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Windows Live® Suchergebnisse Indischer NationalkongressEnzyklopädieartikel
Indischer Nationalkongress (Indian National Congress, INC), indische Partei, die 1885 vor allem von Indern aus dem Bildungsbürgertum zur Vertretung der indischen Interessen gegenüber der britischen Verwaltung in der Kolonie Britisch-Indien gegründet wurde; im unabhängigen Indien stellte die Partei mit wenigen Unterbrechungen die Regierung. Der INC befürwortete zunächst die Durchführung begrenzter demokratischer Reformen unter der britischen Kolonialherrschaft. Ab 1905 forderte die Partei jedoch die Selbstverwaltung des Landes (Swaraj) und entwickelte sich ab 1920 unter der Führung von Mohandas Gandhi zu einer Massenbewegung. 1929 verlangte der Kongress unter Jawaharlal Nehru die vollständige Unabhängigkeit Indiens. Im 2. Weltkrieg verweigerte der Nationalkongress Großbritannien die Unterstützung. Eine antibritische Kampagne wurde initiiert, die Großbritannien zur Beendigung seiner Kolonialherrschaft aufforderte. Die Kampagne zog die Inhaftierung von nahezu 60 000 Menschen nach sich. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) war der Nationalkongress mit nur zwei Unterbrechungen die führende Regierungspartei bis 1996. Nach 1955 richtete sich der Kongress auf eine Politik des demokratischen Sozialismus aus. Die Partei spaltete sich wiederholt (zuletzt 1978). Die 1991 eingleiteten, marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsreformen brachten zwar die Steigerung des Wirtschaftswachstums mit sich, verstärkten aber auch die Inflation, Preiserhöhungen und die Arbeitslosigkeit. Dies führte neben Korruptionsaffären zur Wahlniederlage der Kongresspartei im Mai 1996 und zur Ablösung der Regierung Rao. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im September/Oktober 1999 musste die Partei das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte hinnehmen und weiterhin in der Opposition bleiben; Ursache der Niederlage war u. a. die parteiinterne Auseinandersetzung um die Präsidentin des Indischen Nationalkongresses, Sonia Gandhi. Bei den darauf folgenden Parlamentswahlen im April/Mai 2004 konnte die Kongresspartei nicht zuletzt dank des großen Einsatzes ihrer Präsidentin Gandhi wieder bedeutende Zugewinne verbuchen, wurde zusammen mit ihren Allianzpartnern völlig überraschend sogar stärkste Partei und konnte wieder in die Regierungsverantwortung zurückkehren, erstmals in ihrer Geschichte jedoch „nur” als führende Kraft in einer Koalition und nicht als allein regierende Partei. Das Amt des Premierministers übernahm der Wirtschaftsfachmann Manmohan Singh, nachdem die zunächst von ihrer Partei nominierte Gandhi auf das Amt verzichtet hatte.
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