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    Vergil (* 15. Oktober 70 v. Chr. in Andes bei Mantua; † 21. September 19 v. Chr. in Brindisi), eigentlich Publius Vergilius Maro (nach einer in der Spätantike entstandenen ...

  • Vergil

    Vergil. Herkunft, Kindheit und Ausbildung. Publius Vergilius Maro wurde 7o v.Chr. in Andes bei Mantua als Sohn einfacher, aber nicht unvermögender Gutsbesitzer geboren.

  • Vergil - der Dichter des römischen Nationalepos

    Vergil – der Dichter des römischen Nationalepos. Auszug aus Ilse Becher: "Vergilius" in: Irmscher, Johannes (Hg.): Lexikon der Antike. Digitale Bibliothek, Band 18:

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Vergil

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VergilVergil
Artikelgliederung
1

Einleitung

Vergil, selten Virgil, eigentlich Publius Vergilius Maro, (70 v. Chr. bis 19 v. Chr.), römischer Dichter. Er verfasste in lateinischer Sprache das römische Nationalepos Aeneis, das als eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur die europäische Literaturentwicklung in hohem Maße beeinflusste.

Vergil wurde am 15. Oktober des Jahres 70 v. Chr. in Andes (heute Pietole, bei Mantua) geboren. Obgleich er aus bäuerlichen Verhältnissen stammte, genoss er in Cremona, Mailand, Rom und Neapel eine sorgfältige Ausbildung in griechischer und römischer Literatur, Rhetorik und Philosophie. Zwischen 55 und 50 v. Chr. kam er nach Rom. Dank der großzügigen Unterstützung von Gaius Maecenas konnte er sich von nun an ganz der Literatur und dem Studium antiker Schriften widmen. Zu seinem Freundeskreis zählten neben seinem Förderer Maecenas spätestens seit 42 v. Chr. auch Oktavian (der später als Kaiser Augustus den Thron bestieg) sowie eine Vielzahl bekannter Dichter, darunter Gaius Cornelius Gallus, Horaz, Properz und Lucius Varius Rufus. Danach lebte Vergil lange Zeit in Neapel, wo er mit den Lehren der Epikureer in Berührung kam, und in Nola. Im Jahr 19 v. Chr. reiste Vergil nach Griechenland und Asien. Er plante, während dieser Reise sein nahezu vollendetes Meisterwerk, die Aeneis, ein letztes Mal zu überarbeiten und sich danach philosophischen Studien zu widmen. In Athen traf er mit Augustus zusammen und begleitete diesen auf der Rückreise nach Italien. Während der Fahrt erkrankte Vergil und starb kurz nach der Ankunft des Schiffes am 21. September des Jahres 19 v. Chr. in Brundisium (heute Brindisi). Auf dem Sterbebett bestimmte er, dass die Aeneis vernichtet werden sollte. Auf Augustus’ Weisung hin wurde die Dichtung jedoch von Lucius Varius Rufus und Plotius Tucca veröffentlicht.

2

Kleinere Werke

Die Appendix Vergiliana, eine Sammlung von Dichtungen, wurde im Altertum vollständig Vergil zugeschrieben. Sie umfasst Epyllien (Ciris, Culex), Elegien (Lydia, Copa), ein Lehrgedicht (Aetna) sowie mehrere kürzere Dichtungen, die als Catalepton („Fein ausgearbeitete Kleinigkeiten”) bezeichnet werden. Die Sammlung erinnert in Form und Inhalt an die Werke der hellenistischen Dichter Alexandrias; in vielen der Gedichte manifestierte sich aber auch der Einfluss des römischen Dichters Catull und seiner Schüler. Man ist sich heute einig, dass nicht alle Dichtungen dieser Sammlung von Vergil verfasst wurden. Bei einzelnen Stücken aus Catalepton, die das Leben Vergils beschreiben, könnte es sich um Jugendgedichte aus seiner Feder handeln. Die Dichtung Aetna allerdings wird im Allgemeinen auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert.

3

Die Eclogae

Im Jahr 39 v. Chr. vollendete Vergil sein erstes bedeutendes Werk, die aus zehn Hirtengedichten bestehenden Eclogae (Eklogen), das auch Bucolica genannt wird (siehe Schäferdichtung). Als Vorbild für diese Dichtungen dienten ihm die Eidyllia (Idyllen) des Theokrit, eines alexandrinischen Dichters aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Mit Arkadien als Schauplatz wählte Vergil jedoch, hierin von Theokrit abweichend, einen poetisch stilisierten, weniger realen Hintergrund für seine Hirtengedichte. Obgleich sich in dem Werk traditionelle Elemente der Hirtendichtung bzw. Idylle wie das gutmütige Geplänkel der Hirten, ihre Liebes- und Trauerlieder und ihr Wettsingen finden, erhielten die Eclogae ein eigenes römisches Gepräge, indem Vergil sie durch real existierende Personen und tatsächliche Ereignisse ergänzte oder in Anspielungen oder Allegorien auf solche verwies. Die berühmte vierte Ekloge, in der die Geburt eines Kindes zugleich ein neues Zeitalter des Friedens und des Wohlstands einleiten soll, wurde in der christlichen Tradition insbesondere während des Mittelalters als Ankündigung der Geburt Jesu Christi betrachtet.

4

Die Georgica

Die Georgica entstand als Lehrgedicht vom Landbau zwischen 37 und 29 v. Chr. Die äußerst kunstvoll komponierte Dichtung weist Vergil als bedeutendsten Dichter seines Zeitalters aus. Obgleich nach Art eines Leitfadens abgefasst, sollte das Werk vielmehr dem Städter die Ordnung der ländlichen Welt begreiflich machen, zugleich aber auch das Bauerntum als eigentlich ideale – und urrömische – Lebensform ausweisen („Überglücklich die Bauern, wenn sie nur ihrer ureigensten Güter inne würden!”). Themenkreise wie Krieg und Frieden, Tod und Auferstehung schließen jeweils die vier Bücher ab und verleihen dem Gesamtwerk universellen Charakter.

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