Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Zündholz

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Zündholz

Enzyklopädieartikel

Zündholz, allgemeine Bezeichnung für ein kurzes, dünnes Stäbchen aus Holz oder Pappe, das an einem Ende mit einer Mischung zündfähiger Substanzen überzogen ist und allgemein für die Erzeugung von Feuer dient. Weil die Zündung dieses Stäbchens in erster Linie durch Reibung erfolgt nennt man es auch Streichholz.

Eines der ersten Zündhölzer war das so genannte Schwefelholz. Zu seiner Herstellung wurde ein Holzstäbchen in geschmolzenen Schwefel eingetaucht. Die eigentliche Entzündung dieses Hölzchens gelang indirekt durch Funken. 1805 erfand Jean-Louis Chancel Zündhölzer, die mit Schwefel und einer Mischung aus Kaliumchlorat, Gummiarabikum und Zucker überzogen waren. Bei dieser Variante entstand die Flamme durch Kontakt mit Schwefelsäure. Die Erfindung ging als Chancels Tunkfeuerzeug in die Geschichte ein.

Um das Jahr 1830 begann man, Zündhölzer industriell herzustellen, die weißen (giftigen) Phosphor enthielten. Die Zündmasse dieser Phosphorhölzer bestand außerdem aus Kaliumchlorat, Schwefel, Bleidioxid, Glaspulver und Klebstoff. Diese Zündhölzer trugen u. a. den Namen Überallhölzer, weil sie sich durch Reiben an fast jeder Fläche entzünden ließen. Aufgrund der Giftigkeit des weißen Phosphors wurde mit der Zeit die Herstellung dieser Hölzer in einigen Ländern verboten. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte man Zündhölzer, deren Zündmasse zusätzlich Antimonsulfid enthielten. Die Zündung dieser Streichhölzer gelang nur durch Reiben auf rauem Sandpapier.

Mit der Entdeckung des roten Phosphors war man in der Lage, ungiftige Zündhölzer herzustellen. Sicherheitszündhölzer erfand 1841 der schwedische Chemiker Gustav Erik Pasch. Hier sind die reaktiven Komponenten in Zündmasse (Kaliumchlorat) und Reibfläche (roter Phosphor) voneinander getrennt. Moderne Zündhölzer sind z. B. mit Ammoniumphosphat imprägniert, um ein Nachglimmen zu verhindern. Ein Ende wird mit Paraffin überzogen. Die Spitze enthält ein Oxidationsmittel, z. B. Kaliumchlorat, sowie Schwefel als Brennstoff und Kaliumchromat bzw. Mangandioxid. Glasmehl, Kreide und ähnliche Stoffe dienen als Füllmaterial. Zudem werden Leim als Bindemittel und ein Farbstoff zugefügt, der die jeweilige Farbe des Zündkopfes ergibt. Sicherheitszündhölzer können nur durch Reiben an einer speziell beschichteten Reibfläche entzündet werden. Die Reibfläche besteht aus rotem Phosphor, feinem Glasmehl und Bindemittel.

Bei den heute üblichen Überallhölzern wird am oberen Ende ein wenig Phosphortrisulfid angebracht. Dabei handelt es sich um eine Verbindung, die schon bei geringer Reibung zu brennen beginnt.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft