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Nordamerikanischer Unabhängigkeitskrieg

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Amerikanische Soldaten des UnabhängigkeitskriegesAmerikanische Soldaten des Unabhängigkeitskrieges
Artikelgliederung
7

Das Bündnis mit Frankreich

Das Jahr 1777 gilt als Wendepunkt im Unabhängigkeitskrieg. Frankreich, das 1763 von Großbritannien besiegt wurde, hatte seit Beginn der Revolution den Kolonien insgeheim Unterstützung in Form von Geld und Waffen zukommen lassen. Der amerikanische Sieg bei Saratoga und Washingtons Kämpfe bei Germantown überzeugten die Franzosen, dass die Amerikaner gute Chancen hatten, den Krieg zu gewinnen. Im Februar 1778 erkannte Frankreich die Unabhängigkeit der Kolonien an und unterzeichnete mit dem neuen Staat einen Handelsvertrag und ein Bündnis. Im April 1778 segelte eine französische Flotte unter Graf d’Estaing nach Amerika. Sir Henry Clinton, der die Nachfolge von William Howe als Befehlshaber der britischen Truppen in Philadelphia angetreten hatte, ließ angesichts dieser Bedrohung die Stadt evakuieren und marschierte Richtung Norden. Washington verfolgte ihn, griff ihn am 28. Juni bei Monmouth Courthouse ohne Erfolg an und musste sich zurückziehen.

Die französische Flotte erreichte Anfang Juli Nordamerika, konnte vorerst jedoch nichts gegen die britische Flotte ausrichten und zog sich Anfang November zu den Westindischen Inseln zurück.

8

Die Wende

1779 waren weder die amerikanische Armee noch die britischen Streitkräfte in der Lage, große militärische Operationen durchzuführen, doch die Amerikaner waren im Vorteil. Washington war es gelungen, die Briten so lange an einer Rückeroberung der Nordstaaten zu hindern, bis er eine gut ausgebildete Kontinentalarmee zur Unterstützung der Milizen zusammengestellt hatte. Anfang 1779 erhielten die Amerikaner in ihrem Kampf gegen die Briten weitere Unterstützung: Spanien hatte sich Frankreich angeschlossen, und Großbritannien sah sich mit der Aussicht auf einen europäischen Krieg konfrontiert. In der Folge zogen deshalb die Briten immer mehr See- und Landstreitkräfte aus Amerika ab.

9

Die britischen Operationen im Süden

Die britische Regierung änderte angesichts der Kapitulation Burgoynes bei Saratoga, des Kriegseintritts Frankreichs und einer zunehmenden parlamentarischen Opposition ihre Strategie: Sie plante jetzt die schrittweise Rückeroberung der Südstaaten, anschließend einen Vorstoß in Richtung Norden. Man baute auf die Loyalisten in den Südstaaten, die sich, so hoffte man, erheben würden, um die Rebellen zu vertreiben, und die später die zivile Regierung übernehmen könnten. Die Briten entschieden sich für diese Strategie auf den zweifelhaften Rat von Exilanten hin; die hatten allerdings stark übertrieben, was Anzahl und Durchsetzungsfähigkeit der Loyalisten anbetraf. Am 29. Dezember 1778 nahm eine 3 500 Mann starke britische Einheit aus New York Savannah ein und gewann anschließend die Kontrolle über weitere Orte in Georgia. Die Amerikaner konnten bis zum Sommer 1799 im Westen und Norden einige kleinere Erfolge gegen britische Festungen verbuchen.

Im Süden entwickelte sich die Situation zuungunsten der Amerikaner: Am 9. Oktober 1779 schlossen sich die amerikanischen Streitkräfte mit den französischen unter d’Estaing in einem Sturmangriff auf Savannah zusammen und wurden von den Briten abgewehrt. D’Estaing segelte nach dieser Operation nach Frankreich zurück. Die Amerikaner wurden dann in Charleston von einer überlegenen britischen Streitkraft eingekesselt und mussten sich im Mai 1780 ergeben.

In South Carolina schlugen am 16. August die Briten bei Camden amerikanische Einheiten in die Flucht; im Gegenzug konnten die Amerikaner am 7. Oktober bei Kings Mountain und am 17. Januar 1781 bei Cowpens britische Truppen überwältigen. In North Carolina brachten die Kämpfe zunächst keine Entscheidung; aber schließlich gelang es den Amerikanern, das gesamte Hinterland von Carolina unter ihre Kontrolle zu bringen.

9.1

Der Weg zum Frieden

Zwei Jahre hatte Washington auf eine Entscheidung im Krieg gewartet. Ein Geheimdienst unter der Leitung von Benjamin Franklin, einem der amerikanischen Vertreter in Paris, hielt ihn über die Lage in Großbritannien und Frankreich auf dem Laufenden. Franklins Berichte brachten Washington zu der Überzeugung, dass sich in Großbritannien die Öffentlichkeit bald gegen eine Fortführung des Krieges aussprechen würde. Ein weiterer militärischer Misserfolg der Briten wie in Saratoga würde den König und seine Minister zwingen, Frieden zu schließen und die Unabhängigkeit Amerikas anzuerkennen. Ein Sieg über die Briten war aber nur im Verbund mit Frankreich, vor allem mit der französischen Marine, zu erringen. Franklin konnte die französische Regierung zu einem erneuten Eingreifen in Nordamerika überreden; und die französische Marine war bestens ausgerüstet und auf einen Krieg vorbereitet. Im März 1781 nahmen 29 französische Kriegsschiffe Kurs auf Nordamerika.

Mitte August entschloss sich Washington, die Briten unter Cornwallis bei Yorktown anzugreifen. Die französische Flotte erreichte am 30. August das Kap von Chesapeake bei Yorktown, vertrieb die britische Flotte und setzte Cornwallis’ Armee fest. Die Miliz von Virginia und etwa 16 000 amerikanische und französische Soldaten belagerten unter Washingtons Befehl Yorktown. Cornwallis machte mehrere Versuche, die Linien der Gegner zu durchbrechen; am 19. Oktober 1781 musste er kapitulieren.

10

Der Frieden von Paris

Yorktown markierte das Ende des Krieges in Nordamerika; der Frieden von Paris wurde erst knapp zwei Jahre später, am 3. September 1783, unterzeichnet. In diesem Vertrag erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit seiner ehemaligen nordamerikanischen Kolonien, der Vereinigten Staaten von Amerika, an.

Washington, dem in erster Linie der Sieg der Amerikaner zu verdanken war, wurde am 4. Dezember 1783 in New York von seinen Offizieren verabschiedet; am 23. Dezember übertrug er sein Kommando wieder an den Kongress und zog sich vorerst ins Privatleben zurück.

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