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Windows Live® Suchergebnisse SäuleEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Säule, zylindrische oder kegelförmige, sich leicht nach oben verjüngende Stütze, die in der Architektur verwendet wird, um das Gebälk oder Dach eines Gebäudes zu tragen. Der Querschnitt einer Säule ist rund, im Gegensatz zum Pfeiler, dessen Grundriss in der Regel rechteckig oder polygonal ist. Säulen können entweder frei stehen, ein waagerecht liegendes Architekturteil tragen, aber auch als Viertel-, Halb- oder Dreiviertelsäule teilweise aus einer Wand hervortreten. Sehr lange, schmale Viertel- bis Dreiviertelsäulen, die häufig gebündelt vorkommen, bezeichnet man als Dienste, bogenförmig oder mit einem flachen Abschluss verbundene Säulen als Arkade bzw. Kolonnade. Die frühesten Säulen bestanden aus Baumstämmen oder zu Bündeln zusammengefassten Schilfrohren. Sie wurden in der ägyptischen Kunst in Form von Steinsäulen nachgeahmt, die Pflanzenformen aufweisen. In der mykenischen und minoischen Architektur kannte man hölzerne Säulen, wie sie in Knossos, Mykene oder Tiryns gefunden wurden.
In der Antike dienten Säulen hauptsächlich als tragende Architekturglieder in Tempelbauten. Sie ruhten gewöhnlich auf einer Basis (griechisch: Schritt, Fuß), die den Übergang zwischen der waagerechten Fußplatte (Plinthe) und dem Säulenschaft bildete, der durch längs verlaufende Rillen (Kanneluren) strukturiert war. Diese sollten ihm durch subtile Licht- und Schattenwirkung eine optisch leichtere, weniger massive Wirkung verleihen. Häufig wies der Schaft auch eine leichte Schwellung (Entasis, griechisch: Spannung) auf, die sich einerseits aus optisch-ästhetischen Erwägungen ergab, um eine allzu starre Wirkung zu vermeiden, andererseits die tragende Funktion der Säule deutlich macht, indem sie den Eindruck erweckt, sie leiste dem auf ihr lastenden Druck Widerstand. Den oberen Abschluss bildete das Kapitell (lateinisch capitellum: Köpfchen) in ornamentaler Ausformung als optischer und struktureller Übergang zwischen dem Schaft und der waagerechten Dachkonstruktion, dem so genannten Gebälk. In der Architektur der griechischen Antike entwickelte sich aus verschiedenen Kapitell-, Säulen- und Basisformen die Typologie der drei klassischen Säulenordnungen, die sich auch im Gebälkaufbau unterscheiden: der dorischen, ionischen und korinthischen.
Die dorische Säule, die seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. erstmalig verwendet wurde, besitzt keine Basis; ihr dicker, kurzer Schaft verjüngt sich zum Kapitell hin stark, wobei seine Kanneluren spitz zulaufen. Der wulstförmig gebildete Körper des Kapitells (Echinus, griechisch: Igel) wird von einem dicken, unverzierten Abakus (lateinisch: Platte) abgeschlossen. Das Gebälk wird von einem Architrav gebildet, über dem der Fries mit Triglyphen (griechisch: Dreischlitzen), Deckplatten mit drei senkrechten Rillen, und Metopen (griechisch: Stirnen), reliefverzierten viereckigen Platten, liegt. An der Unterseite des sich anschließenden Kranzgesimses (Geison) hängen Mutuli (Hängeplatten) und Stäbchen (lateinisch Guttae: Tropfen). Darüber folgt der Giebel mit ornamental oder figürlich gestaltetem Giebelfeld (Tympanon), der von einer Traufleiste (Sima) und je einem seitlich angebrachten Eckaufsatz (Akroter, griechisch: Spitze) abgeschlossen wird.
Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. ist die Ionische Ordnung nachweisbar, die wohl aus dem asiatischen Raum nach Griechenland gelangte. Die ionische Säule, die wesentlich schlanker ist und sich weniger stark verjüngt als die dorische, steht auf einer prächtig gestalteten kreisförmigen Basis mit wechselnder Folge von Wülsten (Torus) und Kehlen (Trochilus). Das ionische Kapitell ist durch Voluten (von lateinisch volvere: rollen) charakterisiert, spiralförmig eingerollte Ornamente, und wird von einem schmalen, verzierten Abakus abgeschlossen. Der Architrav (Querbalken) ist in drei abgetreppte Schichten (Fasciae) untergliedert.
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