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Fluss

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Flüsse in Deutschland, Österreich und der SchweizFlüsse in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Artikelgliederung
1

Einleitung

Fluss, natürliches Fließgewässer, das einen bestimmten Ausschnitt der festen Erdoberfläche, sein Einzugsgebiet, entwässert. Der Wasserlauf besitzt ein von Ufern deutlich begrenztes Flussbett. Landläufig werden Flüsse nach der Wasserspiegelbreite und der Fläche ihres Einzugsgebiets als Fließgewässer mittlerer Größenordnung von den kleineren Bächen und den größeren Strömen unterschieden. Diese Einteilung ist weder einheitlich noch verbindlich.

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Entstehung

Wasserläufe können nur in Klimazonen entstehen, in denen der Niederschlag die Verdunstung und Versickerung überwiegt. Sie sind hauptsächlich Phänomene humider Klimazonen, können bei Starkregen aber auch kurzfristig im ariden Klima fließen. Flüsse, die in Gebieten mit Wasserüberschuss entspringen und dann auf ihrem Lauf eine aride Zone erreichen, werden als Fremdlingsflüsse bezeichnet. Beispiele hierfür sind der Indus und der Nil. Das Wasser der Flüsse stammt zum größten Teil aus dem Zustrom von Grundwasser und dem oberirdischen Abfluss. Die direkte Zufuhr durch Niederschläge spielt dagegen eine unbedeutende Rolle. Wasserverluste treten durch Verdunstung, Versickerung im Flussbett und Wasserentnahme durch den Menschen auf.

Die meisten Flüsse entspringen in Quellen, andere entstehen durch die Vereinigung von Quellflüssen oder haben ihren Ursprung in Seen. Gewöhnlich münden die Wasserläufe in Meere, wie z. B. der Nil, der als längster Fluss der Welt erst nach rund 6 670 Kilometern im Mittelmeer mündet. Bei anderen Flüssen endet der Lauf weit von der Küste entfernt in so genannten Endseen, wo das Wasser verdunstet und versickert. Für Karstgebiete ist es typisch, dass ein Fluss vollständig versickert und wie die Reka in Slowenien seinen Lauf als Höhlenfluss fortsetzt.

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Hydrologie

Jeder Fluss ist ein wichtiges Glied im Wasserkreislauf. Die Meeresoberflächen als wesentliche Wasserdampfquellen der Erde liefern auch einen beträchtlichen Anteil der Niederschläge auf die Landoberfläche. Ohne den ständigen Rückfluss würden die Meere bei einer mittleren jährlichen Verdunstungshöhe von rund 1 200 Millimetern in dem erdgeschichtlich kurzen Zeitraum von etwa 10 000 Jahren vollständig austrocknen.

Die Weltkarte der Abflusshöhen zeigt enorme Gegensätze: Von der Arabischen Halbinsel fließt z. B. praktisch kein Wasser zurück ins Meer, von den stark beregneten Kordilleren Nord- und Südamerikas dagegen zum Teil über 4 000 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Insgesamt beträgt die jährliche Wasserzufuhr durch die Flüsse rund 40 000 Kubikkilometer. Davon fließen allein 16 Prozent durch den Amazonas, den wasserreichsten Strom der Erde, zum Atlantischen Ozean.

Flüsse haben sehr unterschiedliche Wasserführungen; dies betrifft die Wassermenge wie auch den Jahresgang des Abflusses. Zwischen der Größe des Einzugsgebietes und den Wassermassen, die an der Mündung ins Meer strömen, bestehen nur lockere Beziehungen. So nimmt der Jangtsekiang gemessen an der Fläche seines Einzugsgebiets weltweit nur den elften Rang ein, liefert jedoch den drittgrößten Abfluss. Alle Riesenströme sind perennierende (ständig Wasser führende) Flüsse. Regelmäßig zeitweilig Wasser führende Fließgewässer werden als periodische Flüsse bezeichnet, unregelmäßig zeitweilig Wasser führende als episodische Flüsse. Eine weitere Untergliederung ergibt sich nach dem Abflussregime.

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Fluviale Formen

Fließgewässer prägen durch Erosion, Transport und Sedimentation die Landschaftsformen auf etwa 80 Prozent des Festlandes. Die fluviale Formung ist damit in der Geomorphologie die bei weitem wichtigste Prozessgruppe. Je nach Fließgeschwindigkeit, Wasserführung und Härte der Gesteinsschichten, in die sich die Flüsse einschneiden, entstehen unterschiedliche Formen. In einem idealtypischen Oberlauf mit starkem Gefälle und hoher Fließgeschwindigkeit schürfen Wasserläufe Schluchten und Kerbtäler aus. Im Mittellauf verstärkt sich bei zunehmendem Abfluss und abnehmender Fließgeschwindigkeit die Seitenerosion, die Täler mit breiter Sohle formt. Im Unterlauf erlahmt die Transportkraft, und es entstehen Schwemmfächer und Schwemmländer bzw. an der Einmündung des Flusses ins Meer oder in einen See Deltas.

Diese im Grundriss meist dreieckigen fluvialen Formen schieben sich in die stehenden Gewässer vor. Beim Delta der Wolga, Europas längstem Fluss, beträgt die mittlere Ausbreitung des Deltas 170 Meter pro Jahr. Daran ist zu erkennen, dass Flüsse nicht nur Wassermassen, sondern auch Geröll, Sand und Schlamm transportieren. Ganges, Brahmaputra und Huang He verfrachten zusammen jährlich rund 4,5 Milliarden Tonnen Feststoffe ins Meer; hinzu kommen die gelösten Substanzen.

Auswertungen von Sedimenten lassen erkennen, dass Flüsse wahrscheinlich schon seit der Bildung der ersten kontinentalen Erdkruste vor etwa vier Milliarden Jahren maßgeblich an der Formung der Landoberfläche beteiligt sind. Es gibt nur wenige Seen, die älter als 25 000 Jahre sind; die meisten gegenwärtigen Flüsse haben ein höheres Alter. Die Geschichte einiger mitteleuropäischer Flüsse reicht z. B. bis in die Kreide vor mehr als 65 Millionen Jahren zurück.

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