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Windows Live® Suchergebnisse Franz von PapenEnzyklopädieartikel
Franz von Papen (1879-1969), deutscher Politiker (Zentrum), Reichskanzler (Juni-Dezember 1932). Papen wurde am 29. Oktober 1879 in Werl geboren. Ab 1913 war er Militärattaché in Mexiko, 1915 wurde er wegen Sabotagetätigkeit abberufen; 1918, am Ende des 1. Weltkrieges, war er Stabsoffizier der türkischen Armee in Palästina. Von 1920 bis 1928 und von 1930 bis 1932 saß er als Abgeordneter des Zentrums, dessen rechten Flügel er vertrat, im preußischen Landtag. Am 1. Juni 1932 ernannte Reichspräsident von Hindenburg auf Betreiben des Generals Kurt von Schleicher Papen zum Reichskanzler. Papen bildete ein Kabinett der nationalen Konzentration, das wegen seiner Zusammensetzung im Volksmund „Kabinett der Barone” hieß. Es setzte sich zum größten Teil aus ultrakonservativen, ständisch ausgerichteten Aristokraten zusammen und stützte sich auf das Vertrauen des Reichspräsidenten, nicht das des Reichstages. Papen regierte mit Hilfe von Notverordnungen und weitgehend ohne den Reichstag. Am 16. Juni 1932 ließ Papen die SA wieder zu, die sein Vorgänger Heinrich Brüning verboten hatte, und am 20. Juli stürzte er mit dem so genannten Preußenputsch die preußische Regierung unter dem Sozialdemokraten Otto Braun; gestützt auf das Notverordnungsrecht übernahm er als Reichskommissar selbst die Regierung in Preußen. Am 3. Dezember 1932 trat Papen als Reichskanzler zurück, nachdem die Reichstagswahlen vom Juli und vom November 1932 keine seine Regierung unterstützende Parlamentsmehrheit erbracht hatten. Im Januar 1933 war Papen maßgeblich am Sturz seines Nachfolgers Kurt von Schleicher beteiligt – eine wesentliche Voraussetzung für die Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 – und wurde Vizekanzler und Reichskommissar für Preußen in der Regierung Hitler. Bereits am 7. April 1933 trat er auf Grund von Differenzen mit Hitler, dessen totalitäre Politik er nicht mittragen wollte, wieder zurück. Von 1934 bis 1938 war Papen zunächst Gesandter, dann Botschafter in Wien und leitete den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich in die Wege; von 1938 bis 1944 war er Botschafter in der Türkei. Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess von 1946 wurde Papen freigesprochen, von einer Spruchkammer 1947 aber zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt und 1949 auf Grund seines Gesundheitszustands entlassen. Er starb am 2. Mai 1969 in Obersasbach (Sasbach) im Ortenaukreis (Baden-Württemberg).
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