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Esther

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PurimfestPurimfest

Esther, eines der Bücher des Alten Testaments. Das Buch, das im dritten Teil des hebräischen Kanons steht, war eines der letzten Bücher, das sowohl von den Juden wie auch von den Christen in den Kanon der Bibel aufgenommen wurde.

Das Buch Esther beschreibt die Errettung der persischen Juden vor ihrem Untergang und gibt eine Begründung für das Purimfest, das an dieses Ereignis erinnern soll. Esther war eine jüdische Waise und wurde von ihrem älteren Vetter Mordechai aufgezogen. Von dem König Ahasver (Xerxes I.) wurde sie als schönste Jungfrau des Perserreiches ausgewählt, um anstelle der verbannten Königin Vashti seine Gemahlin zu werden. Da sich Mordechai weigerte, Haman, dem ehrgeizigen obersten Geistlichen des Königs, Anerkennung zu zollen, plante dieser, sich an Mordechai und seinem gesamten Volk zu rächen. Mit der Begründung, dass die Juden die Gesetze des Königs missachteten, gelang es Haman, den König zu einem Erlass zu überreden, der auf die Vernichtung der Juden abzielte. Daraufhin beschwor Mordechai Esther, Ahasver zu einer Widerrufung des Erlasses zu bewegen. Auf die Gefahr hin, wegen ihres unaufgeforderten Erscheinens vor dem König hingerichtet zu werden, schilderte Esther ihrem Gemahl Hamans Intrigen, woraufhin dieser Haman hängen ließ und Mordechai zum geistlichen Oberhaupt erklärte. Der Erlass wurde schließlich vom König umgekehrt, und er erlaubte den Juden, alle ihre Feinde im ganzen Reich zu töten. Daraufhin zogen sie zu einem blutigen Rachezug aus, und Mordechai und Königin Esther erklärten das Purimfest zum Feiertag der jüdischen Errettung.

Die Schilderungen im Buch Esther über die Rettung der Juden vor den Verfolgungen in Persien enthalten nur sehr wenige historisch gesicherte Ereignisse, die in die Regierungszeit Xerxes’ I. fallen. In seiner heutigen Form ist das Buch in erster Linie ein weltlicher Geschichtsroman, in dem ein starker jüdischer Patriotismus zum Ausdruck kommt. Auch wenn der Name Gottes nicht genannt wird, so handelt das Buch doch von der göttlichen Führung in der Geschichte.

Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge entstand das Buch Esther im 2. Jahrhundert v. Chr. Aufgrund seines rachsüchtigen und weltlichen Charakters waren frühe jüdische Kommentatoren nicht bereit, das Buch in den hebräischen Kanon aufzunehmen. Als Zugeständnis an seine Beliebtheit beim Volk und als Begründung für den Ursprung des Purimfestes wurde es schließlich doch akzeptiert. Die griechische Version des Buches Esther enthält 107 zusätzliche Verse, die in der hebräischen Urfassung nicht vorhanden sind. Sie wurden im Griechischen im 1. Jahrhundert v. Chr. hinzugedichtet, um der Geschichte einen religiöseren Charakter zu verleihen und sie der Lage des jüdischen Volkes besser anzugleichen. In den protestantischen Bibeln wurden diese Abschnitte als gesondertes Buch den Apokryphen des Alten Testaments beigefügt. In den meisten Ausgaben der katholischen Bibel ist das Buch in seiner ursprünglichen Fassung enthalten.

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