Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Sprache", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Sprache

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Sprache

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Sprachen der WeltSprachen der Welt
Artikelgliederung
1

Einleitung

Sprache, Kommunikationsmittel des Menschen, gekennzeichnet durch die Verwendung arbiträrer (willkürlicher) gesprochener oder geschriebener Symbole mit festgelegter Bedeutung. Sprache lässt sich definieren als Zeichensystem zum Zweck der Kommunikation. Im weitesten Sinn werden neben den so genannten natürlichen Sprachen auch künstliche Sprachen (wie beispielsweise Welthilfssprachen oder Programmiersprachen in der EDV) sowie die Kommunikationsmittel der Tiere dazu gerechnet. Einige Linguisten betrachten die Sprache als Form des Denkens und der Kognition. Siehe auch Semiotik

Die Frage, wie viele Sprachen auf der Welt gesprochen werden, lässt sich nicht exakt beantworten. Die Angaben schwanken zwischen 3 000 und 5 500 Einzelsprachen. Naturgemäß ist es schwierig, Dialekte von Sprachen zu unterscheiden, da die Übergänge oft fließend sind. Im Übrigen hängt die Antwort auch davon ab, welche Kriterien man bei der Klassifizierung der Sprachen anwendet. Bei vielen Sprachen sind die Verwandtschaftsverhältnisse noch nicht geklärt, und es besteht bei verschiedenen Sprachwissenschaftlern keine Einigkeit über die Zuordnung zu Sprachfamilien. Siehe auch Sprachtypologie

2

Forschungsansätze

Bei der Untersuchung von Sprache stehen zwei Gesichtspunkte im Vordergrund: Sprachverwendung und Sprachsystem, in der Terminologie Ferdinand de Saussures parole vs. langue. Wissenschaftler verschiedenster Fachbereiche zeigen Interesse an der Sprachverwendung, darunter Literaturwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Rhetorik, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie. Unter dem Aspekt der Sprachverwendung wird untersucht, was Menschen sagen, wie sie ihre Gedanken ausdrücken und was sie mit dem meinen, was sie sagen. Eingeschlossen sind Inhaltsanalyse und Literaturkritik, Untersuchungen der Sprachgeschichte und der Bedeutungsänderung der Wörter sowie die Beschreibung der sozialen Faktoren, die das Sprachverhalten bestimmen. In der traditionellen Rhetorik steht im Vordergrund, wie Sprache das Verhalten beeinflussen kann. Für Literaturwissenschaftler bildet Sprache die Basis für die Analyse literarischer Texte. Für den Lexikographen ist Sprache ein Bestand an Wörtern, zu dem auch Bedeutung, Ursprung und Geschichte der Wörter gehören. Sprache ist auch die spezifische Art der Auswahl und Zusammenstellung von Wörtern eines Einzelnen (Idiolekt) oder einer Gruppe (Soziolekt).

Natürliche Sprachen weisen ein außerordentlich hohes Maß an Komplexität auf. Demgemäß entstanden viele verschiedene Ansätze bei der Definition von Sprache. Eine Vielzahl von Aspekten spielt dabei eine Rolle, und für die verschiedenen sprachlichen Ebenen haben sich eigene sprachwissenschaftliche Teildisziplinen herausgebildet. Die Phonetik beschäftigt sich mit dem lautlich-artikulatorischen Aspekt von Sprache. Die Phonologie untersucht die Phoneme, die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten einer Sprache. Das Gebiet der Morphologie (Wortbildung) ist die Erforschung der Morpheme als den kleinsten bedeutungstragenden Einheiten. Die Semantik ist mit der Bedeutung von Sprachäußerungen befasst, die Syntax untersucht die Regeln nach denen Wörter zu wohlgeformten größeren Einheiten (Sätzen) zusammengesetzt werden. Aufgabengebiet der Pragmatik ist die Untersuchung von Sprechhandlungen. Die Textlinguistik setzt sich mit sprachlichen Gebilden oberhalb der Ebene des einzelnen Satzes auseinander. Daneben wird in der Soziolinguistik die Sprache anhand sozialer Faktoren analysiert. In der Psycholinguistik werden die individuellen Aspekte wie Sprachverstehen, Sprachverarbeitung und Spracherwerb erforscht.

