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Potsdam, Hauptstadt und größte Stadt des Bundeslandes Brandenburg. Potsdam liegt an der hier seenartig erweiterten Havel und grenzt im Nordosten an Berlin.
Wichtige Produktionszweige sind traditionell die Textilindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Herstellung chemischer Erzeugnisse. Seit den späten neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden viele Arbeitsplätze in den Bereichen Biotechnologie und Hightech. Potsdam ist darüber hinaus ein überregional bedeutendes Zentrum der Medienwirtschaft: In den Filmstudios von Potsdam-Babelsberg werden seit 1912 Filme gedreht. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat einen Standort in Potsdam, in der Stadt erscheinen außerdem mehrere Tageszeitungen.
Weite Teile des von Bauwerken aus Barock und Klassizismus geprägten historischen Stadtkerns erlitten im 2. Weltkrieg schwere Schäden. Von den Kriegszerstörungen verschont blieben z. B. das Holländische Viertel (1737-1742), die barocke Französische Kirche (1751/52) und die klassizistische Hauptwache (1796). Wiederhergestellt wurden u. a. die klassizistische Nikolaikirche und das barocke Rathaus. Architektonische Höhepunkte der Stadt sind mehrere Schlösser der Hohenzollern, darunter im Westen Schloss Sanssouci (1745-1747 erbaut) und das Neue Palais (1753-1756), die beide unter Friedrich II. errichtet wurden, sowie das Marmorpalais (1787-1791) und Schloss Cecilienhof (1913-1916) im Norden. Das Ensemble der Potsdamer Schlösser und Parks und der sie umgebenden Landschaft wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Zu den meistbesuchten Museen gehören das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, das Filmmuseum Potsdam, das Jan Bouman Haus zur Geschichte des Holländischen Viertels und das Naturkundemuseum. 2005 eröffnete in der 1826/27 entstandenen russischen Siedlung Alexandrowka ein Museum zur Historie dieser Kolonie. Potsdam ist ein wichtiger Standort für Wissenschaft und Forschung. Mehrere Hochschulen und Forschungsinstitute sind hier beheimatet, darunter die Universität Potsdam (1991), die Fachhochschule Potsdam (1991) sowie die Hochschule für Film und Fernsehen (1954). Potsdam ist u. a. Sitz des Instituts für Internationale Beziehungen und Rechtswissenschaften (1948), des Geoforschungszentrums Potsdam und des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik.
Die Stadt wurde 993 unter dem Namen Poztupimi erstmals urkundlich erwähnt. 1345 erhielt sie Stadtrechte und kam 1415 unter die Herrschaft der Hohenzollern. Kurfürst Friedrich Wilhelm baute Potsdam neben Berlin zu seiner zweiten Residenz aus. Am 8. November 1685 erließ er das Potsdamer Edikt, das Grundlage für die Einwanderung mehrerer tausend französischer Hugenotten nach Brandenburg war. Unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. wurde Potsdam zu einer bedeutenden Garnisonsstadt ausgebaut. Während des 2. Weltkrieges wurden Teile der Altstadt durch Bombenangriffe zerstört, nach dem Krieg erfolgte ein umfassender Wiederaufbau. 1945 fand im Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz statt, auf der sich Vertreter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der UdSSR über die Stellung Deutschlands im Europa der Nachkriegszeit zu einigen versuchten. Nach der Herstellung der deutschen Einheit 1990 wurde Potsdam Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 146 000.
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