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Rudolf Steiner

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Rudolf Steiner (1861-1925), österreichischer Philosoph, Pädagoge und Naturwissenschaftler. Er begründete die Anthroposophie.

Steiner wurde am 25. oder 27. Februar 1861 in Kraljevic (heute Kroatien) geboren und studierte Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie in Wien. Zwischen 1882 und 1887 beschäftigte er sich intensiv mit einer Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes. Gleichzeitig (1882-1887) arbeitete er als Hauslehrer. Von 1890 bis 1897 war er im Weimarer Goethe-und-Schiller-Archiv beschäftigt, wo er u. a. die Schriften Hegels, Schellings, Fichtes und Nietzsches rezipierte (Die Philosophie der Freiheit, 1894). Nachdem Steiner 1897 nach Berlin gegangen war, gab er dort das Magazin für Literatur heraus. 1902 stieg er zum Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft auf (siehe Theosophie). 1913 jedoch wurde er ausgeschlossen. Im gleichen Jahr gründete Steiner die Anthroposophische Gesellschaft, um seine zuerst in Theosophie (1904) dargelegten Ideen zu verbreiten, und richtete im schweizerischen Dornach das Goetheanum als „Schule der geistlichen Wissenschaften” ein, die seinen pädagogischen Ansatz ausformen helfen sollte. Auf der Grundlage seiner Philosophie und Pädagogik entstanden auch die Waldorfschulen (siehe Waldorf-Pädagogik). Steiner starb am 30. März 1925 in Dornach. Er verfasste zahlreiche Werke, darunter Die Geheimwissenschaften im Umriß (1910), Von Seelenrätseln (1917) und Mein Lebensgang (1925).

Im Zentrum der Steiner’schen Anthroposophie steht die „Erkenntnis durch das höhere Selbst im Menschen”. Nach Steiners Auffassung lähmt der die Gesellschaft beherrschende Materialismus die in jedem Individuum schlummernden spirituellen Fähigkeiten, doch ist der einzelne durch Meditation und innere Konzentration in der Lage, diese Begabungen zu wecken. Die anthroposophische Lehre verbindet verschiedene Elemente des Platonismus, der Gnosis, der Mystik und des philosophischen Idealismus sowie verschiedener indischer Lehren. Nach anthroposophischer Auffassung kommt alles Sein aus dem Geistigen und kehrt nach dem Durchlaufen von sieben Entwicklungsstadien dorthin zurück. Auch der einzelne Mensch durchläuft in verschiedenen Inkarnationen mehrere Stadien der Läuterung, bis er im rein Geistigen aufgeht.

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