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Windows Live® Suchergebnisse EmotionEnzyklopädieartikel
Emotion, Begriff, der häufig und allgemein bekannt als Synonym für Gefühl verwendet wird. Gemeint sind aber im eigentlichen Sinne Gefühlsregungen, die sich in unterschiedlicher Intensität für die Außenwelt sichtbar oder unsichtbar vollziehen können. Emotionen sind somit nur ein Teil des komplexen menschlichen Gefühlslebens, das sich aus kognitiven und affektiven Elementen zusammensetzt. Lange Zeit hielt man die Äußerung von Gefühlen für eine rein menschliche Eigenschaft; Beobachtungen zeigten jedoch, dass auch Tiere zu Gefühlsäußerungen fähig sind, die über das instinkthafte Verhalten hinausgehen. In der Psychologie bezeichnet Emotion eine Reaktion, die von bestimmten physiologischen Veränderungen begleitet wird, wie z. B. eine beschleunigte oder verlangsamte Pulsfrequenz, eine erhöhte oder verminderte Aktivität bestimmter Drüsen oder eine Veränderung der Körpertemperatur. Diese Reaktionen regen das Individuum oder einen Teil seines Körpers zu weiteren Aktivitäten an. Die drei wichtigsten Reaktionen dieser Art sind Wut, Liebe und Trauer, die entweder als unmittelbare Reaktion auf Außenreize oder als Ergebnis eines indirekten subjektiven Prozesses wie dem Gedächtnis, einer Assoziation oder Selbstbeobachtung auftreten. Der amerikanische Psychologe John Watson bewies in einer Reihe von Experimenten mit Kleinkindern, dass sie bereits zu diesen drei grundlegenden Emotionen fähig sind; er zeigte auch, dass emotionale Reaktionen konditioniert werden können. Die äußeren Reize verlieren als direkte Verursacher emotionaler Reaktionen mit zunehmendem Alter des Individuums an Bedeutung. Die Reize, die diese Emotionen dennoch auslösen können, gewinnen an Komplexität. So kann dieselbe Situation, die bei einem Kleinkind eine wütende Reaktion hervorruft, bei einem Erwachsenen Angst verursachen. Wenn allerdings der Emotionsgrad der Reaktion steigt, nimmt auch die Ähnlichkeit zwischen den verschiedenen Reaktionen zu. Extreme Wut, Angst oder extremer Groll haben dann mehr gemeinsam als dieselben Reaktionen in weniger übersteigerten Stadien. Momentane physiologische Veränderungen oder Verzerrungen begleiten alle emotionellen Reaktionen, wie z. B. die beschleunigte Herztätigkeit während eines Wutanfalls. Angst kann sich ihrerseits in starken physischen Reaktionen wie Zittern oder vorübergehendem Stimmverlust äußern. Sie kann im Gegensatz dazu auch in einen Versuch münden, sie zu verbergen, z. B. hinter einer Fassade der Ungerührtheit oder gespielter Tapferkeit. Emotionen sind zu einem Großteil instinktgesteuert und damit rational schwer beherrschbar. Emotionale Störungen sind ein zentrales Feld psychologischer Forschung und Diagnostik. Neben übersteigerten Emotionen wie dem Affekt, Phobien und triebhaftem Verhalten sind vor allem Defizit-Erscheinungen bis hin zum emotionalen Analphabetismus (der auch als Folge körperlicher Symptome wie z. B. Magengeschwüre oder Senilität vorkommen kann) weit verbreitet. An der spezifischen inhaltlichen Ausbildung von Emotionen sind stets auch kognitive Aspekte beteiligt. Die Schachter-Singer-Zwei-Faktoren-Theorie ist insofern eine kognitive Emotionstheorie, als sie von einer inhaltlich unspezifischen, physiologisch bedingten Erregung ausgeht, die erst durch eine „richtungsgebende” Kognition daraus eine spezifische Emotion macht. Im Experiment zeigte sich Folgendes: Personen wurden aufgrund einer Adrenalininjektion in einen unspezifischen Erregungszustand versetzt und kamen anschließend in eine Situation, wodurch die Erregung entweder Ärger oder Freude zugeschrieben werden konnte. Tatsächlich erlebten sie entsprechend der vorgenommenen Ursachenzuschreibung entweder Ärger oder Freude. Diese kognitive Komponente, die aus der unspezifischen Erregung eine spezifische Emotion werden lässt, bezeichnet man als Attribution.
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