Die Linguistik beschäftigt sich mit der Struktur der Sprache. In den verschiedenen Fachgebieten der Linguistik ist Sprache unterschiedlich definiert, und die Forschungsansätze unterscheiden sich je nach der verwendeten Definition. Linguisten, die sich mit Sprache als schriftlicher Kommunikationsform beschäftigen, interessieren sich für die Struktur dessen, was sie „Text” nennen – wie Sätze und Satzteile sich zu einem kohärenten (zusammenhängenden) Ganzen zusammenfügen – und dafür, wie eine Sprache in eine andere exakt übersetzt werden kann. Im Bereich der maschinellen Übersetzung verarbeiten Computer die enorme Datenmenge, die für derartige Untersuchungen benötigt wird (siehe Computerlinguistik). Die komparative Linguistik versucht, Sprachfamilien, die von einem gemeinsamen Vorläufer abgeleitet sind, zu identifizieren.

3

Tierische und menschliche Kommunikation

Die Erforschung der Sprache als ein Mittel des Ausdrucks oder der Kommunikation beinhaltet notwendigerweise auch die Untersuchung der Gestik und der Laute. Haben Tiere, da sie sowohl eine gewisse Form der Gestik besitzen als auch Laute erzeugen, wie der Mensch eine Sprache? Bestimmte Tierarten scheinen eindeutig zu kommunizieren. Zur Abgrenzung der menschlichen von der tierischen Kommunikation haben jedoch einige Wissenschaftler die folgenden sieben, alleine die menschliche Kommunikation kennzeichnenden Merkmale definiert:

  • 1. Grammatik, Laute und Gestik bilden bei den menschlichen Sprachen getrennte, aber in Beziehung stehende Systeme.
  • 2. Diese ermöglichen, dass Neues jederzeit mitgeteilt werden kann.
  • 3. Menschen unterscheiden zwischen dem Inhalt der Kommunikation und den zur Vermittlung des Inhalts verwendeten Zeichen.
  • 4. In der menschlichen Kommunikation sind gesprochene Sprache und gehörte Sprache austauschbar.
  • 5. Menschliche Sprache wird für bestimmte Zwecke eingesetzt; mit der Kommunikation wird eine Absicht verfolgt.
  • 6. Der Gegenstand der Kommunikation kann sich auf Vergangenheit und Zukunft beziehen.
  • 7. Kinder lernen die menschliche Sprache von den Erwachsenen, und sie wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Einige neuere, überzeugende Forschungsergebnisse aus Versuchen, bei denen man Menschenaffen die amerikanische Gebärdensprache (American Sign Language, AMESLAN) beibringt, zeigen jedoch, dass einige dieser Merkmale vielleicht doch nicht so typisch für den Menschen sind. Aber auch wenn das Kommunikationssystem Sprache keine ausschließlich menschliche Erscheinung ist, lässt sich doch mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die menschliche Sprache einige einzigartige Kennzeichen besitzt. Menschen setzen aus Zeichen und grammatischen Einheiten, die an sich eigenständige Elemente sind, eine unendliche Anzahl noch nie zuvor gehörter, gedachter, gesprochener oder durch Zeichensprache ausgedrückter Sätze zusammen. Noch bevor sie Grammatikunterricht erhalten haben, bilden Kinder ihre eigenen Sprachregeln aus, indem sie sowohl ihre Sprachfähigkeit als auch die Sprachreize aus der Sprachgemeinschaft, in die sie geboren wurden, verarbeiten. Siehe auch Verhaltensforschung

4

Grundlagen der Sprache

Die Existenz der menschlichen Sprache ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Dazu gehören physiologisch-artikulatorische (der Körper muss in der Lage sein, Sprachlaute zu erzeugen, siehe Sprechen und Sprachstörungen), grammatische (die Sprache muss strukturiert sein) und semantische (der Verstand muss in der Lage sein, die Bedeutung des Gesprochenen zu erfassen; siehe Semantik).

Zurück
| | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft