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Bagdad

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Der Tigris bei BagdadDer Tigris bei Bagdad
Artikelgliederung
1

Einleitung

Bagdad oder Baghdad, Hauptstadt des Irak, am Tigris, etwa 34 Meter über dem Meeresspiegel. Die im Zentrum des Landes gelegene Stadt ist die größte Stadt des arabischen Vorderasien.

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Wirtschaft

Bagdad ist als Kreuzungspunkt wichtiger Fernverkehrsstraßen und Eisenbahnlinien sowie als Standort eines internationalen Flughafens ein bedeutendes Verkehrszentrum. Darüber hinaus ist die Stadt das herausragende Wirtschaftszentrum des Irak. Zu den wichtigsten Produktionszweigen gehören die Verarbeitung von Erdöl, die Herstellung von Nahrungsmitteln, Haushaltsgeräten, Textilien und Bekleidung. Lederwaren, Schmuck und Teppiche werden überwiegend in Handarbeit hergestellt und auf Basaren verkauft. Diese Märkte bestehen aus aneinandergereihten kleinen Geschäften und Ständen, die seit jeher das Stadtbild prägen. Außerhalb der Stadt erstrecken sich entlang dem Tigris ausgedehnte Dattelpalmenhaine.

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Stadtbild

Die historische Altstadt am linken Ufer des Tigris wurde durch den Bau zahlreicher Hochhäuser umgestaltet. Vom alten Bagdad sind nur einzelne Bauwerke erhalten. Dazu gehören u. a. die Ruine des Bab al-Wastani, das einzige erhaltene Stadttor von Bagdad (heute ein Waffenmuseum), der Abbasidenpalast, der wahrscheinlich aus dem Jahr 1179 stammt, die Medrese Mustansirijah aus dem Jahr 1227, die Marjanmoschee (1356 fertig gestellt) und das nach längerer Umbauzeit im April 2000 wieder eröffnete Irakische Nationalmuseum. Ein paar Kilometer nördlich von Bagdad liegt die Vorstadt Kadhimain mit der Goldenen Moschee. Mit den Grabmälern des 5. und 6. Imams der Schiiten wurde die Moschee ein bedeutender Wallfahrtsort. Die Stadt ist Sitz mehrerer Bildungseinrichtungen, darunter der Universität Bagdad (1957), der al-Mustansirijah-Universität (1963) und der Technischen Universität (1974).

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Geschichte

Bagdad wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen al-Mansur am Westufer des Tigris unter dem Namen Medinet as-Salaam gegründet. Ursprünglich hatte die Stadt einen runden Grundriss und war von drei konzentrischen Stadtmauern umgeben. Die innere Mauer umschloss den Palast des Kalifen, die mittlere Mauer die Armeeanlagen und die äußere Mauer das Wohngebiet. Das Händlerviertel mit den Basaren befand sich außerhalb der Stadtmauern. Als Hauptstadt des Abbasidenreiches wurde die Stadt in der Folgezeit prachtvoll ausgebaut. Unter der Herrschaft des Kalifen Harun ar-Rashid, bekannt aus den berühmten Märchen aus Tausendundeiner Nacht, erlebte die Stadt im 9. Jahrhundert eine Blütezeit. In dieser Zeit breitete sich die Stadt auf das Ostufer des Tigris aus und entwickelte sich zum Zentrum sunnitischer Gelehrsamkeit. Zwar endete die Blütezeit nach der Herrschaft von Harun ar-Rashid, Bagdad blieb jedoch trotzdem noch etwa vier Jahrhunderte lang ein überregional bedeutendes Handels- und Kulturzentrum.

Der Niedergang Bagdads begann, als Hülägü, der Enkel des mongolischen Eroberers Dschingis Khan, die Stadt 1258 plünderte und die Herrschaft der abbasidischen Kalifen beendete. Im Jahr 1401 erfolgte eine weitere Plünderung durch den Mongolen Timur-i Läng. 1508 geriet Bagdad unter persische Herrschaft, 1534 wurde die Stadt dem Osmanischen Reich eingegliedert. 1623 eroberten die Perser die Stadt zurück, die dann 1638 erneut von den Osmanen eingenommen wurde. Unter deren Herrschaft blieb die Stadt, bis sie 1917 von den Briten erobert wurde. 1921 wurde Bagdad die Hauptstadt des neu gegründeten Königreiches Irak, das 1958 Republik wurde.

Die Stadt war ein Hauptziel der alliierten Bombenangriffe im Zweiten Golfkrieg. Auch im Irak-Krieg erlitt die Stadt schwere Schäden. Nach dem Einmarsch alliierter Truppen und dem Ende des Regimes von Saddam Hussein kam es zu massiven Plünderungen; betroffen davon waren nicht nur Gebäude des alten Regimes, sondern u. a. auch einige Krankenhäuser sowie das Irakische Nationalmuseum, dessen unschätzbar wertvolle Sammlung fast vollständig entwendet wurde.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 5,62 Millionen (2003) in der Agglomeration.

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