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SyrienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Syrien verfügt nur über relativ begrenzte Gebiete mit üppiger natürlicher Vegetation. Im Allgemeinen sind die nicht landwirtschaftlich nutzbaren Regionen zu trocken für eine gut entwickelte Flora, und in den wenigen agrarisch wertvollen Gebieten wurde die gesamte natürliche Vegetation zerstört. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden im Durchschnitt jährlich 2,2 Prozent der waldbedeckten Fläche zur Gewinnung von Ackerland gerodet. Entlang der Küste gibt es mediterrane Pflanzen wie Zypressen und Tamarisken, der Osten des Landes besteht aus Steppen und Wüsten. Im Antilibanon sind Aleppokiefern und Eichen anzutreffen. Zu den in Syrien heimischen Säugetieren zählen Goldschakale, Streifenhyänen, Falbkatzen (die Stammform unserer Hauskatzen), Stachelschweine, Gazellen, Persische Eichhörnchen und Wüstenspringmäuse; Syrien ist Heimat des Goldhamsters, der im Freiland allerdings kaum noch anzutreffen ist. Die Vogelwelt umfasst u. a. Flamingos, Pelikane, Strauße und Adler. In der Wüste leben Agamen, Chamäleons und Schlangen.
Syrien ist überwiegend von Arabern bewohnt, die etwa 90 Prozent der Bevölkerung stellen. Die größten nichtarabischen Minderheiten sind Kurden (mehr als 6 Prozent), die zumeist als Hirten entlang der türkischen Grenze leben, und Armenier (etwa 2 Prozent), die überwiegend in den größeren Städten ansässig sind, zudem u. a. Tscherkessen, Turkmenen und Türken. Die Syrische Wüste gehört zu den am spärlichsten besiedelten Teilen von Syrien, am dichtesten besiedelt ist der Westen. Die Einwohnerzahl von Syrien liegt etwa bei 19,7 Millionen (2008). Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 107 Personen pro Quadratkilometer bei einem durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungswachstum von 2,2 Prozent. 50,3 Prozent der Syrer leben in Städten; die Zahl der nomadisch lebenden Menschen ist rückläufig. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 70,9 Jahre (Männer 69,5 Jahre, Frauen 72,3 Jahre).
Die Hauptstadt Damaskus hat etwa 2,23 Millionen Einwohner (2003). Zu den wichtigsten Städten zählen Aleppo oder Halab mit 3,97 Millionen Einwohnern, Homs (1 577 000), Latikia (312 000), Hama (264 000), Ar Raqqah (165 000), Al Qāmishlī (144 000) und Dayr az-Zawr (140 000).
Die Amtssprache ist Arabisch. Minderheitensprachen sind Kurdisch, Armenisch und Tscherkessisch. Die große Mehrheit der Syrer sind Muslime (Sunniten), weitere muslimische Gruppen sind Alawiten, Ismailiten und Schiiten. Unter den nichtmuslimischen Syrern stellen Christen, vor allem griechisch- und armenisch-orthodoxe, die größte Gruppe. Religiöse Minderheiten sind Drusen, die dem Islam nahe stehen, sowie etwa 4 000 Juden.
Gesetzliche Feiertage sind Neujahr (1. Januar), der Revolutionstag (8. März), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Tag der Märtyrer (6. Mai), der ägyptische Revolutionstag (23. Juli) und der libysche Revolutionstag (1. September). Zu den wichtigsten islamischen Feiertagen (deren Daten nach dem islamischen Mondkalender bestimmt werden) gehören Eid al-Fitr (das dreitägige Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan), Eid al-Adha (das Fest des Opfers, das während der jährlichen Wallfahrt nach Mekka (siehe Hadsch) gefeiert wird und an Abrahams Bereitschaft erinnert, seinen Sohn zu opfern), die Geburt des Propheten Mohammed (25. November) und Aschura (der schiitische Tag der Sühne). Die Angehörigen der verschiedenen christlichen Konfessionen begehen Ostern und Weihnachten nach ihrer jeweiligen Tradition. Die armenisch-orthodoxen Christen feiern z. B. Weihnachten am 6. Januar, während es bei den Christen anderer Ausrichtungen auf den 25. Dezember fällt.
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