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Windows Live® Suchergebnisse KleidungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Schutzfunktionen; Religiös-kultischer Gebrauch; Abgrenzung und Zugehörigkeit; Nacktheit und Verhüllung
Kleidung, Bedeckungen des menschlichen Körpers als Schutz, Verhüllung, Schmuck oder Ausdruck der sozialen Identität des Trägers. Mit Kleidung grenzen Menschen sich als Kulturwesen von der Natur ab. Vollständige Nacktheit ist aus keiner zeitgenössischen Kultur bekannt.
Über die offensichtliche Schutzfunktion gegen klimatische Einflüsse oder bei gewalttätigen Auseinandersetzungen (siehe Rüstung) hinaus kommt der Kleidung vor allem symbolisch-kulturelle Bedeutung zu. Die aus mehreren übereinander getragenen Schichten bestehende traditionelle Bekleidung der Eskimos stellt ebenso eine Anpassung an extreme Witterungsbedingungen dar, wie die den Körper weitgehende verhüllenden Baumwollkleider vieler arabischer Wüstenbewohner. In manchen Kulturen, wo die klimatischen Verhältnisse dies zulassen, dienen Tätowierungen, Körperbemalungen oder Schmuckstücke mit magischer Funktion (siehe Amulette) als Kleidung und damit dem Schutz gegen Dämonen oder Feinde, der Kennzeichnung der Clan- oder Altersgruppenzugehörigkeit, als Zeichen erworbenen Prestiges oder Ähnlichem.
Der Beginn oder das Ende bestimmter Lebensabschnitte wird häufig durch spezielle Kleidung öffentlich dokumentiert, so beispielsweise in christlich geprägten Kulturen durch Taufkleid, Kommunions- oder Konfirmandenanzug, Brautkleid und Totenhemd. In der Kleidung können Totemgeister, Götter aber auch Stars und andere Vorbilder nachgeahmt werden. Im kultisch-religiösen Bereich wird durch Kleidung bzw. Verkleidung häufig eine Verbindung oder Vereinigung mit dem Übernatürlichen oder den Ahnen gesucht (siehe Ritual, Masken, geistliche Gewänder). Karnevalsverkleidungen demonstrieren auf unterschiedliche Weise die Umkehrung der bekannten Ordnung. Die Kleider des anderen Geschlechts, eines anderen Berufsstands, einer anderen Kultur, von Märchenwesen, Dämonen oder Tieren werden angelegt und ermöglichen es so dem Träger, für eine bestimmte Zeit in eine andere soziale Rolle zu schlüpfen.
In der Bekleidung zeigen Individuen und Gemeinschaften ihre Zusammengehörigkeit. In ihr werden geschlechtlicher, sozialer, wirtschaftlicher und beruflicher Status zum Ausdruck gebracht. So haben sich in der westlichen Industriegesellschaft zum einen typische Berufskleidungen wie Uniformen, Theaterkostüme oder Mechanikeroveralls entwickelt, zum anderen Bekleidungen ausdifferenziert, die es ihrem Träger ermöglichen, sich angemessen in wechselnden alltäglichen Rollen und sozialen Räumen zu bewegen, wie dies Freizeit- und Sportkleidung, Abendgarderobe, Sonntagsanzüge aber auch Hausmantel und Schlafanzug zeigen. Kleidung kann aber auch dazu dienen, sich von anderen Individuen (wie in modernen westlichen Gesellschaften) oder sozialen Gruppen (wie im indischen Kastenwesen) abzugrenzen. So erließen die Ständegesellschaften Europas Gesetze zur Kleiderordnung, da die oberen Schichten danach strebten, sich durch sichtbare Privilegien von den Unterschichten abzuheben. In diesen Kleiderordnungen wurde detailliert für jeden Stand vorgeschrieben, was an Stoffen, Verzierungen, Farben und Schnitten getragen werden durfte.
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