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Windows Live® Suchergebnisse MaterialismusEnzyklopädieartikel
Materialismus, in der Philosophie eine Lehre, nach der die gesamte Existenz auf Materie bzw. einem Attribut oder Effekt derselben beruht. Materie ist die letzte Wiklichkeit, und auch das Phänomen des Bewusstseins lässt sich als Austausch physiochemischer Stoffe im Nervensystem erklären. Damit bildet der Materialismus den Gegenpol zum Idealismus, der die Überlegenheit des Geistes hervorhebt und Materie als dessen Produkt oder Vergegenständlichung begreift. Der radikale oder absolute Materialismus wird als materialistischer Monismus bezeichnet. In seinen Elements of Dynamic (1879-1887, Elemente der Dynamik) behauptet der britische Metaphysiker W. K. Clifford, ein führender Vertreter des Monismus, dass Geist und Materie anteilig ineinanderfließen und sich gegenseitig ergänzen. Die frühen griechischen Denker verfochten häufig eine als Hylozoismus bekannte Variante des Materialismus, welche Materie und Leben gleichsetzt. Die verwandte Lehre des Hylotheismus hält Materie für göttlich oder leugnet eine von ihr unabhängige Existenz Gottes. Der kosmologische Materialismus strebt eine materialistische Interpretation des Universums an. Der antireligiöse Materialismus entspringt einer gegen die Dogmen der institutionalisierten Kirche gerichteten Geisteshaltung, die insbesondere das Christentum ablehnt. Zu den wichtigsten Repräsentanten dieser Strömung gehörten die im 18. Jahrhundert lebenden französischen Philosophen Denis Diderot, Paul Henri d'Holbach und Julien Offroy de La Mettrie. Der historische Materialismus fand seine theoretische Grundlage in den Werken von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin. Diese betonten, dass das vorherrschende ökonomische System einer Epoche nicht nur die jeweiligen materiellen Bedürfnisse des Lebens, sondern auch die Struktur der Gesellschaft und deren Überbau – Religion, Ethik, Wissenschaft und Kunst – bestimme. Moderne materialistische Positionen stehen in der Regel unter dem Einfluss der Evolutionstheorie oder bilden selbst eine Erweiterung dieser Lehre. Bei ihren Befürwortern paart sich der Materialismus mit einer atheistischen Grundeinstellung. Ihnen geht es darum, zu zeigen, dass die Vielfalt und Verschiedenheit der Arten nicht auf einer übernatürlichen Schöpfung, sondern allein auf biologischen Prozessen beruht.
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