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Amalgam

Enzyklopädieartikel

Amalgam, flüssige oder feste Legierung von Metallen mit Quecksilber.

Quecksilber amalgamiert sich u. a. leicht mit Gold, Silber, Natrium, Kalium, Zink, Zinn, Blei und Kupfer. Im großtechnischen Maßstab entsteht bei einem Verfahren der Chloralkalielektrolyse Amalgam als wichtige Zwischenstufe. Darüber hinaus nutzt man Amalgame u. a. bei der Spurenanalyse von Quecksilber und im Labor gelegentlich als Reduktionsmittel. Beim Erhitzen von Amalgamen verdampft Quecksilber leicht aus den Gold- oder Silberlegierungen. Dieses Verhalten bildete die Grundlage für die so genannte Feuer- bzw. Silbervergoldung, die heute jedoch nicht mehr angewandt wird.

Durch Erwärmen werden Amalgame verformbar, eine Eigenschaft, die man sich beispielsweise in der Zahnheilkunde zunutze macht. Hier werden Amalgame aus Silber, Kupfer und Zinn verwendet. Dieses Material ist nicht nur leicht zu verarbeiten, sondern besitzt zudem eine hohe Bruchfestigkeit und Härte. Es wird deshalb häufig für Zahnfüllungen verwendet. Durch den Einfluss des Speichels geht insbesondere das Zinn, in geringem Maß aber auch das Quecksilber, in Lösung. Zahnmedizinisches Amalgam geriet daher in den Verdacht, Gesundheitsstörungen zu verursachen. Eine Expertenkommission, die sich im Auftrag der Europäischen Kommission mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Amalgams befasste, fand allerdings ihrem 2007 vorgelegten Bericht zufolge keinen Hinweis auf gesundheitliche Schäden durch Aufnahme des Quecksilbers in den Organismus. Da sich andererseits die Unschädlichkeit von Amalgam letztlich nicht nachweisen lässt, empfahl das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, etwa bei Kindern dennoch vorsorglich auf Amalgamfüllungen zu verzichten.

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