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Windows Live® Suchergebnisse AffenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Anatomie und Sinne; Verhalten und Fortpflanzung; Neuweltaffen; Altweltaffen; Evolution; Systematische Einordnung
Affen oder höhere Primaten, Unterordnung der Primaten, zu der im systematischen Sinn auch der Mensch gehört. Affen kommen in Asien, Afrika und Amerika vor; das einzige europäische Vorkommen ist eine Population des Magots oder Berberaffen auf Gibraltar. Man unterscheidet zwischen den in Mittel- und Südamerika heimischen Neuweltaffen, zu denen Kapuzineraffen, Brüllaffen, Klammeraffen und Krallenaffen gehören, sowie den Altweltaffen in Afrika und Asien, zu denen Paviane, Languren, Makaken und Menschenaffen zählen. Der kleinste Affe ist der Zwergseidenaffe, ein im Amazonasgebiet lebender Krallenaffe, der ein Gewicht von etwa 110 Gramm erreicht, der größte Affe ist der über 200 Kilogramm schwere Gorilla. In neuer Zeit wurden insbesondere in Südamerika bislang unbekannte Affenarten entdeckt. Viele Arten sind durch Lebensraumzerstörung und Jagd in ihrem Bestand bedroht.
Bei allen Affen befinden sich die Augen an der Vorderseite des Kopfes, was es ihnen ermöglicht, binokular und damit dreidimensional zu sehen, also Entfernungen und Tiefen einzuschätzen. Durch ihr gut entwickeltes Farbensehen können Affen Einzelheiten leichter wahrnehmen; Neuweltaffen sind allerdings weniger farbtüchtig als Altweltaffen. Die Unterscheidung zwischen Rot und Grün erleichtert Affen, junge, proteinhaltigere Blätter zu erkennen, da diese eine leichte Rottönung haben (Nature, 2001). Der Geruchssinn ist demgegenüber bei Affen weniger gut entwickelt. Der Daumen ist bei den meisten Arten opponierbar: Er kann – wie beim Menschen – den anderen Fingern gegenübergestellt werden. Abgesehen von den Krallenaffen haben Affen flache Nägel. Die beiden Zitzen befinden sich wie bei allen Primaten im Bereich der Brust. Affen besitzen ein relativ großes Gehirn, insbesondere die Großhirnrinde der Menschenaffen ist stark gefurcht. Diese sind in der Lage, einfache Werkzeuge herzustellen und scheinen eine rudimentäre Form von Bewusstsein entwickelt zu haben (siehe Verhaltensforschung; Werkzeuggebrauch). Schimpansen haben sogar einen Gehirnbereich, der dem für die Sprachsteuerung zuständigen Bereich des menschlichen Gehirns entspricht.
Die meisten Affenarten bewohnen Bäume, manche Arten leben am Boden. Affen sind im Gegensatz zu Halbaffen zumeist tagaktiv; sie ernähren sich vorwiegend vegetarisch, fressen jedoch auch Wirbeltiere, Insekten und Vogeleier. Fressfeinde der Affen sind Raubtiere und Greifvögel. Affen leben in Gruppen oder Familienverbänden, Paviane können sich zu großen Gesellschaften zusammenschließen. Affen sind nicht an saisonale Paarungszeiten gebunden. Die Tragzeit beträgt fünf bis neun Monate, zumeist wird nur ein Junges geboren, lediglich Krallenaffen bringen häufiger Zwillinge zur Welt. Das Junge wird bei manchen Arten über ein Jahr gesäugt, in dieser Zeit wird es von der Mutter umhergetragen.
Neuweltaffen haben zumeist 36 Zähne und einen im Vergleich zu den Altweltaffen breiten Zwischenraum zwischen den Nasenlöchern (Breitnasenaffen). Der Schwanz ist oft als Greifschwanz ausgebildet. Alle Arten dieser Gruppe sind Baumbewohner, die Tiere ernähren sich in erster Linie von Blättern, Früchten und Insekten. Krallenaffen haben 32 Zähne und keinen Greifschwanz; sie sind die kleinsten Affen und eine relativ ursprüngliche Gruppe. Ihre Finger besitzen Krallen anstelle von Nägeln. Wie Lemuren (Halbaffen) markieren sie ihr Revier durch Duftdrüsen.
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