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KambodschaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Lebensstandard der Bevölkerung ist sehr niedrig. Ein staatliches Sozialversicherungssystem existiert nicht, soziale Absicherung ist ausschließlich durch Familienbande möglich. Die Arbeitslosenquote weist eine hohe Zahl Unterbeschäftigter aus. Die medizinische Versorgung ist unzulänglich. Auf einen Arzt kommen 6 423 Einwohner, die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 57 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten.
Das kulturelle Erbe der Khmer-Dynastien ist von großer Bedeutung für die südostasiatische Kunst und Kultur und spiegelt sich in vielen Bereichen des heutigen Kambodscha wider. Viele Gebäude, wie der Königspalast in Phnom Penh, sind im architektonischen Stil der Khmer erbaut und mit Motiven wie dem Garuda verziert, einem mythischen Vogelsymbol des Hinduismus. Auch kunsthandwerkliche Waren, oft aus Gold- oder Silberlamé, zeigen traditionelle Motive. Der klassische kambodschanische Tanz stellt Legenden aus dem Leben der Götter dar.
71,3 Prozent der Kambodschaner können lesen und schreiben. Der Bürgerkrieg zeigte auch im Bildungswesen verheerende Wirkungen. Die Einrichtungen für höhere Bildung wurden Ende der siebziger Jahre geschlossen, und viele Lehrer wurden getötet oder starben an Hunger oder Krankheit. In den letzten Jahren wurde begonnen, das Bildungssystem wieder aufzubauen. Der Besuch öffentlicher Schulen ist unentgeltlich. Sekundarschulen und höhere Schulen gibt es nur in begrenzter Zahl.
In seiner Frühzeit wurde Kambodscha von der indischen Kultur geprägt. Die im Nordwesten Kambodschas entdeckten Ruinen des ehemaligen Khmer-Reiches (9. bis 15. Jahrhundert) sind eine der reichsten und berühmtesten archäologischen Stätten der Welt. Bedeutend sind vor allem die Überreste der Zentren des Khmer-Reiches: der Tempelkomplex Angkor Wat, der von 1113 bis nach 1150 erbaut wurde, und die Hauptstadt Angkor Thom aus dem 13. Jahrhundert.
Alle wichtigen Medien Kambodschas werden von der Regierung kontrolliert. Die Organisation Reporter ohne Grenzen schätzte die Situation der Pressefreiheit für das Jahr 2000 als „halbwegs zufrieden stellend” ein. Zwischen den großen Städten gibt es Funkverbindungen. Der Telefon-, Telegraphen- und Postdienst wurde 1979 wieder aufgenommen.
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