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Tiahuanaco

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Sonnentor von TiahuanacoSonnentor von Tiahuanaco

Tiahuanaco, Ruinenfeld aus der Präinkazeit in Bolivien, südöstlich des Titicacasees, in der Nähe des heutigen Dorfes Tiahuanaco gelegen.

Das etwa 3 800 Meter über dem Meeresspiegel in den Anden gelegene Tiahuanaco war wohl die höchstgelegene Stadt ihrer Zeit. Früher wurde angenommen, Tiahuanaco sei ein heiliger Ort gewesen, der nur zeitweise von den Aymara genutzt wurde, die die Stadt gegründet haben sollen. Diese Ansicht wurde jedoch kürzlich durch Untersuchungen widerlegt, die bewiesen, dass es sich bei Tiahuanaco um ein urbanes Zentrum handelte. Die Bevölkerung wurde durch ein ausgefeiltes System von terrassenförmigem Pflanzenanbau versorgt. Vermutlich wurde Tiahuanaco 300 n. Chr. gegründet. Einige Bauwerke waren noch unvollendet, als um 900 n. Chr. aus unbekannten Gründen sämtliche Bauaktivitäten eingestellt wurden.

Die Steinmetzarbeiten in Tiahuanaco gehören zu den handwerklich besten in ganz Südamerika. Bestimmte Baumethoden deuten bereits auf den Gebrauch von Metallwerkzeugen hin. Die Akapana, das größte Gebäude des Feldes, war eine Stufenpyramide von etwa 15 Metern Höhe. Das berühmteste Bauwerk ist das Sonnentor, das aus einem neun Tonnen schweren Steinblock gehauen und mit einem stilistisch einzigartigen Flachrelief verziert wurde. Ein zusätzliches Hochrelief zeigt einen Schöpfergott. Eine weitere Einheit bildet die so genannte Kalasasaya, ein großer viereckiger Platz, der von aufrechten Monolithen (aufrecht stehenden schwarzen Steinblöcken) begrenzt ist: Diese waren vermutlich Teil einer Mauer. Ein halb unterirdischer Tempel in der Nähe des Platzes ist restauriert. Auch anthropomorphe Statuen wurden in Tiahuanaco gefunden. Seit 2000 gehört die Runinenstätte von Tiahuanaco zum UNESCO Weltkulturerbe.

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