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Windows Live® Suchergebnisse Druckgraphik und druckgraphisches GestaltenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Druckverfahren; Begriffe in der Drucktechnik; Geschichte der Druckgraphik; Bedeutung der Druckgraphik
Druckgraphik und druckgraphisches Gestalten, Teilgebiet der bildenden Kunst und der Graphik im weiteren Sinn (zu der auch die Zeichnung gehört). Die Druckgraphik umfasst alle vervielfältigten, originalen Kunstwerke, bei denen die Farbe durch eine Druckform auf den Bildträger übertragen wird. Zu den Merkmalen der Druckgraphik gehören die Herstellung der Druckform durch einen Künstler, der manuelle, handwerkliche Druck, der vom Künstler persönlich vorgenommen wird oder von einem Drucker übernommen, dann aber vom Künstler überwacht wird, sowie eine relativ kleine, in der Regel limitierte Auflage. Seit Dürer werden druckgraphische Werke vom Künstler signiert, seit etwa 1880 werden sie ebenso wie Gemälde und Zeichnungen von Hand auf jedem einzelnen Abzug signiert. Im Unterschied zur Druckgraphik werden im Buch- und Zeitungsdruck (photomechanisch erstellte Drucke wie Zeitungs- und Zeitschriftenillustrationen oder Reproduktionen; siehe Drucktechniken; Offsetdruck) oder in der Werbegraphik (siehe Plakat) die Produkte industriell und meist in hoher Auflage gedruckt. Unterschieden wird ferner zwischen Original- und Reproduktionsgraphik. Bei der Originalgraphik verwirklicht ein Künstler eine Bildidee. Dagegen wird eine Reproduktionsgraphik nach einem Vorbild, z. B. einem Gemälde, geschaffen, um die Kenntnis dieses Werkes zu verbreiten. Diese Reproduktionstechnik war vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, also bis zur Erfindung photomechanischer Reproduktionstechniken, weit verbreitet. Ein Qualitätsurteil ist mit dieser Unterscheidung nicht verbunden. Unter dem Begriff Graphik wird oft auch das gedruckte Werk, also das jeweilige Blatt oder der Abzug, verstanden.
Nach dem technischen Verfahren wird die Druckgraphik in Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck, Monotypie und Schablonendruck unterteilt.
Beim Hochdruck schneidet der Künstler die Druckform in einen Holzblock, entweder als Holzschnitt bzw. Holzstich, oder – beim so genannten Linolschnitt – in eine Platte aus Linoleum. Die erhabenen Teile (daher die Bezeichnung Hochdruck) tragen die Druckfarbe.
Beim Holzschnitt werden aus der Oberfläche eines Holzblocks Partien herausgeschnitten, die stehen bleibenden Flächen werden zur Druckfläche, die beim Druck die Farbe tragen. Verwendet wird Obstbaumholz wie Kirsche oder Birnbaum, seltener Ahorn oder Eiche, die zu hart zum Schneiden sind. Im 20. Jahrhundert sind Künstler auch zu weicheren Hölzern wie Kiefer übergegangen. Die Oberfläche des Holzblocks wird glatt geschliffen, kann dann mit Schellack gehärtet werden, damit sie dem Druck der Presse besser standhält und damit deutlich hervortretende Bilder ausgeschnitten werden können. Der Künstler kann nun das Bild auf die Holzfläche aufmalen oder aufzeichnen, dann wird das Holz beispielsweise zu beiden Seiten der gezeichneten Linien herausgeschnitten. Eine Farbwalze, die mit einer Farbe auf Ölbasis versehen ist, wird dann über den Druckstock gerollt. Ein Bogen hoch saugfähiges Papier (z. B. Reispapier) wird auf den eingefärbten Holzblock gelegt, und der Künstler druckt das Bild, indem er mit der Rundung eines glättenden Werkzeugs über das Papier reibt. Block und Papierbogen können auch durch eine Presse geführt werden, unter dem Druck der Presse wird das Bild auf das Papier übertragen. Der bedruckte Bogen wird dann vom Block abgezogen. Für Farbholzschnitte wird für jede Farbe ein anderer Block verwendet. Mit dem Holzschnitt lassen sich Auflagenhöhen von mehreren Hundert erreichen. Der modernere Linolschnitt gleicht im Prinzip dem Holzschnitt, ist beim Schnitt technisch einfacher zu handhaben, ermöglicht aber nur kleinere Auflagen (Worterklärung siehe unten). Der Holzschnitt hatte seine Blüte an der Wende vom Spätmittelalter zur Neuzeit, insbesondere mit Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren. Im 18. Jahrhundert wurde der Holzschnitt allmählich vom Kupferstich verdrängt, erlebte aber Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, vor allem im Expressionismus, eine Renaissance.
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