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KubaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Sozialgesetzgebung ist nach der Revolution von 1959 erweitert worden und umfasst eine Kranken-, Unfall-, Alters- und Arbeitslosenversicherung sowie eine Invaliden- und Mutterschaftsrente. In den achtziger Jahren wurde auch das staatliche Gesundheitswesen erheblich verbessert. Besonderen Wert legte die Regierung dabei auf die medizinische Vorsorge. Viele junge Ärzte wurden während der vergangenen Jahre in ländliche Regionen versetzt, wo es zuvor keine medizinische Betreuung gegeben hatte. Die medizinische Versorgung ist kostenlos.
Es besteht eine 9-jährige Schulpflicht, der Schulbesuch ist kostenlos. Nach der kubanischen Revolution maß der Staat dem Ausbau des Schul- und Bildungswesens hohe Bedeutung zu. Gegen Ende der sechziger Jahre wurden in ländlichen Gebieten ungefähr 10 000 neue Klassenräume eingerichtet. Es wurden fahrende Büchereien eingeführt und alle kirchlichen Schulen verstaatlicht. An den Hochschulen des Landes sind etwas mehr als 100 000 Studenten immatrikuliert. Größte Universität des Landes ist die Universität in Habana (gegründet 1728). Die verbreitetste Fremdsprache ist Englisch, gefolgt von Deutsch und Französisch. Im Zuge der Alphabetisierungskampagne konnte der Alphabetisierungsgrad auf 97,3 Prozent erhöht werden und gehört damit zu den höchsten in Amerika.
Die Nationalbibliothek in Habana ist die größte in Kuba und verfügt über rund 2,2 Millionen Bände. Stadtbüchereien gibt es in Habana und den Provinzhauptstädten. Das Nationalmuseum der Hauptstadt beherbergt neben Objekten der einheimischen Kultur auch Sammlungen der klassischen und der modernen Kunst. Weitere große Museen Habanas sind das Kolonialmuseum und das Anthropologische Museum. Das Emilio Bacardi Moreau Museum für Naturkunde und Kunst befindet sich in Santiago de Cuba und das Oscar M. de Rojas Museum in Cárdenas. Alle Bibliotheken und Museen unterstehen der Aufsicht des Staates. Darüber hinaus fördern kubanische Städte das kulturelle Leben und unterhalten Theater- und Balletthäuser.
In die Kultur Kubas sind spanische und afrikanische Traditionen eingeflossen. Die Kombination von spanischer Gitarre und afrikanischen Trommeln verleiht der populären kubanischen Musik (Rumba und Son) ihre ganz eigenen Formen. Ein Teil der Volksmusik, wie z. B. Punto, Zapateo und Guajira, ist stark durch die europäische Musik beeinflusst (siehe lateinamerikanische Musik). Bekannte kubanische Schriftsteller sind die Dichter Gertrudis Gómez de Avellaneda y Arteaga und Julián del Casal (19. Jahrhundert) sowie die zeitgenössischen Schriftsteller Alejo Carpentier, José Lezama Lima und Guillermo Cabrera Infante (siehe lateinamerikanische Literatur). Wifredo Lam (1902-1982) gehörte zu den maßgeblichen Malern des Surrealismus. Von den zeitgenössischen bildenden Künstlern konnten sich Tania Bruguera (*1968) und Kcho international durchsetzen.
Der Staat hält das Monopol über alle Medien. Die Pressefreiheit ist sehr stark eingeschränkt. Als Zentralorgan der Kommunistischen Partei erscheint die Tageszeitung Granma. Wochenzeitungen sind Trabajadores (Organ des Gewerkschaftsverbandes) und Juventud Rebelde (Organ des Jugendverbandes). Das Instituto Cubano de Radio y Televisión (ICRT) unterhält zwei Fernsehkanäle und mehrere Hörfunksender. Der Zugang zum Internet wird staatlicherseits streng kontrolliert, der Kauf von Computern, auch für den privaten Gebrauch, bedarf einer behördlichen Genehmigung.
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