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Windows Live® Suchergebnisse LungeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Lunge, zweigeteiltes Atmungsorgan im Brustkorb. Beim Erwachsenen ist jeder Lungenflügel etwa 25 bis 30 Zentimeter lang und ungefähr wie ein Kegel geformt. Zwischen den Lungenflügeln liegt das Mittelfell (Mediastinum) mit Herz, Luftröhre, Speiseröhre und Blutgefäßen. Die Lungenflügel sind von der Pleura pulmonalis bedeckt, einer schützenden Haut, die zusammen mit der Pleura parietalis auf der Innenseite des Brustkorbes das Brustfell bildet. Zwischen den beiden Häuten befindet sich eine Flüssigkeit. Beim Einatmen fließt die Luft durch die Luftröhre, die sich in zwei Äste (die Bronchien) aufspaltet. Jeder Bronchus führt in einen Lungenflügel. Dort verzweigt er sich in die Bronchiolen, die über die Ductuli alveolares schließlich in die Lungenbläschen münden.
Durch diesen lebenswichtigen Vorgang gelangt der Sauerstoff aus der Luft ins Blut, und das Kohlendioxid – ein Abfallprodukt der Nahrungsverwertung im Stoffwechsel – wird nach außen abgegeben. Der Gasaustausch findet in den Lungenbläschen statt. Ihre Wände bestehen nur aus einer einzigen Lage Zellen, und sie sind von Blutkapillaren umgeben, deren Wandungen ebenfalls nur eine Zelle dick sind. Zwischen diesen Zellen hindurch diffundiert die Luft ins Blut, das den Sauerstoff zum Herzen und von dort durch den ganzen Körper transportiert. Gleichzeitig diffundiert das gasförmige Kohlendioxid aus dem Blut in die Lungenbläschen, von wo aus es ausgeatmet wird. Die Luft wird angesaugt, wenn das Zwerchfell, ein kräftiger Muskel unterhalb der Lunge, sich nach unten bewegt, so dass sich der Brustkorb, an dem die Lunge befestigt ist, vergrößert. Daraufhin dehnt sich die Lunge aus und wird mit Luft gefüllt. Wenn sich das Zwerchfell anschließend entspannt, zieht sich die Lunge wieder zusammen, und die Luft wird nach außen gedrückt. Bei großem Sauerstoffbedarf können sich auch die Rippen auseinanderbewegen: Der Brustkorb vergrößert sich weiter und nimmt noch mehr Luft auf. Ein gesunder Erwachsener kann mit einem Atemzug 3,3 bis 4,9 Liter Luft einatmen (dieses Volumen nennt man auch Vitalkapazität), aber in Ruhe werden nur etwa fünf Prozent dieses Volumens gebraucht. Die Lunge scheidet auch Wasser in Form von Wasserdampf aus und speichert Glykogen (siehe Stärke). Die Cilien, winzige haarähnliche Gebilde in den Luftwegen, dienen dem Sekrettransport mundwärts und befördern so Schwebstoffteilchen aus der Lunge.
Bekannte Lungenkrankheiten sind die Lungenentzündung, die von Bakterien oder Viren hervorgerufen werden kann, und die Tuberkulose. Viel häufiger ist aber heute der Lungenkrebs, der vor allem wegen des Rauchens zu einer der wichtigsten Todesursachen in den Industrieländern geworden ist. Rauchen trägt auch erheblich zur chronischen Bronchitis und zum Emphysem bei. Die letztere Krankheit führt zur allmählichen Zerstörung der Lungenbläschen. Asthma (siehe Asthma bronchiale), eine gefährliche Verengung der Bronchien, kann durch Überempfindlichkeit gegen Naturstoffe wie Pollen oder gegen Industriechemikalien entstehen. Die Ursache der Fibrose, einer Vernarbung des Lungengewebes, ist Kontakt mit Materialien wie Baumwollstaub, Kohlenstaub oder Asbest.
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