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LibyenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
In Tripolis befinden sich die Staatsbibliothek und das Nationalarchiv. Die Universität von Garyounis (1955) in Bengasi beherbergt die größte Bibliothek des Landes mit einem Bestand von mehr als 300 000 Bänden. Zu den führenden Museen des Landes gehören das Leptis Magna Museum in El Khoms mit bedeutenden archäologischen Sammlungen sowie naturgeschichtliche, epigraphische, historische und ethnographische Museen in Tripolis.
Post und Telekommunikation sind in Libyen in staatlicher Hand. Über Funk wird die Kommunikation zwischen den Küstenregionen und dem Landesinneren sichergestellt. In Libyen herrscht eine strikte Pressezensur. Die Presse vertritt ausschließlich die offizielle Regierungslinie. Rundfunk und Fernsehen sind staatlich. Der Empfang von beliebigen Programmen über Satellitenfernsehen ist aber erlaubt. Auch der Zugang zum Internet ist frei; 2000 wurden 7 500 Internetnutzer gezählt. Die meistverkaufte libysche Tageszeitung ist Al-Fajr al-Djedid („Neuer Morgen”); die Gesamtauflage aller Tageszeitungen liegt bei etwa 71 000 Exemplaren.
Libyen ist gemäß der Verfassung von 1977 eine Sozialistische Arabische Volksrepublik.
Staatsoberhaupt ist der vom Allgemeinen Volkskongress gewählte Revolutionsführer. Dieser Volkskongress ist oberstes Legislativorgan und wird von einem Generalsekretär geleitet; seine etwa 1 000 Mitglieder setzen sich zusammen aus Vertretern der Regierung und Delegierten der lokalen Selbstverwaltungsorgane sowie der Massenorganisationen wie etwa der Gewerkschaften. Die Exekutive liegt bei dem Allgemeinen Volkskomitee, das sich aus 18 für je ein Ressort zuständigen Sekretariaten zusammensetzt. Parteien gibt es in Libyen nicht mehr.
Zivil-, Straf- und Handelsrecht in Libyen sind an das ägyptische Modell angelehnt. Seit 1979 obliegt das Rechtswesen dem Volkskomitee für Justiz. Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof. Daneben gibt es Appellationsgerichte, Gerichtshöfe erster Instanz und Schnellgerichte. Seit 1994 basiert das Rechtssystem auf der islamischen Scharia.
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