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SyrienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Währungseinheit ist das Syrische Pfund zu 100 Piastres. Die syrischen Banken wurden früher von ausländischen Gesellschaften kontrolliert. Nach der Erlangung der vollständigen Unabhängigkeit 1946 wurden die Bankgeschäfte überwiegend von Banken durchgeführt, die sich in syrischem Besitz befanden. Bis 1956 wurde die Währung von der größten Handelsbank in Syrien ausgegeben, der in französischem Besitz befindlichen Banque de Syrie et du Liban. Später richtete die syrische Regierung eine neue, staatseigene Bank ein, die Zentralbank von Syrien, und übertrug ihr u. a. die Aufgabe, die Währung des Landes auszugeben.
Hauptexportgüter Syriens sind Rohöl, Nahrungsmittel, Baumwolle und Textilprodukte. Eingeführt werden auf dem heimischen Markt nicht erhältliche Nahrungsmittel, Metalle und Metallwaren sowie Maschinen und Fahrzeuge. Wichtige Handelspartner des Landes sind u. a. Italien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, der Libanon, Saudi-Arabien und die Türkei.
Das Eisenbahnnetz Syriens ist 2 702 Kilometer (2005) lang und verbindet die wichtigsten Städte des Landes. Es erstreckt sich, mit Ausnahme von Israel, bis an die Grenzen aller Nachbarländer. Relativ neue Strecken verlaufen von Homs nach Damaskus, von Damaskus nach Aleppo und von Tartus nach Latakia. Das Straßennetz umfasst 94 890 Kilometer (2004), wovon 14 Prozent asphaltiert sind. Latakia ist der wichtigste Seehafen, die Hafenanlagen bei Tartus wurden in den achtziger Jahren erbaut. Nationale Fluglinie ist die Syrian Arab Airline; der bedeutendste internationale Flughafen liegt in Damaskus.
Bereits 1800 v. Chr. soll König Shamshi-Adad I. von Assyrien (er regierte von 1814 bis 1781 v. Chr.) seine Hauptstadt Shubat Enlil am Ort des heutigen Tell Leilan im äußersten Nordosten von Syrien errichtet haben. Das Königreich wurde später von Hammurapi von Babylonien erobert, und die gesamte Region stand lange Zeit unter dem Einfluss von Ägypten und Babylon. Teile des Landes wurden anschließend von Ägyptern und Hethitern erobert sowie im 8. Jahrhundert v. Chr. von den Assyrern. Im 6. Jahrhundert v. Chr. ging das Land zunächst an die Chaldäer und dann an die Perser über (538 v. Chr.). Alexander der Große gliederte Syrien 333/332 v. Chr. in sein Reich ein, und Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. wurde es von Seleukos I., einem Feldherrn Alexanders, übernommen. Dieser gründete Antiochia als neue Hauptstadt seines Reiches. In der Folgezeit stritten sich in den Syrischen Kriegen Seleukos’ Nachfolger, die Seleukiden, die den Norden Syriens innehatten, und die ägyptischen Ptolemäer, die den Süden beherrschten, um den Besitz Südsyriens; am Ende – im 2. Jarhhundert v. Chr. – konnten sich die Seleukiden durchsetzen und ganz Syrien unter ihrer Herrschaft vereinen. Im Jahr 64 v. Chr. wurde Syrien römische Provinz. Nachdem das Römische Reich 395 n. Chr. in einen Westteil mit der Hauptstadt Rom und einen Ostteil mit der Hauptstadt Konstantinopel, das Byzantinische Reich, geteilt worden war, blieb Syrien für die nächsten 240 Jahre byzantinische Provinz. Diese wurde 636 von den Arabern erobert und in das schnell expandierende Islamische Reich integriert. 661 wurde Damaskus zur Hauptstadt der mächtigen Omaijaden-Dynastie. Zu dieser Zeit gehörte Damaskus zu den wichtigsten und am stärksten aufblühenden Städten der muslimischen Welt. Später spielte Bagdad im heutigen Irak diese Rolle. Im Jahr 1099 eroberten Kreuzritter einen Teil des Landes und unterwarfen ihn dem christlichen Königreich von Jerusalem, einen anderen Teil sprachen sie dem Fürstentum Antiochia zu. In einem späteren Feldzug (1174-1187) übernahm Saladin, Sultan von Ägypten, Syrien und eroberte das Königreich von Jerusalem. Die vielen auf syrischem Boden ausgetragenen Kriege führten zur Verarmung des Landes und seiner Bewohner. Der Niedergang wurde endgültig durch die Invasion der Mongolen (siehe Mongolensturm) 1260 besiegelt.
Die Türken des Osmanischen Reiches nahmen die Region 1516 unter ihre Herrschaft. Während der nächsten vier Jahrhunderte blieb Syrien in ihrem Besitz. Die Bedeutung des Landes für den Handel als Überlandroute in den Orient verringerte sich durch die Öffnung des Suezkanals 1869 erheblich. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es starke Unabhängigkeitsbewegungen in vielen Teilen des Osmanischen Reiches. Als der 1. Weltkrieg (1914-1918) ausbrach und die Türken sich auf die Seite der Mittelmächte stellten, versuchten die Alliierten bei den arabischen Ländern Unterstützung gegen die Türkei zu erhalten, indem sie diesen Hoffnung auf Unabhängigkeit nach dem Krieg machten. Im Januar 1916 wurde eine Vereinbarung zwischen der britischen Regierung und Husein ibn Ali, dem Großsharif von Mekka, geschlossen. Letzterer versprach eine arabische Beteiligung am Krieg aufseiten der Alliierten und verlangte von den Briten im Gegenzug die Unabhängigkeit aller arabischen Länder südlich einer Linie, die etwa der heutigen Nordgrenze von Syrien und dem Irak entspricht. Im Mai desselben Jahres schlossen Großbritannien und Frankreich jedoch einen separaten Geheimvertrag (Sykes-Picot-Abkommen), der vorsah, dass die meisten arabischen Länder unter türkischer Herrschaft zwischen Großbritannien und Frankreich aufgeteilt werden sollten. Die Gebiete, die heute Syrien und Libanon sind, wurden Frankreich zugesprochen, während das heutige Israel und Jordanien zu Großbritannien gehören sollten.
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