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Windows Live® Suchergebnisse Comédie-FrançaiseEnzyklopädieartikel
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Comédie-Française, Nationaltheater Frankreichs mit vorwiegend klassischem Repertoire. Die Comédie-Française ist das älteste Nationaltheater weltweit. Zu den herausragenden Künstlern, die während ihres zweihundertjährigen Bestehens dort tätig waren, gehören Marie Champmeslé, Adrienne Lecouvreur, François Joseph Talma, Rachel, Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault.
Die Comédie-Française wurde durch die Vereinigung dreier Pariser Bühnentruppen gebildet. 1673, nach dem Tode Molières, verband sich dessen Illustre Théâtre mit dem vormals konkurrierenden Théâtre du Marais. Aufführungsort war das Théâtre du Guénégaud. 1680 kam auf Zuspruch Ludwigs XIV. die älteste Pariser Theatertruppe, die Comédiens du Roy aus dem Hôtel de Bourgogne, hinzu (diese hatten etwa die Tragödien Racines unter seiner eigenen Regie aufgeführt). Der Name Comédie-Française sollte das Ensemble von der Comédie-Italienne abgrenzen, einer Commedia-dell’arte-Truppe, die das nun freie Hôtel de Bourgogne bezog. 1689 zog die Comédie-Française in eine Straße um, die später wegen ihr Rue de l’Ancienne Comédie (Straße der alten Comédie) genannt wurde. Nach einer kurzen Zeit in den Tuilerien (nach 1770) wurde 1789 das Théâtre de l’Odéon am linken Seineufer für sie gebaut. Während der Französischen Revolution teilte sich die Gruppe in zwei Teile. Der politisch liberale Teil unter dem berühmten Schauspieler Talma zog 1808 in das heutige Gebäude in der Rue Richelieu. Napoleon legte 1808 das Selbstverwaltungsrecht der Schauspieler fest, das bis heute besteht. 1816 formierte sich eine Konkurrenzgesellschaft, die das Théâtre de l’Odéon zum zweitwichtigsten Frankreichs machte. Später waren beide Bühnen zeitweilig vereint (seit 1986 gilt dies erneut). Im 19. Jahrhundert glänzte die Comédie-Française mit Aufführungen von Racine, Molière und Pierre Corneille, aber auch mit solchen von Alexandre Dumas und (im 20. Jahrhundert) von Eugène Ionesco. Inzwischen werden auch Inszenierungen für Film und Fernsehen produziert.
Die Comédie-Française hatte in der Geschichte immer einen staatlich bestimmten Verwalter. Die interne Organisation aber ist im Wesentlichen die von Molières Gruppe, welche wiederum aus der Organisation der Pariser Schauspielergilde des 15. Jahrhunderts übernommen wurde. Junge Probeangestellte treten der Gesellschaft zuerst als Pensionnaires oder bezahlte Mitglieder bei. Aus ihren Reihen werden Sociétaires oder Vollmitglieder ausgewählt. Diese sind Anteilhaber, die wichtige künstlerische und finanzielle Entscheidungen treffen, die Gewinne nach bestimmten Regeln verteilen und nach 20 Jahren Dienst berechtigt sind, mit einer jährlichen Pension auszuscheiden.
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