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Berlin

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1

Einleitung

Berlin, Stadt in Ostdeutschland mit dem Status eines Bundeslandes, größte Stadt und Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Groß-Berlin hat eine Fläche von rund 889 Quadratkilometern, die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,39 Millionen (2005).

Berlin war bereits von 1871 bis 1945 Hauptstadt des Deutschen Reiches. Die seit Ende des 2. Weltkrieges geteilte Stadt wurde durch den Einigungsvertrag von 1990 zur neuen Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland. Bis dahin hatte die Stadt bzw. ihr westlicher Teil als Exklave mit Sonderstatus auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gelegen.

Berlin ist umgeben von dem Bundesland Brandenburg. Die Stadt liegt in einem Urstromtal und wird von den Flüssen Havel, Spree und Panke durchflossen, die mehrere Seen im Stadtgebiet bilden. Der Große Wannsee, Tegeler See und Müggelsee sind beliebte Naherholungsgebiete. Die ehemaligen Auenwälder der Spree sind heute wichtige Erholungsgebiete (Treptower Park, Tiergarten). Höchste natürliche Erhebung ist der Große Müggelberg mit 115 Metern, die gleiche Höhe weist der Trümmerschuttberg am Teufelssee auf.

2

Verwaltung und Politik

Seit dem 11. Januar 1991 besitzt die Verfassung Westberlins von 1950 für die ganze Stadt Gültigkeit. Danach obliegt die Landesgesetzgebung dem Abgeordnetenhaus (Landesparlament) und die Exekutive dem Senat, an dessen Spitze der Regierende Bürgermeister steht. Gemäß der Verfassung besteht das Parlament aus 130 für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählten Abgeordneten. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann sich diese Zahl erhöhen.

Berlin gliedert sich verwaltungsmäßig in zwölf Bezirke: Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg-Hohenschönhausen, Marzahn-Hellersdorf, Mitte, Neukölln, Pankow, Reinickendorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick.

In einer Volksabstimmung am 5. Mai 1996 entschieden sich die Bürger der Hauptstadt Berlin mit knapper Mehrheit zugunsten einer Verschmelzung des Bundeslandes Berlin mit dem Bundesland Brandenburg. Die Fusion scheiterte jedoch am Votum der Brandenburger, die mehrheitlich gegen den Zusammenschluss stimmten.

3

Wirtschaft und Verkehr

Während der Teilung Deutschlands von 1949 bis 1990 war der Ostteil der Stadt in das planwirtschaftliche System der DDR, der Westteil in das marktwirtschaftliche System der Bundesrepublik eingebunden.

Ostberlin bildete das Zentrum des DDR-Wirtschafts-, Finanz- und Handelswesens. Seine wichtigsten Industrieerzeugnisse waren Stahl, Nahrungsmittel, chemische Produkte, Elektro- und Transportanlagen. Die Spree, die über Kanäle mit der Ostsee verbunden ist, wurde im Ostteil der Stadt zum Binnenhafen erweitert. Der Ostberliner Flughafen Schönefeld konnte auch von Westberlinern genutzt werden.

Die Industrie Westberlins, die im 2. Weltkrieg völlig zerstört worden war, erlitt während der Berliner Blockade durch die UdSSR (1948/49) weitere schwere Einbußen, konnte sich jedoch Anfang der fünfziger Jahre durch die Unterstützung der westlichen Siegermächte, besonders der USA, und zahlreiche Förderprogramme der Bundesregierung allmählich konsolidieren. In der Folge entwickelte sich Westberlin zu einem bedeutenden Standort der Elektro- und Elektronikindustrie sowie der Maschinenbau-, Metall-, Textil-, Bekleidungs-, Druck-, Nahrungsmittel- und chemischen Industrie. Die Stadt wurde Zentrum des internationalen Finanzwesens, der Wissenschaft und Forschung sowie der Filmindustrie. Über Transitwege (Schiene, Autobahn, Schifffahrtskanäle) und regelmäßigen Luftverkehr war sie mit der Bundesrepublik verbunden. Der Flugverkehr wurde über die Flughäfen Tegel, Tempelhof und Gatow abgewickelt.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden mit der staatlichen Wiedervereinigung 1990 auch die beiden Stadtteile wieder eine Einheit. Im Zuge der wirtschaftlichen Wiedervereinigung wurden die ehemaligen Staatsbetriebe im Ostteil der Stadt nach und nach privatisiert.

Seit der Wiedervereinigung wird Berlin ebenso wie die neuen Bundesländer über den Solidarpakt wirtschaftlich von der Bundesregierung und den alten Bundesländern unterstützt.

Als bedeutende Messe- und Kongressstadt ist Berlin u. a. Veranstaltungsort der Berlinale, der Internationalen Grünen Woche, der größten Landwirtschaftsmesse Deutschlands, sowie der Internationalen Funkausstellung. Der Fremdenverkehr ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, Berlin ist die meistbesuchte Stadt in Deutschland.

Mit Tegel, Schönefeld und Tempelhof verfügt Berlin über drei internationale Flughäfen. Tegel (der größte der drei) und Tempelhof liegen innerhalb des Stadtgebiets; Schönefeld befindet sich unmittelbar südlich der Stadtgrenze auf dem Gebiet des Bundeslandes Brandenburg, zählt aber auch zum Berliner Verkehrsnetz. Das Flughafensystem mit drei Standorten soll bis 2011 durch den neuen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) am Standort Schönefeld abgelöst werden; die Baumaßnahmen für dieses Großprojekt begannen 2006.

Auf dem Gelände des früheren Lehrter Stadtbahnhofs wurde 2006 der neue Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Als Schnittpunkt mehrerer überregional bedeutender Verbindungen ist er der größte Kreuzungsbahnhof Europas. Gleichzeitig wurden einige weitere Bahnhöfe erneuert, womit eine komplette Umstellung des Berliner Schienenverkehrs vollzogen wurde.

4

Bildung und Kultur

4.1

Bildung

Neben der Humboldt- und der Freien Universität (siehe Universitäten in Berlin) ist die Stadt Sitz zahlreicher weiterer Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen wie der Bruno-Leuschner-Hochschule für Wirtschaft (1950), der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik (1950) sowie der Technischen Universität Berlin (1879), der Technischen Fachhochschule Berlin und mehrerer Max-Planck-Institute.

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