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Windows Live® Suchergebnisse Nicolas PoussinEnzyklopädieartikel
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Nicolas Poussin (1594-1665), französischer Maler. Mit seinen klar gegliederten Gemälden, in denen er antike und mythologische Themen behandelte, gilt er als bedeutender Vertreter der klassizistisch orientierten französischen Malerei im 17. Jahrhundert. Mit seinen Bemühungen um ein kunsttheoretisches Fundament in Anlehnung an die Antike wurde er zum Vorbild der akademischen Kunstlehre. Poussin wurde am 15. Juni 1594 als Sohn eines Soldaten in Villers-en-Vexin (Normandie) geboren. Seine ersten künstlerischen Unterweisungen erhielt er durch den Maler Quentin Varin, einen Vertreter des Manierismus. Im Alter von 18 Jahren ging Poussin nach Paris, wo er in verschiedenen Ateliers tätig war. 1624 reiste er über Venedig nach Rom. In Venedig studierte er vor allem die Werke Giovanni Bellinis und Tizians, in Rom beschäftigte er sich mit den Arbeiten von Raffael und dessen Schüler Giulio Romano sowie mit antiken Plastiken. Poussin betrieb zeitlebens ausführliche kunsttheoretische Studien und befasste sich mit der antiken Literatur. Abgesehen von einem kurzen Parisaufenthalt in den Jahren 1640 bis 1642 blieb er in Rom, wo er am 19. November 1665 starb.
Das im Auftrag des Kardinal Barberini (des späteren Papstes Urban VIII.) entstandene Gemälde Der Tod des Germanicus (1626-1628), das mit seiner gelungenen Mischung aus genauer Antikenkenntnis, überzeitlicher Moral und nachzuempfindender Leidenschaft in der Historienmalerei neue Maßstäbe setzte, stand am Anfang von Poussins Laufbahn als erfolgreicher Maler. War sein oftmals überfrachtetes Frühwerk zunächst noch dem Manierismus verpflichtet, so entwickelte Poussin um 1630 auch durch den Einfluss Domenichinos einen eigenen, neuen Stil, der von seinen Studien der Antike geprägt war und bereits seine Bemühungen um klare und durchdachte Bildkomposition erkennen ließ. Mit Die Inspiration des Dichters (1630), Echo und Narziß (1630), Das Reich der Flora (1631) u. a. schuf er an mythologische oder biblische Themen angelehnte Werke, die in ihrem Aufbau bereits die monumentale Ruhe und Klarheit seiner späteren Werke erkennen lassen. Mitte der dreißiger Jahre fand Poussin zu einer eigenen kühl-klaren Farbgebung seiner Bilder. Unter dem Einfluss der römischen Skulptur wurde seine Zeichnung präziser, die Farbigkeit konzentrierter, wie z. B. in Die sieben Sakramente (1636/37). In den vierziger Jahren kam seine Kunst zu ihrer Vollendung. In dieser Zeit entstanden, angelehnt an antike Vorbilder, anmutig theatralische Figurationen von klar durchdachter, geometrisch strukturierter Architektur oder großartig sich weitender Natur. Beispiele für diese Phase sind Heilige Familie auf der Treppe (1648), Landschaft mit Diogenes (1648), Die Hirten in Arkadien (1650-1655) und der Zyklus Vier Jahreszeiten (1660-1664). Seine durchdacht angeordneten Figuren aus Mythologie und Geschichte setzte der Maler in ein ins Ideale und Erhabene gesteigertes Umfeld und schuf damit die „heroische Landschaft”, die zum bevorzugten Motiv der französischen Malerei des 17. Jahrhunderts wurde. Poussins Glaube an die Regelhaftigkeit der Malerei, seine „intellektuelle Kunst”, wurde für den französischen Akademiestil des 17. Jahrhunderts verbindlich. Darüber hinaus reicht sein Einfluss über Künstler wie Jacques-Louis David und Jean Auguste Dominique Ingres bis hin zu Paul Cézanne. Poussin zählt zu den Hauptmeistern des klassizistischen Barock in Italien und Frankreich.
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