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Griechische Musik

Enzyklopädieartikel

Griechische Musik, in erster Linie die Musik der alten griechischen Kultur. Das griechische Wort musiké umfasste ursprünglich einen Gesamtbereich, zu dem Sprache, Gesang, Instrumente und Tanz gehörten. Dichter waren daher in der Anfangszeit auch Musiker. Die meisten Kompositionen der klassischen Zeit waren in ihrer Grundhaltung einstimmig (monophon) und unterschieden sich dadurch von der klanglich-mehrstimmigen Musikauffassung des Abendlandes. Die Blütezeit der griechischen Musik ist während der klassischen Epoche (450-325 v. Chr.) anzusiedeln, wo jährlich Festivals und Wettbewerbe für Gesang und Instrumente abgehalten wurden.

Die wichtigsten Instrumente waren zwei Arten von Leiern, die Lyra und die Kythara, sowie der Aulos, eine Doppeloboe, wobei diese Instrumente sowohl solistisch als auch zur Begleitung von Gesang und Rezitation verwendet wurden.

Die frühen griechischen Philosophen erklärten die Musik aus einem göttlichen Ursprung und gaben ihr religiöse und politische Funktion. Sie glaubten an die Repräsentation von Ordnung und Harmonie im musikalischen Mikrokosmos. Aus der Begegnung der frühgriechischen Mathematik und der Konsonanzenlehre entstand im Kreis des Pythagoras (um 580 bis ca. 500 v. Chr.) die Wissenschaft von der Harmonie. Die Entdeckung der Zahlenverhältnisse 2 : 1, 3 : 2 und 4 : 3 (und die dementsprechenden Saitenunterteilungen) durch Pythagoras führte zur Berechnung der musikalischen Intervalle Oktave, Quinte und Quarte. Absolute Tonhöhen gab es noch nicht, und man unterschied je nach Lage der Halbtöne in die verschiedenen Tonstufenordnungen (Tonarten) des Dorischen, des Phrygischen und des Lydischen. Die alten Griechen glaubten auch, dass Musik die Gefühle der Menschen und ihr Verhalten beeinflussen könne, und dass bestimmte Tonarten oder Modi berechenbare Reaktionen hervorriefen.

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