbildung.

Die Mehrzahl der russischen Hochschulen sind Spezialinstitute zur Berufsausbildung. Ein großer Prozentsatz der Studenten belegt Fernkurse. Traditionell ist der Unterricht kostenlos, und die Studenten erhalten monatliche Stipendien. Einige Universitäten planen, Studiengebühren zu erheben. Zu den bekanntesten Universitäten des Landes gehören die Moskauer Lomonossow-Staatsuniversität (gegründet 1755), die Staatliche Universität Sankt Petersburg (1819), die Staatliche Universität Kasan (1804) und die Staatliche Universität Nowosibirsk (1959). Andere wichtige Universitäten gibt es in Rostow, Nishnij Nowgorod, Tomsk, Wladiwostok und Woronesh. Neben den Universitäten und Hochschulinstituten befindet sich in Russland die Russische Akademie der Wissenschaften, die im Bereich wissenschaftlicher Forschung führend ist.

Die Ausbildung bis zum ersten Examen an den Hochschulinstituten umfasst in der Regel ein vier- bis fünfjähriges Studium. Danach kann der Student sich zur Ausbildung für Fortgeschrittene für weitere ein bis drei Jahre einschreiben. Studenten, die ihr Studium erfolgreich abschließen, umfangreiche Prüfungen ablegen und ihre Dissertationen schreiben, erhalten den Status eines Kandidat nauka (Kandidat der Wissenschaften). Ein höherer akademischer Grad, der Doktor der Wissenschaften, wird etablierten Gelehrten verliehen, die innerhalb ihrer Disziplin herausragende Beiträge geleistet haben.

4.2

Kultureinrichtungen

Die großen kulturellen Einrichtungen befinden sich vor allem in Moskau und Sankt Petersburg, darunter die Eremitage, eines der größten Museen der Welt. In Moskau befinden sich u. a. die Staatliche Tretjakow-Galerie für russische Kunst, das Staatliche Puschkin-Museum für Bildende Kunst und das Volkskunstmuseum. Im Nordosten von Moskau liegt der so genannte Goldene Ring altrussischer Städte, deren Gründung meist auf Klosterbauten an Flussläufen oder Seen zurückgeht.

Russland besitzt zahlreiche Bibliotheken. Am bekanntesten ist die Russische Staatsbibliothek in Moskau; mit mehr als 30 Millionen Bänden in rund 250 Sprachen ist sie eine der größten der Welt. Weitere bedeutende Bibliotheken sind die Staatliche Saltykow- Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg mit rund 28,5 Millionen Bänden; die Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften mit rund zwölf Millionen Bänden und die Moskauer Lomonossow-Staatsbibliothek der Universität mit rund 6,6 Millionen Bänden.

Die bekanntesten Theater in Moskau sind das Bolschoi-Theater, das Maly-Theater und das Moskauer Kunsttheater. Darüber hinaus werden viele der größeren Produktionen des Bolschoi-Balletts und der Operntruppe im Kongresspalast des Kreml aufgeführt, in dem 6 000 Zuschauer Platz finden. Andere bedeutende Theater in Moskau sind das Zentrale Moskauer Kindertheater, das Moskauer Theater für junge Zuschauer, das Zentrale Moskauer Staatspuppentheater, das Akademische Musical-Theater, das Operettentheater und das Institut für Theaterkunst. In Sankt Petersburg befindet sich das Marininskij-Ballett (früher: Kirow-Akademietheater für Oper und Ballett, siehe Kirow-Ballett), das Maly-Operntheater und das Puschkin-Theater.

4.3

Kunst und Literatur

siehe russische Kunst und Architektur; russische Literatur

5

Verwaltung und Politik

Nach dem Ende der Sowjetunion und der Auflösung der staatstragenden Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) 1991 durchlebte Russland eine langwierige und problematische Phase der Umgestaltung, die zum Teil schwere Verwerfungen in allen Bereichen des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens mit sich brachte und von Machtkämpfen zwischen den verschiedenen Interessengruppen geprägt war. Erst etwa ab der Jahrtausendwende stabilisierten sich die politischen Verhältnisse nach und nach, nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Konzentration der Staatsmacht auf einen starken Präsidenten, die allerdings auch zu Lasten von Pluralismus und demokratischen Freiheiten geht.

Nach der Verfassung von 1993, die seither mehrmals geändert wurde, ist Russland eine Präsidialdemokratie mit föderativem Staatsaufbau.

Zurück
| | | | | | | | | ... 
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft