![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse FreihandelEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Die Freihandelsidee des Liberalismus; Nachteile der internationalen Arbeitsteilung; Argumente für den Protektionismus; Entwicklung nach dem Krieg
Freihandel, zwischenstaatlicher Waren- und Dienstleistungsverkehr ohne Zollschranken oder andere Einfuhrhindernisse wie z. B. Kontingentierung (Beschränkung der Importmenge für bestimmte Güter). Das Gegenteil des Freihandels ist der Protektionismus, der die inländische Produktion durch Einfuhrbeschränkungen schützt. Außenwirtschaftliche Beziehungen werden vor allem mit dem Ziel aufgenommen und aufrechterhalten, durch internationale Arbeitsteilung den Wohlstand der beteiligten Volkswirtschaften zu erhöhen.
Vor über 200 Jahren forderten bereits die Vertreter des Liberalismus eine internationale Arbeitsteilung. Als Begründer der Freihandelstheorie gilt der Nationalökonom Adam Smith. Er behauptete, dass der Freihandel den Wohlstand aller Nationen vergrößere, wenn jedes Land die Güter exportiere, die es am billigsten herstellen könne, und jene Güter importiere, die anderswo billiger produziert würden. Der Nationalökonom David Ricardo wies nach, dass ein Land auch dann durch den Außenhandel gewinnt, wenn es alle Güter billiger als das Ausland herstellen kann. Nach seinem Theorem der komparativen Kosten ist es für das betreffende Land sinnvoll, die Güter herzustellen, bei denen sein Kostenvorteil gegenüber dem Ausland am größten ist, und jene einzuführen, die es mit einem geringeren Kostenvorteil produzieren würde.
Die Freihandelstheorie des Liberalismus lehrte, dass die internationale Arbeitsteilung zum größtmöglichen Weltsozialprodukt führe. Sie berücksichtigte jedoch nicht, dass die Handelsvorteile ungleich verteilt sein können. Besonders in den sechziger Jahren mehrte die erhöhte Rohstoffausfuhr einiger Entwicklungsländer nur den Wohlstand der Industrieländer, da mit der erhöhten Rohstoffproduktion ein Preisverfall verbunden war. Ein weiterer Nachteil einer zunehmenden internationalen Arbeitsteilung besteht in der wachsenden politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit einer Volkswirtschaft vom Ausland. Eine stark exportorientierte Volkswirtschaft kann durch Konjunktureinbrüche bei den Handelspartnern selbst geschwächt werden. Außerdem sind hoch industrialisierte Volkswirtschaften zunehmend auf Rohstoffimporte angewiesen, da sie die Gewinnung einheimischer Rohstoffe eingeschränkt oder gar eingestellt haben. So verdrängte beispielsweise in Deutschland seit der Mitte der sechziger Jahre billiges Heiz- und Industrieöl die Kohle.
Die Freihandelstheorie des Liberalismus ist zu keiner Zeit ganz verwirklicht worden. Die Vorherrschaft der protektionistischen Politik hängt zum Teil mit der Stärke industrieller Interessengruppen zusammen, die den ausländischen Wettbewerb fürchten. Für den Protektionismus gibt es folgende Argumente: 1. Die junge inländische Industrie könne sich nur ohne ausländische Konkurrenz entwickeln. 2. In Kriegszeiten könne einem das Ausland den Nachschub an wichtigen Gütern vorenthalten. 3. Der Protektionismus schütze die einheimische Industrie vor einem Dumping aus dem Ausland (Dumping bedeutet, dass ausländische Lieferanten Güter zu niedrigeren Preisen anbieten als im exportierenden Land, um Mitbewerber zu verdrängen und ein Monopol zu errichten.). 4. In Zeiten der Arbeitslosigkeit könne protektionistisches Handeln die Beschäftigung erhöhen. Verringere man die Importe, werde die Nachfrage nach inländischen Ersatzprodukten angeregt, wodurch die Produktion im Inland ausgeweitet werde. 5. Durch protektionistische Maßnahmen könne ein Land, auf dessen Exporte andere Länder stark angewiesen sind, seine Terms of Trade verbessern: Wenn es Zölle oder andere Einfuhrbeschränkungen verhänge, müssten die ausländischen Handelspartner ihre Exportpreise senken, damit sie genug Einkommen verdienten, um für die begehrten Güter aus dem Ausland zu zahlen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |