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Windows Live® Suchergebnisse SchabenEnzyklopädieartikel
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Schaben, Insektenordnung mit mindestens 3 500 Arten, zu denen auch einige bekannte Hausschädlinge gehören. Diese Insektengruppe ist sehr alt, in 320 Millionen Jahren hat sich ihr Aussehen kaum verändert. Fossile Funde lassen darauf schließen, dass diese Tiere im Karbon, dem „Zeitalter der Schaben”, die beherrschenden Insekten waren. So wurde 2001 über den Fossilfund einer mausgroßen, 300 Millionen Jahre alten Schabe in einer Kohlengrube im US-Bundesstaat Ohio berichtet. Rund 25 Arten wurden als Kulturfolger durch den Menschen weltweit verbreitet. Zu den (auch als Kakerlaken bezeichneten) bekannten Schädlingen gehören die Amerikanische Großschabe, die Deutsche oder Haus-Schabe, die Küchen-, die Braunband- oder Möbel-Schabe und die Madeira-Schabe. Eine asiatische Schabe erregte Ende der achtziger Jahre in den Vereinigten Staaten Aufsehen, als sie in großer Zahl in Florida auftauchte. Anders als die verwandte Deutsche Schabe werden diese asiatische Art und die Amerikanische Großschabe vom Licht angezogen.
Schaben haben einen abgeflachten ovalen Körper. Die Länge der ausgewachsenen Tiere variiert zwischen einem Millimeter und mehr als neun Zentimetern. Sie können geflügelt oder flügellos sein; nicht alle geflügelten Arten können jedoch fliegen. Die einzelnen Arten bewohnen jeweils artspezifische Habitate, darunter abgestorbene Blätter, Bromelien (siehe Ananasgewächse), die Umgebung von Wasserfällen oder Fledermaushöhlen. Schaben sind nichtspezialisierte, ursprüngliche Insekten – ursprünglich in dem Sinn, dass die Jugendformen den adulten Insekten ähneln. Schaben sind in der Regel nachtaktiv und lichtempfindlich. Ihre Fühler und borstenförmigen Sinnesorgane lassen sie selbst kleinste Mengen von Nahrung oder Feuchtigkeit entdecken. Mit ihren Cerci oder Schwanzborsten, das sind Tastorgane am Ende des Hinterleibs, können sie minimale Luftbewegungen spüren. So vermögen Schaben innerhalb von 0,054 Sekunden vor einer möglichen Gefahr zu fliehen. Ihre Cuticula (das Außenskelett der Insekten) ist ölig, dies bewahrt sie vor Austrocknung.
Das Paarungsverhalten ist je nach Art unterschiedlich. Wenn die Paarungszeit der Amerikanischen Großschabe naht, produziert das Weibchen einen Duftstoff, Pheromon genannt, der Männchen anlockt. Wenn diese das Pheromon riechen, beginnen sie, mit ihren Flügeln zu schlagen und rückwärts zu laufen; schließlich treffen sie rückwärts auf ein Weibchen und paaren sich. Die Verhaltensmuster anderer Arten sind komplexer und umfassen zischende Laute, Tänzeln, Schwänzeln und Beknabbern. Die Männchen einer afrikanischen Art bilden Dominanzhierarchien, und die Weibchen paaren sich bevorzugt mit dem dominanten Männchen. Die harten Eitaschen, Ootheken genannt, werden je nach Art unterschiedlich behandelt. Die Amerikanische Schabe legt sie rasch ab, versteckt sie und überlässt sie sich selbst. Die Deutsche Schabe trägt die Oothek außen an ihrer Legeröhre mit sich herum und legt sie erst ab, wenn das Schlüpfen unmittelbar bevorsteht. Eine Oothek enthält je nach Art 16 bis 32 Eier. Schabenarten, welche die Eitaschen mit sich tragen, weisen anscheinend ein gewisses Brutpflegeverhalten auf, denn die Nymphen bleiben oft mehrere Tage lang in der Nähe ihrer Mutter.
Schaben sind schon aufgrund ihrer Individuenzahl wichtige Elemente von Ökosystemen. Da sie in ihren Eingeweiden viele verschiedene Bakterien und Protozoen beherbergen, können sie sich von zahlreichen Substanzen ernähren (u. a. auch von anderen Schaben). Sie spielen dadurch eine wichtige Rolle bei der raschen Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile und tierischer Fäkalien. Andererseits dienen sie vielen Tieren und manchmal sogar Menschen als Nahrung. Wohnungsschaben werden auch für Krankheitsüberträger gehalten. Bisher konnte das jedoch nicht bewiesen werden. Schaben sind ideale Labortiere, da sie leicht zu halten sind und weder stechen noch beißen. Schaben vermehren sich rasch, sie verbreiten Schmutz, haben eine unangenehme Ausdünstung und übertragen möglicherweise Krankheiten – man hat deshalb schon viele Insektizide gegen sie eingesetzt. Gegen mehrere davon sind sie jedoch bereits resistent geworden. Man hat Versuche mit Pheromonen als „Sexköder” und mit der Sterilisierung männlicher Schaben durchgeführt, aber diese Verfahren sind bisher nicht in großem Stil einsetzbar. Für den Einsatz im Haushalt mag das Zerstäuben von Schleifmitteln wie Kieselgur, die ihre Cuticula durchdringen können, als ungiftige Alternative sinnvoll sein. Ebenso effektiv ist Borax, es wirkt sowohl abweisend als auch giftig.
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