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Tauschwert

Enzyklopädieartikel

Tauschwert, in den Wirtschaftswissenschaften der Wert einer Ware oder einer Dienstleistung gemessen am Wert anderer Waren oder Dienstleistungen. Der Begriff bezieht sich im Allgemeinen auf den Preis, zu dem ein Gegenstand verkauft wird. Der Wert eines Gegenstandes am Markt hängt davon ab, wie knapp und begehrenswert er ist. Man unterscheidet gewöhnlich zwischen dem Marktwert und dem natürlichen Wert. Der Marktpreis bildet sich bei freier Konkurrenz als Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Der natürliche Preis hängt allein von der Arbeitsmenge ab, die zur Erstellung eines Gutes eingesetzt wurde.

Der Begriff Tauschwert ist auch ein zentraler Begriff der marxistischen Theorie. Während der Gebrauchswert einer Ware deren nützliche Eigenschaften bezeichnet, die sich aus ihrer stofflichen Natur ergeben, ist der Wert einer Ware durch die Menge an gesellschaftlich durchschnittlich notwendiger Arbeit bestimmt, die zur Herstellung der Ware verausgabt werden muss. Der Tauschwert bringt diesen „inneren” Wert der Ware nach außen in Geldform zum Ausdruck. Marx weist darauf hin, dass Arbeitsprodukte nur dann zur Ware werden, wenn das Eigentum die Aneignung der Güter an Kauf und Verkauf knüpfe, also an den Austausch gegen Geld. In der modernen kapitalistischen Gesellschaft bestehe der Zweck allen Wirtschaftens im Geldverdienen. Dies schließt nach Marx ein, dass Bedürfnisse unbefriedigt bleiben, wenn sie nicht mit (genügend) Kaufkraft ausgestattet sind. Produktion finde nur statt, wenn sie einen Gewinn abwerfe; sei das nicht der Fall, würden Fabriken geschlossen und Arbeitskräfte entlassen, auch wenn für die hergestellten Produkte ein dringender Bedarf bestehe. Da die Erzeugung von Gebrauchswerten nur Mittel für die Erlangung des Tauschwerts sei, werde versucht, den Konsumenten Produkte minderer Qualität zu verkaufen. Eine tauschwertorientierte Gesellschaft, so Marx, bezwecke nicht die Versorgung ihrer Mitglieder mit nützlichen Gütern, sondern die Vermehrung von Geld in den Händen derer, die bereits über Kapital verfügten. Ferner schließe eine tauschwertorientierte Produktion die Aneignung der Arbeitsproduktivität durch die Unternehmenseigentümer (Mehrwertproduktion) ein; verbunden damit sei ein menschenverachtender Umgang mit der Arbeiterklasse.

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