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Windows Live® Suchergebnisse KranicheEnzyklopädieartikel
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Kraniche, Familie großer, hochbeiniger, häufig Sumpfgebiete bewohnender Vögel mit 15 Arten aus der Ordnung der Kranichvögel. Kraniche sind vom nördlichen Polarkreis bis zur Spitze Südafrikas verbreitet und kommen auf allen Kontinenten außer in Südamerika vor. Sie ähneln Reihern und Störchen, sind mit diesen jedoch nicht näher verwandt. Kraniche sind langhalsig (der Kran zum Heben von Lasten wurde nach dem Kranichhals benannt) und haben lange Stelzbeine. Sie fliegen im Gegensatz zu Reihern, die ihren Hals beim Fliegen S-förmig biegen, mit ausgestrecktem Hals (ebenso wie Störche). Kraniche leben vorwiegend in offenen Landschaften wie Sümpfen, Wiesen, Grassteppen und Tundren, aber auch in Auenwäldern und Bruchwäldern. Sie ernähren sich von Pflanzen und kleinen Tieren. Auffällig sind die kunstvollen Balztänze, die ganzjährig zu beobachten sind. Die artenreichste Gattung Grus, zu welcher der in Mitteleuropa heimische Kranich gehört, umfasst neun Arten. Alle Arten der Gattung (deren wissenschaftlicher Name lautmalerisch vom Ruf der Vögel abgeleitet ist) haben als besonderes Merkmal eine außerordentlich lange Luftröhre (bis 1,5 Meter), die stark gewunden ist. Sie bildet einen Resonanzraum, mit dessen Hilfe laut trompetende Rufe erzeugt werden. Außerdem ist die Gattung durch ungefiederte, oft rot gefärbte Partien am Kopf gekennzeichnet.
Der Kranich brütet von Skandinavien und Mitteleuropa bis Ostsibirien vor allem in Sumpfgebieten und Bruchwäldern. Er ist etwa 1,2 Meter groß und hat eine Flügelspannweite von mehr als zwei Metern. Er trägt ein vorwiegend graues Gefieder und hat einen schwarzweiß gefärbten Hals sowie einen roten Scheitel, der bei Erregung anschwillt. Zu seinem hoch entwickelten Balzverhalten („Kranichtanz”) gehören verschiedene Lautäußerungen, Flügelschläge und Luftsprünge. Kraniche ernähren sich vorwiegend pflanzlich (u. a. von Getreidekörnern und grünen Pflanzenteilen), zur Brutzeit jedoch vor allem von Kleintieren (wirbellosen Tieren wie Insekten, aber auch kleinen Wirbeltieren). Kraniche schichten meist im knietiefen Wasser, oft in Erlenbrüchen, Pflanzenmaterial zu einem vor Raubtieren gut geschützten Bodennest auf. Das Weibchen legt im März oder April in der Regel zwei bräunlich gefleckte Eier, die einen Monat abwechselnd von Männchen und Weibchen bebrütet werden. Die Jungen sind Nestflüchter, sie werden von beiden Eltern betreut. Kraniche sind im Brutgebiet sehr störungsempfindlich. Die Kranichbestände waren im 20. Jahrhundert stark rückläufig. Die Ursachen dafür waren neben Störungen am Brutplatz insbesondere die Lebensraumzerstörung, u. a. durch die Entwässerung von Mooren und anderen Feuchtgebieten, die Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland sowie den Ausbau von Fließgewässern. In neuerer Zeit haben die Bestände in Europa vielerorts zugenommen. Die Anzahl der in Deutschland brütenden Kranichpaare ist seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch erfolgreiche Schutzbemühungen von 600 auf rund das Zehnfache gestiegen. Etwa die Hälfte dieser Paare brütet in Mecklenburg-Vorpommern; weitere bedeutende Brutvorkommen gibt es in Brandenburg. Insgesamt leben in Europa wieder deutlich mehr als 100 000 Brutpaare. Der Schutz von Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten ist die wichtigste Maßnahme für den Erhalt dieser Art. Kraniche sind im Frühjahr und Herbst auf dem Zug zu beobachten; die keilförmige Flugformation der Kraniche und deren trompetende Rufe sind vielen Menschen vertraut. Kraniche aus Skandinavien und Mitteleuropa überwintern u. a. in Spanien und Marokko, mit zunehmender Tendenz auch in Frankreich und Mitteleuropa; in dem milden Winter 2006/07 überwinterten in Brandenburg etwa 15 000 Kraniche. Der bedeutendste Kranichrastplatz Mitteleuropas, auf dem bis zu 60 000 skandinavische Kraniche ihren Flug von bzw. nach Süden unterbrechen, befindet sich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Die beiden nordamerikanischen Kranicharten – Kanadakranich und Schreikranich – gehören zur selben Gattung wie der europäische Kranich. Der gut einen Meter große Kanadakranich ist vorwiegend graubraun gefärbt und hat eine große rote Kopfplatte. Er ist zur Brutzeit vom Nordosten Sibiriens über Alaska und Kanada bis in die nördlichen USA verbreitet, wo er Tundren, Sumpfgebiete und Grasländer besiedelt. Der 1,3 Meter große Schreikranich ist vorwiegend weiß mit roten Kopfbereichen. Er brütet im mittleren Kanada in Feuchtgebieten der Prärien und überwintert in Texas. Von dieser Art gab es 1941 als Folge von Lebensraumzerstörung, Störungen am Brutplatz und Jagd nur noch 14 Tiere, der heutige Bestand wird auf mehr als 200 frei lebende Vögel geschätzt. Trotzdem ist der Schreikranich eine der seltensten und am stärksten bedrohten Vogelarten. Am Beispiel des Schreikranichs wurde erforscht, warum manche Vögel den Kopf beim Voranschreiten zunächst in der alten Position lassen und dann erst ruckartig vorstrecken: Dieses Verhalten dient offensichtlich dazu, den Kopf möglichst lange unbeweglich zu belassen, um trotz der Bewegung des übrigen Körpers weiterhin ein ungestörtes Bild der Umwelt aufnehmen zu können (Current Biology, 2005). Der etwa 1,2 Meter große afrikanische Kronenkranich hat ein bunt gefärbtes Gefieder, der Kopf ist mit schwarzen Federn bedeckt. An der Rückseite des Kopfes trägt er fächerförmig eine goldgelbe Federkrone, an den Wangen hat er nackte rote und weiße Flecken. Unter dem Kinn befindet sich ein paariger roter Kehllappen. Der übrige Körper ist grau, weiß und braun gefiedert. Der Kronenkranich bewohnt vom Senegal bis Kenia offene Feuchtgebiete und Grasland. Beim 1,3 Meter großen Saruskranich Südostasiens und Australiens ist der gesamte Kopf und obere Hals unbefiedert und rot gefärbt; das Gefieder ist hellgrau bis weiß. Er bewohnt Sümpfe, Flussgebiete und Kulturland.
Kraniche bilden die Familie Gruidae der Ordnung Gruiformes. Die wissenschaftliche Bezeichnung unseres einheimischen Kranichs lautet Grus grus. Der Kanadakranich heißt Grus canadensis, der Schreikranich Grus americana, der Kronenkranich Balearica pavonina und der Saruskranich Grus antigone.
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