Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Jean Racine", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Jean Racine

Windows Live® Suchergebnisse

  • Jean Racine

    Jean Racine ist geboren in La Ferté-Milon als Sohn eines in zweiter Generation (amts)adeligen königlichen Salz-Depot-Verwalters (greffier du grenier à sel).

  • Jean Racine – Wikipedia

    Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem französischen Dichter, für die US-amerikanische Bobpilotin siehe Jean Prahm.

  • Jean Racine - Wikipedia, the free encyclopedia

    Jean Racine (French pronounced [ʁaˈsin]) (December 22, 1639 – April 21, 1699) was a French dramatist, one of the "big three" of 17th century France (along with Molière and ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Jean Racine

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Jean Racine: PhèdreJean Racine: Phèdre

Jean Racine (1639-1699), französischer Dramatiker, einer der wichtigsten Erneuerer der klassischen französischen Tragödie.

Racine wurde am 22. Dezember 1639 in La Ferté-Milon als Sohn eines Steuerbeamten geboren. Seine Ausbildung erhielt er am Collège de Beauvais und in der jansenistischen Klosterschule in Port-Royal, später studierte er Philosophie am Collège d’Harcourt in Paris. Die intellektuelle, streng moralistische Philosophie des Jansenismus übte zunächst großen Einfluss auf sein Leben aus, in späteren Jahren wandte er sich jedoch von den theaterfeindlichen Jansenisten ab. Ein weiterer entscheidender Einfluss ging von den griechischen Klassikern aus; das Studium insbesondere von Euripides und Sophokles war von immenser Bedeutung für sein späteres Schaffen.

Racine begann bereits während seines Studiums in Paris (nach 1658) im Stil der traditionellen Dichtung zu schreiben. Während dieser Zeit freundete er sich mit bedeutenden literarischen Persönlichkeiten an, zu denen auch der französische Dichter Jean de La Fontaine gehörte. Unter dem Druck seiner Familie verließ er Paris im Jahr 1661 und bereitete sich in der Stadt Uzès auf das Priesteramt vor. 1663 kehrte er nach Paris zurück, um seine literarische Arbeit wieder aufzunehmen und gehörte schon bald – mit Molière, Pierre Corneille und Nicolas Boileau-Despréaux – zu den berühmtesten französischen Dramatikern seiner Zeit. Insbesondere Boileau-Despréaux hatte als Freund und Förderer großen Einfluss auf seine Arbeit. Racines erstes Schauspiel, La Thébaïde (Die Thebais, oder Die feindlichen Brüder), wurde 1664 von Mitgliedern der Theatergruppe Molières im königlichen Palast aufgeführt. Seine zweite Tragödie, Alexandre le Grand (Alexander der Große), stand bereits ein Jahr später auf dem Spielplan. Nachdem Racine mit der Aufführung des Alexandre nicht zufrieden war, übergab er das Stück der rivalisierenden Truppe im Hôtel de Bourgogne, die von nun an alle seine Stücke inszenierte.

Während der nächsten zehn Jahre schrieb Racine sieben große Tragödien, die als Meisterwerke der französischen Tragödie gelten. In der Wahl seiner Themen griff er dabei auf Motive der griechischen und römischen Literatur zurück. Bei diesen sieben Tragödien handelt es sich um Andromaque (1667, Andromache), Britannicus (1669, deutsch ebenso), Bérénice (1670, Berenike), Bajazet (1672, deutsch ebenso), Mithridate (1673, Methridates), Iphigénie en Aulide (1674, Iphigenie) und Phèdre (1677, Phädra). Der Erfolg von Phèdre wurde durch Racines Kontrahenten getrübt, die den weniger bedeutenden französischen Dichter Nicolas Pradon beauftragten, ebenfalls eine Version der Phèdre zu schreiben, die letztendlich erfolgreicher war als Racines Fassung. Abgesehen von seiner einzigen Komödie, Les Plaideurs (1668, Die Prozeßsüchtigen), einer in Paris angesiedelten Satire auf die Juristerei, stehen im Mittelpunkt aller Werke Racines Figuren aus der Antike, deren Worte und Gefühle er in das Frankreich des 17. Jahrhunderts übertrug. Seine letzten dramatischen Werke waren die biblisch-religiösen Stücke Esther (1689, deutsch ebenso) und Athalie (1691, Athalja).

1673, auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt, wurde Racine in die Académie française gewählt. Fünf Jahre später gab er das Schreiben für die kommerzielle Bühne auf und wandte sich der offiziellen Geschichtsschreibung zu. Unter anderem begleitete er als königlicher Historiograph (seit 1677) die militärischen Feldzüge von König Ludwig XIV. Er starb am 21. April 1699 in Paris.

Racine, der seine Tragödien ausschließlich in gereimten Alexandrinern abfasste, gilt als bedeutendster Vertreter der französischen klassischen Dichtung. Seine sieben berühmtesten Tragödien befinden sich auch heute noch im Repertoire der Comédie Française, wobei die Interpretation ihrer Hauptrollen in Frankreich als ein Standardtest für die Schauspielkunst gilt. Obgleich Racine in seinen Dramen starke menschliche Leidenschaften darstellte, ist sein Werk aufgrund der neoklassizistischen Strenge seiner Verse frei von jeglichen spontanen Gefühlsäußerungen. Er erreichte damit eine ungeheure Reinheit und Präzision in der Darstellung menschlicher Konflikte.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft