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Indianer

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Indianer, indigene Völker des amerikanischen Doppelkontinents.

Der Begriff Indianer wurde von Christoph Kolumbus geprägt, der das von ihm entdeckte amerikanische Festland und die karibischen Inseln irrtümlicherweise für einen Teil Indiens hielt. Er ist irreführend, da dadurch Kulturen zusammengefasst werden, die weder sprachlich noch kulturell die Gemeinsamkeiten aufweisen, die die Zusammenfassung unter einem Oberbegriff sinnvoll erscheinen lassen. Allerdings haben sich im Lauf der Kolonialgeschichte, während der diese unterschiedlichen Kulturen systematisch zerstört oder assimiliert wurden, in den einzelnen amerikanischen Staaten soziale Schichten, in aller Regel Unterschichten, herausgebildet, die sich aus den Nachfahren der präkolumbianischen Bevölkerungen zusammensetzen. Die offizielle Bezeichnung für sie in den Vereinigten Staaten lautet Native Americans, lateinamerikanische indianische Interessenvertretungen benutzen häufig den Begriff Indígenas.

In diesem Artikel werden die indigenen Völker Nordamerikas, Mesoamerikas (Mexiko und Zentralamerika) sowie Südamerikas behandelt.

2

Frühe Bevölkerung

Man geht davon aus, dass zum Zeitpunkt der Ankunft der ersten Europäer in ganz Amerika mehr als 90 Millionen Menschen lebten: etwa 10 Millionen in den Gebieten nördlich des heutigen Mexiko, 30 Millionen in Mexiko, 11 Millionen in Mittelamerika, 445 000 in der Karibik, 30 Millionen in der südamerikanischen Anden-Region und 9 Millionen im übrigen Südamerika. Bei diesen Angaben handelt es sich um grobe Schätzungen (teilweise werden auch beträchtlich geringere Zahlen angegeben); genau lässt sich die Bevölkerungszahl nicht mehr ermitteln. Als die europäischen Kolonisten begannen, Bevölkerungsstatistiken über die Indianer anzulegen, war deren Zahl durch Kriege, Hungersnöte, Zwangsarbeit und vor allem infolge der von den Europäern eingeschleppten Krankheiten bereits drastisch gesunken.

3

Frühe Wanderungen

Äußerlich ähneln die Indianer den asiatischen Völkern, von denen sie vermutlich abstammen. Sie wanderten vor etwa 25 000 Jahren von Asien aus nach Amerika ein. Sie zogen über eine Landbrücke (Beringland), die damals zwischen den beiden Kontinenten bestand. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die ersten Gruppen, die einwanderten, Steinwerkzeuge und andere Ausrüstungsgegenstände mit sich führten, die für die so genannte Steinzeit typisch sind. Diese Menschen lebten in Gruppen zu etwa 100 Personen zusammen und betrieben Fischfang sowie Jagd auf Herdentiere wie Ren und Mammut. Es handelte sich vermutlich um Nomaden, die mehrmals im Jahr ihr Lager wechselten, um das saisonale Nahrungsangebot besser nutzen zu können. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich im Sommer für einige Wochen mit anderen Gruppen trafen, um religiöse Zeremonien zu feiern, Handel zu treiben, sich in sportlicher Hinsicht miteinander zu messen, zu spielen oder sich nur einfach zu besuchen.

Es gibt nur wenige archäologische Funde aus dieser frühen Phase der Besiedelung Amerikas, und dieses Material ist nicht immer eindeutig zeitlich zuzuordnen. Am Yukon im heutigen Kanada wurden Steinwerkzeuge gefunden, die mittels Radiokarbonmethode auf 22000 v. Chr. datiert wurden. Im Tal von Mexiko wurden alte Feuerstellen und einige Steinwerkzeuge freigelegt, die mit derselben Methode auf 21000 v. Chr. datiert wurden. In einer Höhle in den peruanischen Anden in der Nähe von Ayacucho sind Archäologen auf Steinwerkzeuge und Knochen geschlachteter Tiere aus der Zeit um 18000 v. Chr. gestoßen. In einer Höhle im US-amerikanischen Bundesstaat Idaho wurden ebenfalls Steinwerkzeuge und Knochen geschlachteter Tiere gefunden, die aus der Zeit um 12500 v. Chr. stammen. Typisch für den amerikanischen Kontinent sind die so genannten Clovis-Speerspitzen, die auf etwa 11000 v. Chr. datiert werden.

1997 fanden Archäologen in Monte Verde (Chile) Spuren menschlichen Lebens, die 12 500 Jahre alt sind.

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Die wichtigsten Kulturareale

Bei einem Kulturareal handelt es sich um eine geographische Region mit charakteristischem Klima, typischen Oberflächenformen sowie bestimmten Tier- und Pflanzenbeständen. Der amerikanische Doppelkontinent lässt sich in zahlreiche Kulturareale einteilen, deren Grenzen je nach den zugrunde liegenden Kriterien unterschiedlich gezogen werden können. Üblicherweise geht man von neun Kulturarealen für Nordamerika, einem für Mesoamerika (Mexiko und Mittelamerika) und vier für Südamerika aus.

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