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Afghanistan

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Afghanistan (Flagge)Afghanistan (Flagge)
Artikelgliederung
6.2

Bergbau

Obwohl das Land über verschiedene Bodenschätze verfügt, wurde bislang nur Erdgas in großem Umfang gefördert. Nennenswerte Erdgaslagerstätten liegen im Norden des Landes und sind mit Hilfe der Sowjetunion bzw. der GUS erschlossen worden. Der überwiegende Teil der Fördermengen ging über Pipelines in die GUS, jedoch kam die Förderung kriegsbedingt zum Erliegen. Neu entdeckte Erdgasfelder sollen mittelfristig nutzbar gemacht werden. Ebenfalls im Norden gibt es Erdölvorkommen, die sich aber als wirtschaftlich nicht ergiebig genug erwiesen. Vielversprechender scheinen dagegen jüngst entdeckte Eisenerz- und Kupfererzvorkommen zu sein. Sie sollen mit ausländischer Hilfe erschlossen werden. Die afghanischen Vorkommen an Lapislazuli (u. a. in Badakhshan) gehören zu den weltweit bedeutendsten Fundorten dieses Edelsteins. Weitere Bodenschätze sind u. a. Steinkohle, Steinsalz, Schwefel, Blei, Zink und Uran sowie Gold und Silber.

6.3

Industrie

Während des Krieges wurden die meisten Produktionsbetriebe zerstört, und nur wenige wurden seither wieder aufgebaut. Neben der Textil-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie gibt es einige Chemiefabriken sowie ein Düngemittel- und ein Zementwerk. Ein Großteil der Produktionsanlagen ist jedoch nicht betriebsbereit oder kann nur kleine Mengen erzeugen. Eine nennenswerte Produktion von Industriegütern für den Export gibt es nicht. In Afghanistan dominiert das Handwerk, vor allem die Teppich-, Lederwaren- und Schmuckherstellung.

6.4

Außenhandel

Die Handelsbilanz ist negativ. Der offizielle Außenhandel wird durch staatliche Institutionen (Handelsministerium, Handelskammer) koordiniert; daneben nahm im Lauf der Zeit der Schmuggel überhand. Afghanistan ist insbesondere vom Import von Nahrungsmitteln (Weizen), Konsumgütern und Erzeugnissen der Erdölindustrie sowie von der Einfuhr von Energie und Kapital abhängig. Nicht erfasst ist der außerordentliche Handel mit Opium und Opiumprodukten. Zu den Exportgütern gehören Produkte des verarbeitenden Gewerbes, Edelsteine, Teppiche, Wolle, Häute und Felle. Wichtige Handelspartner sind, neben Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten, einige Nachbarländer, ASEAN-Staaten sowie Länder der EU (u. a. Deutschland und Großbritannien).

6.5

Währung und Bankwesen

Die Landeswährung Afghanistans ist der Afghani zu 100 Puls. Offiziell ist der Wechselkurs des Afghani an den US-Dollar gekoppelt; 1 US-Dollar entspricht etwa 50 Afghani. Die Afghanische Zentralbank (gegründet 1939) gibt sämtliche Banknoten aus, vergibt Staatsanleihen und verleiht Geld an Städte und andere Banken. Sämtliche Privatbanken in Afghanistan wurden 1975 verstaatlicht; ausländische Banken sind im Land nicht tätig.

6.6

Verkehr

Der Verkehr in Afghanistan wird durch das zerklüftete Gelände stark eingeschränkt. Das Land besitzt ein etwa 34 782 Kilometer umfassendes Straßennetz (2004), das meist unbefestigt ist. Wichtige Landstraßen verbinden Kabul mit den Provinzhauptstädten. Der Zugang nach Pakistan ist durch den Khyber-Pass gewährleistet. Der schlechte Zustand der Straßen ist ein allgegenwärtiges Problem, auch verursacht durch häufig auftretende Unterspülungen. Die schmalen, schnell fließenden Flüsse sind nicht schiffbar und werden hauptsächlich für den Holztransport genutzt. Das Land verfügt über zwei internationale Flughäfen in Kabul und Kandahar sowie über mehr als 40 weitere Flugplätze. Ariana Afghan Airlines ist die nationale und internationale Luftfahrtgesellschaft des Landes.

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