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Windows Live® Suchergebnisse HaggadaEnzyklopädieartikel
Haggada (von dem hebräischen Verb lehaggid: erzählen, vortragen; Plural: Haggadot), Sammlung von Erzählungen und Geschichten, die im Gegensatz zur Halacha, welche die Rechtsdiskussionen enthält, den nichtgesetzlichen Teil des Talmud ausmachen. Der Schwerpunkt der Haggada liegt auf erläuternden und begründenden Erzählungen. Es werden konkrete Aussagen über Gott und die Welt gemacht, die aber nicht in die Form allgemeinverbindlicher Dogmen überführt werden. Die Haggada umfasst Homiletik und unterweisende Bibelauslegung, Mythen und Legenden, Überlegungen zu den verschiedenen Wissenschaften, sowie die Darlegung der Traumsymbolik und ihre Interpretation. Grundsätzlich werden bei der Haggada zwei Kategorien unterschieden: Die Biuriim (von hebräisch levaer: erklären) und die Limudiim (hebräisch: Unterweisende). Die Haggadot biuriim sind alle talmudischen Texte, welche einen Bibelvers kommentieren. Die Haggadot limudiim sind Anekdoten aus dem Leben eines oder mehrerer talmudischer Lehrmeister, die das Denken des Lesers schulen sollen. Die haggadische Literatur entwickelte sich in Palästina zur Zeit des zweiten Tempels bis zum Ende der Talmud-Periode um 1040. Obwohl die Haggada nicht die gleiche Autorität hat wie die Halacha, ist sie eine unschätzbare Fundgrube für jüdisches Denken über einen Zeitraum von fast tausend Jahren. Auch der Midrasch, eine vom Talmud unabhängige Sammlung von Texten, die sich mit der Auslegung des Altes Testaments beschäftigen, wird inhaltlich in Midrasch-Halacha und Midrasch-Haggada unterteilt. Die Midrasch-Haggada wiederum teilt sich in exegetische und homiletische Midraschim, welche Predigten zu den Synagogen-Lesungen der Sabbate und Festtage enthalten. Der längste und bekannteste Midrasch der Haggada ist der Midrasch Rabbah, der den gesamten Pentateuch sowie die fünf Schriftrollen Esther, Ruth, Jeremia, Prediger und das Hohelied interpretiert, die an verschiedenen jüdischen Festtagen gelesen werden. Im engeren Sinne wird Haggada auch das Gebetbuch genannt, aus dem während des Passahfestes gelesen wird, um allen Anwesenden, vor allem den Kindern, den Sinn des Passahfestes verständlich zu machen. Es enthält die Erzählung vom Leid der Sklaverei und dem Auszug aus Ägypten. Der Name Moses wird in der Haggada nicht genannt, weil nach Auffassung der Rabbiner sämtlicher Ruhm und Dank allein Gott gebührt.
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