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Drucktechniken, verschiedene Verfahren der Druckherstellung, wie z. B. Offsetdruck, Buchdruck, Flexodruck, Tiefdruck und Siebdruck. Bei diesen Drucktechniken werden möglichst einfache Verfahren angewandt, um Farben schnell auf Druckträger (z. B. Papier oder Kunststoff) zu übertragen. In einem Maschinenlauf können mehrere Farben gedruckt werden. Beim Schmuckfarbendruck setzt man für einzelne Farben fertig gemischte Druckfarben ein. Er wird häufig beim Verpackungsdruck eingesetzt, wo in der Regel große Flächen gleicher Farbe gedruckt werden müssen. Beim Offsetdruck verwendet man vier transparente Druckfarben – Cyan (Blaugrün), Magenta (Rot), Gelb und Schwarz. Mit diesem Verfahren lassen sich Farbphotographien und andere Vorlagen naturgetreu wiedergeben. Die meisten modernen Druckmaschinen übertragen die Druckfarbe von einer zylindrischen Druckoberfläche auf Bögen oder Bahnen des Bedruckstoffes. Druckmaschinen, mit denen man Bahnen bedruckt, können Geschwindigkeiten zwischen 600 und 900 Metern pro Minute erreichen. Die Maschinen für den Bogendruck sind allgemein langsamer. Allerdings lassen sich mit ihnen auch Bögen aus stärkerem Material, wie z. B. Karton oder Blech, bedrucken. Seit den sechziger Jahren haben die Fortschritte in der Photographie und in der Elektronik die Herstellung von Druckoberflächen tief greifend beeinflusst. Lichtempfindliche Materialien wie Diazo-Kunstharze und Photopolymere ermöglichen es, Druckoberflächen von langer Lebensdauer auf photographische statt auf mechanische Weise herzustellen. Mit Hilfe von Computern lassen sich innerhalb kurzer Zeit Filme anfertigen, durch die Originalabbildungen auf die entsprechenden Druckoberflächen übertragen werden. Einige Druckoberflächen können sogar direkt aufbereitet werden. Dazu setzt man Maschinen ein, die mit computergesteuerten Laserstrahlen oder Diamantnadeln arbeiten. Im Computer erstellte und in Datenbanken gespeicherte Vorlagen kann man heute ohne größere Zwischenschritte auf die Druckoberflächen bringen.
Ein vielseitiges Druckverfahren ist heute die Offsetlithographie. Die Grundlagen dazu lieferte gegen Ende des 18. Jahrhunderts der deutsche Kartograph Alois Senefelder, der mit Methoden zur Herstellung von Prägedruckoberflächen aus Kalkstein durch Ätzung experimentierte. Senefelder gilt als Begründer der Lithographie und fand heraus, dass eine geätzte Kalksteinoberfläche eine Druckfarbe auf Ölbasis abweist. Brachte man mit fetthaltiger Kreide eine Zeichnung auf einen nicht geätzten Kalkstein, so wurde die Kreide wasserabstoßend, nahm aber im Gegensatz dazu Druckfarbe auf. Ein ähnliches Ergebnis erzielte Senefelder mit fetthaltiger Tusche. Nachdem er die Zeichnung auf den Stein aufgebracht hatte, bestrich er die nicht bezeichneten Stellen mit saurer Gummi-Arabicum-Lösung. Anschließend färbte er die so behandelte Vorlage mit Tusche ein. Jede Zeichnung auf dem Stein ließ sich reproduzieren, indem man einen feuchten Bogen Papier mit der frisch eingefärbten Abbildung in Kontakt brachte. Mitunter gelang die Wiederholung dieses Vorgangs mehrere hundert Mal. Das Verfahren nannte Senefelder chemischen Druck, das Künstlern ermöglichte, viele Kopien von Freihandzeichnungen zu erstellen. Im späten 19. Jahrhundert verwendete man mehrere Steine zum Druck von bis zu 30 verschiedenen Farben auf einem einzigen Bogen Papier und schuf so Farblithographien von hervorragender Qualität. In der modernen Farblithographie erzielt man mit nur vier Druckfarben ein breites Spektrum natürlicher Farben.
Im frühen 20. Jahrhundert entdeckte man, dass sich Druckfarbe von einer Aluminiumdruckplatte zunächst auf eine Gummioberfläche und erst danach auf Papier übertragen ließ. Durch dieses Gummituch, wie man die Zwischenstufe aus Gummi nennt, konnte man Druckfarbe auf Papier und eine Vielzahl anderer Materialien übertragen, die sich nicht direkt bedrucken ließen, so z. B. Kunststoffe und Metalle. Da sich das weiche Gummituch der Struktur der zu bedruckenden Oberfläche anpasst, sind die lithographischen Abbildungen von höchster Qualität.
Die Funktion der ursprünglichen Steinoberflächen haben heute dünne Aluminiumplatten übernommen, doch können auch andere Materialien verwendet werden (z. B. Zink). Die Platten wickelt man um die Druckwalze und diese installiert man anschließend so, dass sie direkten Kontakt zur Farbwalze besitzt. Verschiedene Gummiwalzen führen der Plattenoberfläche Wasser und Druckfarbe zu. Die Farbe wird zunächst auf den Zylinder mit dem Tuch und dann auf das Papier übertragen. Die Tatsache, dass lithographische Platten heute die kostengünstigsten Druckoberflächen darstellen, hat viel zu der weiten Verbreitung des Verfahrens beigetragen. Beim photographischen Verfahren sind die Aluminiumplatten mit einer dünnen Oberfläche aus lichtempfindlichem Material, wie z. B. einem Photopolymer, beschichtet. Die Übertragung der Vorlagen auf die beschichtete Oberfläche erfolgt durch die Belichtung der Platte über ein Filmnegativ oder -positiv. Intensives blaues oder ultraviolettes Licht bewirkt an den belichteten Stellen des Photopolymers eine Veränderung der Löslichkeit. Diese Stellen werden gehärtet und dienen nach dem Auswaschen der unbelichteten Stellen aus der Schicht als Druckträger. Moderne Druckmaschinen für Offsetlithographie gibt es in verschiedenen Größen, von kleinen Vervielfältigungsgeräten mit Einzeleinzug – für einfarbige Arbeiten niedriger Auflage, wie Broschüren und Informationsblätter – bis hin zu riesigen Rotationsdruckmaschinen, die Millionen Exemplare von Magazinen, Katalogen und Verpackungsmaterialien in voller Farbe drucken können.
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