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Windows Live® Suchergebnisse Pius VII.Enzyklopädieartikel
Pius VII., zuvor Luigi Barnaba Chiaramonti, (1742-1823), Papst (1800-1823), der Napoleon einigen Widerstand entgegensetze und sich nach dessen Sturz um die Wiederherstellung von Kirche und Kirchenstaat bemühte. Luigi Barnaba Chiaramonti wurde am 14. August 1742 in Cesena (Emilia-Romagna) geboren. Er trat dem Benediktinerorden bei und wirkte als Theologieprofessor in Parma und Rom, bevor er von Papst Pius VI., mit dem seine Familie eine enge Beziehung verband, 1782 zum Bischof von Tivoli und 1785 zum Bischof von Imola und zum Kardinal ernannt wurde. Angesichts der Französischen Revolution entwarf er, für die moderne Kultur aufgeschlossen und reformfreudig, ein Programm über die Beziehungen zwischen politischer Macht und christlichen Forderungen und suchte nach Möglichkeiten, die von der Französischen Revolution postulierten Werte im Einklang mit dem Evangelium zu übernehmen. In einem dreimonatigen Konklave, das wegen der französischen Besetzung des Kirchenstaates unter österreichischem Schutz in Venedig stattfand, wurde er am 14. März 1800 zum Papst gewählt. Gegen den Widerstand zahlreicher Kardinäle machte Pius VII. Napoleon im Konkordat von 1801 wichtige Zugeständnisse; dafür wurde die während der Revolution völlig zerschlagene katholische Kirche in Frankreich wiederhergestellt. 1803 schloss er mit der Italienischen Republik (Zisalpinische Republik) ein ähnliches Konkordat. In der Hoffnung, größere Zugeständnisse wie etwa die Restitution des Kirchenstaates zu erreichen, nahm Pius 1804 an der Kaiserkrönung Napoleons teil, bei der er in einer für das Papsttum demütigenden Weise den Kaiser lediglich salben durfte; aber außer einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Pius und Napoleon brachte diese Aktion dem Papsttum kaum etwas ein. Als sich Pius weigerte, Frankreichs Kontinentalsperre gegen England zu unterstützen, besetzte Napoleon im Februar 1808 Rom und vereinigte den Rest des Kirchenstaates zunächst mit Italien und im Mai 1809 mit dem französischen Kaiserreich. Pius antwortete mit der Exkommunikation Napoleons, woraufhin Napoleon ihn gefangen nehmen und zunächst in Savona, dann in Fontainebleau festsetzen ließ. Erst nach dem Sturz Napoleons konnte Pius im Mai 1814 nach Rom zurückkehren, musste jedoch während Napoleons Herrschaft der Hundert Tage noch einmal für einige Zeit die Stadt verlassen. Pius bemühte sich in der Folgezeit, gestützt auf seinen Staatssekretär, Kardinal Consalvi, um die Neuordnung des auf dem Wiener Kongress in reduzierter Form wiederhergestellten Kirchenstaates. Allerdings stieß er bei der Durchsetzung notwendiger Reformen auf erheblichen Widerstand reaktionärer Kreise an der Kurie. Anpassungsfähig betrieb er die Neuorganisation der Kirchen in den durch die Revolutionsepoche erschütterten Ländern und gab dem religiösen Leben neue Impulse. 1814 stellte er auch den seit 1773 verbotenen Jesuitenorden wieder her. Pius VII. starb am 20. August 1823 in Rom.
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