Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse PlantageEnzyklopädieartikel
Plantage (aus lateinisch plantare bzw. französisch planter: pflanzen), großflächige landwirtschaftliche Betriebsform in den Tropen und Subtropen, die – meist in Form von Monokulturen – der Erzeugung pflanzlicher Produkte dient, die überwiegend im Export vermarktet werden. Die Plantagenwirtschaft wurde von den Europäern in ihren Kolonien eingeführt. Sie steht im Gegensatz zu den dort üblichen Bewirtschaftungsweisen der lokalen Bevölkerung, die zumeist in Form der Selbstversorgung und auf kleinen Flächen mit wechselnder Bepflanzung durchgeführt wird. Übliche Anbauprodukte auf Plantagen sind Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Ananas und Kautschuk. Üblich ist eine Betriebsführung ähnlich wie in einer großen Fabrik, mit einem Betriebsführer – der von dem häufig im Ausland ansässigen Besitzer der Plantage eingesetzt wird und nur selten selbst Eigentümer ist – sowie einigen wenigen Aufsehern, jedoch einer großen Zahl einfacher Landarbeiter, die auf Lohnbasis und oft nur saisonal, etwa zur Erntezeit, dort beschäftigt sind. In der Vergangenheit war die Plantagenwirtschaft untrennbar mit der Sklaverei verbunden. In den USA wurden die ersten Plantagen im 17. Jahrhundert im Süden angelegt. Zunächst beschäftigten sie für den Tabakanbau dort weiße Tagelöhner, doch seit dem ersten Transport schwarzer Sklaven aus Afrika nach Virginia im Jahr 1619 zunehmend oder fast ausschließlich Schwarze. Dies gilt auch für viele Länder Lateinamerikas, wo die Sklaven unter menschenunwürdigen Bedingungen sehr hart arbeiten mussten. Auch nach der schrittweisen Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert setzte sich in einigen Ländern die Plantagenbewirtschaftung mit Landarbeitern, die unter sklavenähnlichen Bedingungen gehalten wurden, noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fort.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |