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Windows Live® Suchergebnisse Stressbedingte GesundheitsstörungenEnzyklopädieartikel
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Stressbedingte Gesundheitsstörungen, Krankheiten, die durch seelischen Stress verursacht oder verschlimmert werden. Diese psychosomatischen Störungen stehen gewöhnlich mit dem autonomen Nervensystem in Zusammenhang, das die inneren Organe des Körpers steuert. Manche Arten von Kopf-, Rücken- und Gesichtsschmerzen sowie Asthma, Magengeschwüre, hoher Blutdruck und das prämenstruelle Syndrom (Beschwerden vor Eintritt der Menstruationsblutung) sind Beispiele für Gesundheitsstörungen, die durch Stress bedingt sein können. Menschen in Stresssituationen sind anfälliger für zahlreiche Krankheiten. Schwerwiegende negative Ereignisse wie der Tod einer nahe stehenden Person scheinen so viel seelischen Schmerz auszulösen, dass die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt werden. Aber auch positive Veränderungen wie ein neuer Arbeitsplatz oder die Geburt eines neuen Familienmitglieds können die normale Fähigkeit eines Menschen, Krankheiten abzuwehren, beeinträchtigen.
Stress kann auf die Entwicklung vieler Krankheiten einen gewissen Einfluss ausüben – beispielsweise auf Erkältungen oder Tuberkulose – und steht mit manchen Störungen in unmittelbarem Zusammenhang. Menschen der Vorzeit waren ständiger körperlicher Bedrohung durch Raubtiere, Naturgewalten und feindliche Artgenossen ausgesetzt. Dies zwingt den Körper zu Anpassungen, um Gefahrensituationen gewachsen zu sein: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, und auch andere Systeme des Körpers bereiten sich auf die Bedrohung vor. Wenn ein Mensch auf eine Gefahr angemessen reagiert, werden die normalen Funktionen des Körpers anschließend wiederhergestellt. Flucht oder Kampf können erfolgversprechende Verhaltensweisen sein, um mit körperlicher Bedrohung fertig zu werden. Physiologische Probleme treten jedoch auf, wenn der Körper zwar bereit ist, auf eine Bedrohung zu reagieren, aber nicht handeln kann. Gerät man z. B. in einen Verkehrsstau, wird sich der Körper möglicherweise auf eine Stressreaktion vorbereiten. Wenn diese Reaktion aber nicht ausgeführt werden kann, bleiben die Körpersysteme hochgradig aktiv. Wiederholen sich derartige Situationen permanent, können Störungen wie Bluthochdruck die Folge sein. Stress durch die Trennung von der Mutter unmittelbar nach der Geburt kann zumindest bei Ratten sogar zu hirnorganischen Schäden führen: Bei Versuchstieren bildeten sich unter dieser Voraussetzung im Hippocampus (einer für Lernen und Gefühle wichtigen Gehirnregion) deutlich weniger Zellen aus. Die Ratten standen offenbar aufgrund dieser Schädigung auch als Erwachsene fortwährend unter Stress, der sich in übersteigerter Ängstlichkeit und verminderter Lernfähigkeit zeigte (Nature Neuroscience, 2004).
Hoher Blutdruck (Hypertonie) zählt zu den häufigsten Gesundheitsstörungen, die sich durch Stress verschlimmern. Obwohl mit Hypertonie keine auffallenden Symptome verbunden sind, kann sie zu Nierenschädigungen und Schlaganfall führen. Weitere stressbedingte Störungen, die sogar noch häufiger auftreten, sind gastrointestinale Erkrankungen (Störungen des Magen-Darm-Traktes). Zu den schwerwiegenderen dieser Krankheiten zählen Magengeschwüre und Anorexia nervosa. Ursachen für Magengeschwüre sind die Überproduktion von Magensaft oder eine Überempfindlichkeit der Magenschleimhaut, die auch Übelkeit und Magenschmerzen zur Folge hat. Anorexia nervosa ist unter heranwachsenden Mädchen am häufigsten verbreitet – diese Störung geht mit einer Verweigerung der Nahrungsaufnahme einher, die im Extremfall zum Tod führen kann. Andere stressbedingte gastrointestinale Störungen betreffen den Darm: Dazu zählen ulzeröse Colitis (Dickdarmentzündung mit Geschwürbildung) und Enteritis (Dünndarmentzündung). Auch Erkrankungen der Atemwege können durch Stress beeinflusst werden. Von diesen Störungen tritt Asthma, das durch emotionale Spannungen ausgelöst werden kann, am häufigsten auf. Asthmaanfälle sind gekennzeichnet durch pfeifendes Atmen, Keuchen und starkes Beengungsgefühl. Darüber hinaus kann emotionaler Stress viele Hauterkrankungen, deren Symptome von Juckreiz und Schmerz bis zu Ausschlag und Pusteln reichen, verursachen oder verschlimmern, und er kann die Wundheilung verzögern. Einschneidende traumatische Ereignisse wie Unfälle, Katastrophen und Kriegserfahrungen können zu einem Leiden führen, das heute als posttraumatische Belastungsreaktion (englisch post-traumatic stress disorder, PTSD) bezeichnet wird. Im Krieg wurde diese Störung früher als Kriegs- oder Bombenneurose bezeichnet. Unter diesem Stresssyndrom litten viele amerikanische Vietnamveteranen; ihre Wiedereingliederung in das zivile Leben erwies sich häufig als problematisch. Die Symptome können unter Umständen erst Monate nach dem erlittenen traumatischen Erlebnis auftreten. Sie äußern sich nach anfänglicher Abgestumpftheit u. a. in nervöser Reizbarkeit, Kontaktstörungen und Depression. Auch Stress, wie er etwa durch den Verlust eines Arbeitsplatzes entsteht, kann zu Depressionen führen. Zwischen Depressionen und Stress besteht zudem eine Wechselwirkung, denn die Nebennieren depressiver Menschen produzieren erheblich größere Mengen des Stresshormons Hydrocortison.
Psychologische Therapien zielen darauf ab, dem Patienten zu helfen, die Stressursache zu beheben oder zumindest zu lernen, sie erfolgreicher zu bewältigen. Oft wird eine kombinierte körperliche und psychologische Behandlung empfohlen. Die Therapie stressbedingter Gesundheitsstörungen bleibt jedoch oft darauf begrenzt, die aufgetretenen körperlichen Symptome zu lindern, z. B. indem Hypertonie mit Medikamenten behandelt wird. Siehe auch Burn-out-Syndrom
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