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LibyenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Bis 1977 war Libyen in Gouvernorate eingeteilt. Seit der Verfassungsänderung ist das Land in drei Provinzen und zehn Bezirke untergliedert.
Es besteht allgemeine Wehrpflicht. Die Dienstzeit beträgt je nach Waffengattung zwei Jahre oder länger.
Hauptstütze der Wirtschaft Libyens ist das Erdölgeschäft. Seit der Entdeckung großer Erdölvorkommen 1958 und Beginn der Förderung 1959 hat sich Libyen zu einem der wichtigsten Erdölexporteure der Welt entwickelt. Nach Nigeria ist das OPEC-Mitglied der zweitgrößte Exporteur Afrikas. Allerdings leidet die Wirtschaft unter dem 1992 verhängten Luftverkehrs- und Waffenembargo seitens der UN, das u. a. auch die Lieferung von Ausrüstungen und Ersatzteilen für Libyens Erdölindustrie untersagt. Das Embargo stand in Verbindung mit dem Flugzeugabsturz von Lockerbie 1988, der durch ein Bombenattentat ausgelöst wurde. In diesem Zusammenhang verdächtigte man zwei libysche Staatsbürger, deren Auslieferung die libysche Regierung lange Zeit verweigerte. Die Verdächtigen – nach britischer und amerikanischer Ansicht Mitarbeiter des libyschen Geheimdienstes – wurden schließlich im Frühjahr 1999 ausgeliefert, und die UN setzten die Sanktionen ab dem 5. April 1999 aus. Jedoch hielten die USA ihre Sanktionsmaßnahmen gegen Libyen aufrecht.
Landwirtschaft ist nur auf 2 Prozent der Landesfläche möglich. Der Großteil des Acker- und Weidelandes befindet sich in Tripolitanien im Nordwesten des Landes. In den östlichen und südlichen Landesteilen wird nur gelegentlich und abhängig von der jeweiligen Niederschlagsmenge Landwirtschaft betrieben. Wichtigste Anbauprodukte sind Weizen, Hafer, Oliven, Datteln, Weintrauben, Mandeln, Tomaten, Melonen und Zitrusfrüchte. In der Viehzucht dominiert die Schaf-, Ziegen- und Kamelhaltung der Nomaden; in staatlichen Betrieben werden Rinder und Geflügel gehalten. Groß angelegte Bewässerungsprojekte dienen zur Ausweitung des Agrarlandes. Besonders in der Wüstenregion werden die Beregnungsanlagen dabei mit unterirdischem Wasser gespeist. An der Küste sind mehrere Meerwasserentsalzungsanlagen in Betrieb. In der Landwirtschaft arbeiten 10,9 Prozent aller Erwerbstätigen.
In den Küstengewässern Libyens werden kleinere Mengen an Sardinen und Thunfischen gefangen, zudem sammelt man Schwämme.
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