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Windows Live® Suchergebnisse StöreEnzyklopädieartikel
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Störe oder Eigentliche Störe, Familie aus der Ordnung der Störartigen mit 27 Arten großer, urtümlicher Fische, welche die nördliche Hemisphäre mit Schwerpunkt im mittleren Eurasien bewohnen. Der Körper eines Störes ist lang gestreckt, schmal und statt mit Schuppen mit mehreren Reihen von Knochenplatten bedeckt. Der Schädel ist vorn spitz zulaufend, vom Maul hängen Barteln herab. Der obere Flügel der Schwanzflosse ist wesentlich größer als der untere. Einige Arten wie der bis zu fünf Meter lange Europäische Hausen (oder Beluga) werden zur Gewinnung von Rogen (Fischeiern) genutzt, der als Kaviar in den Handel kommt. Manche Störarten, darunter den maximal zweieinhalb Meter langen Russischen Stör oder Waxdick, hält man in Fischzuchtanlagen.
Störe sind in Meeren, Binnenseen und Flüssen anzutreffen. Meerbewohnende Arten wie der Atlantische Stör steigen zum Laichen in die Flüsse auf (siehe Laichwanderungen). Störe ernähren sich von kleinen Wassertieren wie Insektenlarven, Krebsen, Weichtieren, Würmern und Sandaalen, aber auch von Pflanzen. Sie saugen die Nahrung mit ihrer zahnlosen, länglichen, rüsselförmigen Schnauze auf.
Der seltene Atlantische Stör, der an den Küsten Europas lebt, wird durchschnittlich ein bis zwei Meter (ausnahmsweise sechs Meter) lang. Er war früher bei uns ein wichtiger Speisefisch, heute ist er im gesamten Ost- und Nordseeraum gefährdet. Der Europäische Hausen war früher in Donau, Wolga und anderen in das Schwarze oder das Kaspische Meer mündenden Strömen sehr häufig (sein zweiter Name Beluga wird auch für den Weißwal verwendet). Aus seiner Schwimmblase wird eine gelatineartige Substanz gewonnen; man verarbeitet sie zu Fischleim, der für Restaurierungen verwendet wird, und benutzte sie vor allem in früheren Zeiten, um Trübstoffe aus Wein zu entfernen. Der bis zu zwei Meter lange Sternhausen ist im Schwarzen und im Kaspischen Meer sowie in der Adria anzutreffen. Der maximal rund einen Meter große Sterlet bewohnt ebenfalls vorwiegend Flüsse, die in das Schwarze oder das Kaspische Meer münden. Der größte amerikanische Stör, der fast vier Meter lange Weiße Stör, lebt im Bereich der Pazifikküste. Ebenfalls an der Westküste Nordamerikas, aber auch an asiatischen Pazifikküsten ist der bis zu zwei Meter lange Grüne Stör anzutreffen. Der knapp einen Meter große Gemeine Schaufelstör oder Schaufelnasenstör, der wie die anderen Arten seiner Gattung eine abgeplattete Schnauze hat, kommt in nordamerikanische Flüssen vor, insbesondere im Mississippi.
Fast alle Störarten sind in ihrem Bestand bedroht. Ursachen sind die Überfischung, der Handel mit Kaviar, der Ausbau von Fließgewässern und die Wasserverschmutzung. Insbesondere der Europäische Hausen, aber auch der Sternhausen und andere Arten werden in großen Mengen zur Gewinnung von Störeiern gefangen. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR besteht kein Schutz mehr für die Störe im Kaspischen Meer, die dortigen Bestände sind drastisch geschrumpft: In den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nahmen die Fangquoten, welche die Bestandssituation der Störe widerspiegeln, um etwa 90 Prozent ab. Auf Antrag der Bundesrepublik und der USA wurden 1997 alle Störarten in das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) aufgenommen; seit 1998 ist der Handel mit Kaviar deshalb genehmigungspflichtig und bedarf offizieller Aus- und Einfuhrdokumente. Das CITES-Sekretariat in Genf beschloss Anfang 2006 aufgrund der insbesondere auch durch illegalen Raubbau beeinflussten dramatischen Bestandssituation der Störe ein vorläufiges Verbot aller Kaviarexporte, soweit der Kaviar aus multinational befischten Gewässern stammt.
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