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Windows Live® Suchergebnisse FingerhutEnzyklopädieartikel
Fingerhut, Gattung der Braunwurzgewächse mit 26 giftigen Arten, die durch glocken- oder röhrenförmige Blüten gekennzeichnet sind. Bei dem in Mitteleuropa heimischen Roten Fingerhut handelt es sich um eine selbstbestäubende, mehrjährige Krautpflanze, die auf Kahlschlägen, an Waldwegen und auf Waldlichtungen verbreitet ist. Die glockenförmigen, gefleckten, rötlichen oder gelben Blüten stehen in langen, endständigen Trauben. Die aufrechten, bisweilen verholzenden Stängel sind etwa 90 Zentimeter hoch und tragen an ihrer Basis relativ große Blätter. Neben dem Roten Fingerhut kommen in Mitteleuropa zwei weitere Arten vor, der Großblütige Fingerhut und der Gelbe Fingerhut. Mehrere Fingerhutarten werden als Zuchtformen in verschiedenen Farben kultiviert. Der Fingerhut ist vor allem als Quelle herzwirksamer Glykoside von großer Bedeutung. Dank moderner pharmazeutischer Techniken konnten bisher aus dem Roten Fingerhut über 30 Digitalis-Glykoside isoliert werden, von denen heute jedoch nur noch Digitoxin therapeutische Bedeutung besitzt. Die Präparate steigern die Leistungsfähigkeit des Herzens und finden bei Herzschwäche medizinische Anwendung. In therapeutischen Dosen erhöht Digitoxin einerseits die Kontraktionskraft des Herzens und setzt andererseits die Schlagfrequenz herab. Vergiftungen treten bei Menschen und Weidetieren auf, wenn zu große Mengen des Glykosids in den Körper gelangen. Vergiftungserscheinungen sind u. a. Übelkeit, Durchfall, Unterleibsschmerzen und starke Herzrhythmusstörungen. Eine zu hohe Dosis kann zum Tod führen. Systematische Einordnung: Die Gattung Digitalis gehört zur Familie Scrophulariaceae. Der botanische Name des Roten Fingerhutes lautet Digitalis purpurea. Der Großblütige Fingerhut heißt Digitalis grandiflora und der Gelbe Fingerhut Digitalis lutea.
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