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  • Hussitenkriege – Wikipedia

    Der Begriff Hussitenkriege bezeichnet eine Reihe von Auseinandersetzungen und Schlachten in den Jahren 1419 bis 1434 bzw. 1439 auf dem Gebiet des damaligen Königreichs Böhmen

  • Hussiten – Wikipedia

    ... Predigt des Wortes Gottes zu schützen und Verordnungen der Bischöfe und des Papstes nur insoweit anzuerkennen, als sie mit der Schrift übereinstimmten. [ Bearbeiten ] Hussitenkriege ...

  • Hussiten

    Die Hussitenkriege . Nach der Verbrennung von Jan Hus suchte der böhmische König Wenzel die empörten hussitischen Anhänger aus Kirchen- Staatsämtern auszuschließen.

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Hussitenkriege

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Hinrichtung von Jan HusHinrichtung von Jan Hus

Hussitenkriege, Bezeichnung für die Kriege zwischen Hussiten und Kaiserlichen in Böhmen zwischen 1419/20 und 1434 bis 1436.

Die Verbrennung des Jan Hus beim Konstanzer Konzil 1415 führte zu einer gewaltigen Empörung unter dessen böhmischen Anhängern, den Hussiten. Als daraufhin König Wenzel versuchte, sie aus dem Klerus und den Stadtverwaltungen auszuschließen, brach ein Aufstand los. Schließlich erfuhr die Protestbewegung der Hussiten noch durch ein weiteres, ein nationales Element Nahrung: Der Bruder des Königs, Kaiser Sigismund, erhob Anspruch auf den böhmischen Thron, den er nach Wenzels Tod 1419 auch übernahm; die Hussiten, die Sigismund für den Tod von Hus verantwortlich machten, lehnten den Anspruch des Kaisers jedoch ab. Der Protest kulminierte 1419 ein erstes Mal in dem so genannten ersten Prager Fenstersturz; er weitete sich schließlich zu einem Krieg aus, nachdem am 17. März 1420 in Breslau die Kreuzzugsbulle Papst Martins V. gegen die Hussiten verkündet worden war.

Nach dem Kreuzzugsaufruf marschierte Sigismund mit Reichstruppen in Böhmen ein, musste aber bereits im Juli 1420 eine erste Niederlage hinnehmen. Die Hussiten waren jedoch gespalten, und zwar nicht nur in religiösen Fragen, sondern auch sozial. Die gemäßigten Utraquisten oder Kalixtiner rekrutierten sich hauptsächlich aus dem Adel und dem Bürgertum, während die radikalen Taboriten zum größten Teil Bauern und Kleinbürger waren. Beide Gruppen waren sich nur in ihrer Opposition gegen Sigismund einig und konnten in den folgenden Jahren doch noch weitere Angriffe des Kaisers abwehren. Ihr Heer wurde zuerst von dem Taboriten-General Jan Žižka und nach dessen Tod 1424 von dem Priester Prokop angeführt, der drei weitere kaiserliche Kreuzzugsheere besiegte (1426, 1427 und 1431). Daneben unternahmen die Hussiten verheerende Vorstöße nach Schlesien, Österreich, Sachsen und Brandenburg; in Preußen drangen sie fast bis nach Danzig vor.

Da die kriegerischen Auseinandersetzungen offensichtlich keine Lösung (im Sinne von Kaiser und Papst) erbrachten, bemühte man sich ab 1431 auf dem Verhandlungsweg um eine Beilegung des Konfliktes. Auf dem Basler Konzil wurde schließlich am 30. November 1433 mit den Prager Kompaktaten ein Kompromiss gefunden: Den Utraquisten wurden einige Zugeständnisse gewährt, dafür kehrten sie wieder zur katholischen Kirche zurück. Die Taboriten, von dem Kompromiss ausgeschlossen, setzten den Kampf fort. In der Folge schlossen sich die Utraquisten, nun selbst beunruhigt über die Taboriten-Heere, mit den kaiserlich-katholischen Truppen zusammen und besiegten die Taboriten 1434 bei Lipan in der Nähe von Prag. Prokop fiel in dieser Schlacht. Mit den Iglauer Kompaktaten vom 5. Juli 1436, mit denen Kaiser und Hussiten auf der Basis der Prager Kompaktaten Frieden schlossen, wurden die Hussitenkriege beendet; Sigismund wurde als König von Böhmen anerkannt.

Am Ende waren die Hussiten trotz ihrer militärischen Überlegenheit die Verlierer. Die Utraquisten konnten nur wenige ihrer Forderungen durchsetzen, und selbst diese wurden 1462 von der katholischen Kirche wieder zurückgenommen. Die Kriege hatten jedoch eine tief greifende Wirkung auf das tschechische Nationalbewusstsein und führten zu einer sozialen Umschichtung in Böhmen, da in vielen Städten die politische Macht nun von den Deutschen, die während der Kämpfe vertrieben worden waren, auf das tschechische Bürgertum überging.

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